Regionalliga Südwest
Waldstadion Kaiserlinde
Zuschauer: 710 (ca.50 Gäste)
Dieses Jahr steht für Hopper und Fusßballfans unter ganz schlechten Vorzeichen. Denn auch heute ließ der erneute Wintereinbruch unzählige Spiele ausfallen. Auch mein Kollege Shaffi, war in Hannover davon betroffen.
Ich hatte das Glück im Vorfeld nix gebucht zu haben und entschied mich für eine Fahrt ins Saarland.Denn im Süden von Deutschland war einigermassen gutes Wetter angekündigt.
Da ich jedoch alleine war und ein Wochenend-Ticket stolze 44€ kostet und mir das zuviel war, bestellte ich mir einfach eine Karte für das Spiel 1.FC Kaiserslautern - FC St. Pauli. Welches auch eine meiner Optionen gewesen wäre, sollte das Spiel in Elversberg kurzfristig ausfallen. Denn im 1.FCK-Ticket ist die Benutzung des VRN-Gebietes, welches ab Würzburg zählt, inkludiert. Neuerdings muss man sich aber zum Ticket noch ein personalisiertes VRN-Ticket mitausdrucken.
So konnte ich auf der langen Fahrt mal wieder etwas lesen und Fanzines aufarbeiten. In Homburg musste ich mir noch eine Tageskarte für den ab hier geltenden SaarVV ziehen. Kostet 9,60€ und somit habe ich satte 20€ gespart.
Zwei Stunden vor Anpfiff war ich schon in Spiessen-Elversberg. Der Bus hält fast genau vorm Stadion. Dort steht auch die Sehenswürdigkeit Nr. 1 vom Ort...ein umgestürzter Blumenkübel.
Schon Kollege Harry stellte vor 2 Jahren fest, dass es hier sonst nichts gibt. Aber ich muss sagen für Fußballfans gibts schon einiges. So ist eine Kneipe, der Fanshop mit Bierbude, ein Supermarkt und zwei Tankstellen im Stadionumfeld. Gibt ja in der Bundesliga schlimmere Stadien und deren Umfelde..Mainz, Augsburg, Gladbach...
Ich verbrachte noch etwas Zeit ein paar F-Jugendspiele auf dem Kunstrasen-Nebenplatz zu gucken bervor es für mich ins Waldstadion ging.
Der Ground ist benannt nach einer fast 100 Jahre alten Kaiserlinde, welche 2015 dem Orkan Niklas zum Opfer fiel. Es ist nun komplett neu umgebaut und bietet 10.000 Zuschauern Platz. Ich find es bis auf die komische Farbgebung und Anordnung der Sitzplätze und der Gegengeraden mit Logen recht gut. Viele Stehplätze und eng am Spielfeld, ist das Stadion schön in eine Senke gebaut. Natürlich viel zu groß für den örtlichen Verein, welcher ja von zahlreichen Traditionsklubs hier umgeben ist.
Aufgrund der Förderung des ehemaligen Trainers sowie zwischenzeitlichen Präsidenten Frank Holzer und der finanziellen Unterstützung seiner Firma Ursapharm als Sponsor hatte sich der Verein auf überregionales Niveau zwischenzeitlich bis in die 3.Liga hochgearbeitet.
Die führende Gruppe in Elversberg ist die Horda Fanatica, welche wie die meisten Heimfans auf der Osttribüne hinter dem Tor stehen. Heute war jedoch kein Support geboten. Bis auf eine Pöbelei gegen die Gäste kam leider nix.
Etwas ältere Fans sind wohl mit Trainer Roland Seitz nicht mehr einverstanden und hielten ein passendes Plakat gegen ihn hoch und standen hinter einem Spruchband "Klares Abseitz".
Zu Gast war heute der KSV Hessen Kassel, welcher von etwa 50 Fans begleitet wurde. Dieser hatte sich ja 1998 neu gegründet und 2013 stand man gegen Holstein Kiel kurz vor dem Aufstieg in die 3.Liga.
Schade, dass ihm mittlerweile noch sowenig Fans folgen. Gut, war jetzt nicht gerade um die Ecke und nach 12 Jahren Regionalliga dürfte auch eine gewissen Sättigung erreicht sein. So werden die Älteren wohl nur noch bei Highlight-Spiele fahren. Schade.
Nach dem Fahnenklau von Offenbach hat sich auch die ehemalige Hauptgruppe Scena Chassalla aufgelöst. Nachfolger ist jetzt die "Huddich-Bande". Huddich ist Kasseler-Slang für Schlingel.
Aber was die 40 Mann im Gästeblock boten, zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Durchgängiger Support. Ja Kassel hatte heute wohl Bock. Man merkt die Truppe hatte Spaß und das ist doch das wichtigste, oder?
Daumen hoch nach Kassel, weiter so!
Wie immer im Saarland, ist kulinarisch einiges geboten. Große Auswahl und die Merguez-Frikadelle war einfach nur köstlich. Davon wurden gleich zwei verputzt.
Das Spiel endete schiedlich, friedlich unentschieden und bei der Bekanntgabe der Zuschauerzahl lachten die älteren Heimfans neben mir nur schallend und fragten wo denn die bekanngegebenen 700 Zuschauer den sein sollten...
Für mich ging es wieder heimwärts.
Mit dem Bus erstmal zum Bahnhof Friedrichsthal. Dort schockte mich schon der Anblick des Bahnhofsgebäudes von aussen...da ist das Haus von "Texas Chainsaw Massacre" eine Luxusbude. Hätte mich nicht gewundert wenn aus dem verwarlosten Gebäude Leatherface mit seiner Kettensäge herausgesprungen wäre.
Bei Nacht möchte ich hier nicht durch. Auch einige ältere Leute waren total schockiert.
Schaut euch mal die Fotos an...
Bei 5 Umstiegen geht ja meist mal was schief, aber heute lief einfach alles wie am Schnürchen, aber die nächste Katastrophen-Tour kommt mit Sicherheit.
Text/Fotos: Pressi











































