Samstag, 18. November 2017

Olympiakos Piräus FC - Levadiakos FC 2:1

Super League
Stadio Georgios Karaiskaki
Zuschauer: 15.177 (Gästeverbot)

Endlich ging es mal nach Griechenland. Fanatische Kurven im Schein zahlreicher Bengalen, so unsere Vorstellungen. Schon seit längerem plante ich mit Carsten ins Land von Georgios, Kosta und Vasili zu reisen. Einen Tag vor Abflug schockte uns die Meldung von 15 Toten bei einem Unwetter und Sturzfluten in den Vororten Athens. Daraufhin wurde eine 3tägige Staatstrauer angeordnet.So traf man sich Samstags früh am Frankfurter Flughafen. Mit an Bord noch der Krefelder Michael und Marcel aus Kassel, den ich in Sofia kennengelernt hatte.

Dazu schloss sich noch sein Kumpel Philipp der Reisegruppe an. Während Carsten und Michael nur 2 Tage blieben, wollte der Rest eine knappe Woche in der griechischen Hauptstadt verbringen. Da am Donnerstag das Euro-League-Spiel von AEK gegen Rijeka lockte. Preis für Hin- und Rückflug lag bei schmalen 60 Euro. Mit der Metro gings vom Flughafen zum Monastaraki Platz. Das schlägt mittlerweile mit 10€ zu Buche. Dann erstmal mit den Rollkoffern durch ein Ghetto gestiefelt und die Taschen im ordentlichen Achillon Hotel abgelegt. Mit Marcel und Philipp ging es zum Essen in die nahegelegene "Souvlakia" um erstmal Gyros-Pitta zu verspeisen. Dazu wurde das erste griechische Bier getrunken. Hat mich jetzt nicht sonderlich begeistert, da alle probierten doch stark an die geschmackslose Heineken-Variante erinnern.
Als die anderen Beiden ihren Mittagsschlaf beendet hatten traf man sich vorm Karaiskaki-Stadion um die Tickets für den abendlichen Kick zu besorgen. Dafür benötigt man eine Fan-Card, für die in der Geschäftsstelle ein Zehner verlangt wurde...wie ich den moderenen Fußball liebe...dazu musste man die Ausweise vorlegen um danach das 30€ teure Ticket am schönen Old-School-Kassenhäsuchen zu erwerben. Olympiakos wurde 1925 gegründet und im Hauptverein sind über 18 erfolgreiche Sportabteilungen. Der Fußballverein Olympiakos S.F.P. ist der erfolgreichste in Griechenland, so war man 44-maliger Griechischer Meister und 27-facher Pokalsieger.
Die Vereinsfarben sind seit jeher Rot und Weiß. Rot steht dabei für die Leidenschaft und Weiß symbolisiert die Tugend. Die Farben sind auch Grundlage für diverse Spitznamen von Olympiakos Piräus. So wird die Mannschaft nicht nur Thrylos (Legende), sondern auch Erythrolefki (die Rot-Weißen) und Kokkini (die Roten) genannt.
Besonders umstritten ist der Präsident Evangelos Marinakis, ein griechischer Großreeder. Der im Verdacht von Spielmanipulationen steht und auch angeblich in Verbindung eines Bombenanschlags auf die Bäckerei eines Schiedsrichters. Nun wollte man den Hafen von Piräus inspizieren und fuhr weiter bis zur Endstation der Metro-Linie 1, welche vom Flughafen bis zum Hafen von Priräus führt. Da das Wetter aber  noch regnerisch war und man eher planlos umher lief, kehrte man dann erstmal für den ersten Wein ein. Brauche ich noch zu erwähnen, dass es etwas ausartete und man leicht angeschossen von den ebenfalls getesteten Retsinas beinahe die Metrostation nicht mehr gefunden hätte?
Heute war ja nicht gerade das große Support-Festival zu erwarten, bei dem eher uninteressanten Gegner und der angeordneten Staatstrauer. Dafür war das Gebotene durchaus in Ordnung. Mehr auch nicht. Auf der Heimtribüne waren noch die beiden Wappen von Crvena Zvezda und Olympiacos ausgelegt. Denn am gestrigen Freitag spielten beide befreundeten Vereine in der Euro-Leauge Basketball gegeneinander. Laut dem anwesenden Kollegen von sportandtravel, war es wohl eher durchschnittlich gewesen.
Das Stadion ist ja noch recht neu für griechische Verhältnisse. Es hat ein Fassungsvermögen von 33.296 Plätzen und ist benannt nach dem griechischen Freiheitskämpfer Georgios Karaiskakis, der 1827 während der Griechischen Revolution in der Nähe tödlich verwundet wurde. Besonders gefallen natürlich die vielen Graffitis im Umfeld und die Lage direkt an der Metro. Auch Klasse die vielen Grillstände an denen lokale Köstlichkeiten wie Souvlaki und sonstige Fleischgenüsse gebrutzelt wurden. Im Übrigen stellte sich unsere Vorsicht im Stadionumfeld als unbegründet heraus. So wurde von uns keine Notiz genommen. Kann natürlich auch an unserer Vorsicht gelegen haben. Man weiss ja nie wie die griechischen Fanatiker auf deutsche Heinze reagieren.
Nach dem Spiel gings noch in die "Souvlakia" um den Abend gebührend ausklingen zu lassen, denn bei allen fiel heute der Länderpunkt Griechenland.
Yamas!

Text/Fotos: Pressi


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