Super League
Stadio Georgios Karaiskaki
Zuschauer: 15.177 (Gästeverbot)
Endlich ging es mal nach Griechenland. Fanatische Kurven im
Schein zahlreicher Bengalen, so unsere Vorstellungen. Schon seit längerem
plante ich mit Carsten ins Land von Georgios, Kosta und Vasili zu reisen. Einen
Tag vor Abflug schockte uns die Meldung von 15 Toten bei einem Unwetter und
Sturzfluten in den Vororten Athens. Daraufhin wurde eine 3tägige Staatstrauer
angeordnet.So traf man sich Samstags früh am Frankfurter Flughafen. Mit an Bord
noch der Krefelder Michael und Marcel aus Kassel, den ich in Sofia kennengelernt
hatte.
Dazu schloss sich noch sein Kumpel Philipp der Reisegruppe
an. Während Carsten und Michael nur 2 Tage blieben, wollte der Rest eine knappe
Woche in der griechischen Hauptstadt verbringen. Da am Donnerstag das
Euro-League-Spiel von AEK gegen Rijeka lockte. Preis für Hin- und Rückflug lag
bei schmalen 60 Euro. Mit der Metro gings vom Flughafen zum Monastaraki Platz.
Das schlägt mittlerweile mit 10€ zu Buche. Dann erstmal mit den Rollkoffern
durch ein Ghetto gestiefelt und die Taschen im ordentlichen Achillon Hotel
abgelegt. Mit Marcel und Philipp ging es zum Essen in die nahegelegene
"Souvlakia" um erstmal Gyros-Pitta zu verspeisen. Dazu wurde das
erste griechische Bier getrunken. Hat mich jetzt nicht sonderlich begeistert,
da alle probierten doch stark an die geschmackslose Heineken-Variante erinnern.
Als die anderen Beiden ihren Mittagsschlaf beendet hatten
traf man sich vorm Karaiskaki-Stadion um die Tickets für den abendlichen Kick
zu besorgen. Dafür benötigt man eine Fan-Card, für die in der Geschäftsstelle
ein Zehner verlangt wurde...wie ich den moderenen Fußball liebe...dazu musste
man die Ausweise vorlegen um danach das 30€ teure Ticket am schönen
Old-School-Kassenhäsuchen zu erwerben. Olympiakos wurde 1925 gegründet und im
Hauptverein sind über 18 erfolgreiche Sportabteilungen. Der Fußballverein
Olympiakos S.F.P. ist der erfolgreichste in Griechenland, so war man 44-maliger
Griechischer Meister und 27-facher Pokalsieger.
Die Vereinsfarben sind seit jeher Rot und Weiß. Rot steht
dabei für die Leidenschaft und Weiß symbolisiert die Tugend. Die Farben sind
auch Grundlage für diverse Spitznamen von Olympiakos Piräus. So wird die
Mannschaft nicht nur Thrylos (Legende), sondern auch Erythrolefki (die
Rot-Weißen) und Kokkini (die Roten) genannt.
Besonders umstritten ist der Präsident Evangelos Marinakis,
ein griechischer Großreeder. Der im Verdacht von Spielmanipulationen steht und
auch angeblich in Verbindung eines Bombenanschlags auf die Bäckerei eines
Schiedsrichters. Nun wollte man den Hafen von Piräus inspizieren und fuhr
weiter bis zur Endstation der Metro-Linie 1, welche vom Flughafen bis zum Hafen
von Priräus führt. Da das Wetter aber
noch regnerisch war und man eher planlos umher lief, kehrte man dann
erstmal für den ersten Wein ein. Brauche ich noch zu erwähnen, dass es etwas
ausartete und man leicht angeschossen von den ebenfalls getesteten Retsinas
beinahe die Metrostation nicht mehr gefunden hätte?
Heute war ja nicht gerade das große Support-Festival zu
erwarten, bei dem eher uninteressanten Gegner und der angeordneten
Staatstrauer. Dafür war das Gebotene durchaus in Ordnung. Mehr auch nicht. Auf
der Heimtribüne waren noch die beiden Wappen von Crvena Zvezda und Olympiacos
ausgelegt. Denn am gestrigen Freitag spielten beide befreundeten Vereine in der
Euro-Leauge Basketball gegeneinander. Laut dem anwesenden Kollegen von
sportandtravel, war es wohl eher durchschnittlich gewesen.
Das Stadion ist ja noch recht neu für griechische
Verhältnisse. Es hat ein Fassungsvermögen von 33.296 Plätzen und ist benannt
nach dem griechischen Freiheitskämpfer Georgios Karaiskakis, der 1827 während
der Griechischen Revolution in der Nähe tödlich verwundet wurde. Besonders
gefallen natürlich die vielen Graffitis im Umfeld und die Lage direkt an der
Metro. Auch Klasse die vielen Grillstände an denen lokale Köstlichkeiten wie
Souvlaki und sonstige Fleischgenüsse gebrutzelt wurden. Im Übrigen stellte sich
unsere Vorsicht im Stadionumfeld als unbegründet heraus. So wurde von uns keine
Notiz genommen. Kann natürlich auch an unserer Vorsicht gelegen haben. Man
weiss ja nie wie die griechischen Fanatiker auf deutsche Heinze reagieren.
Nach dem Spiel gings noch in die "Souvlakia" um
den Abend gebührend ausklingen zu lassen, denn bei allen fiel heute der
Länderpunkt Griechenland.
Yamas!
Text/Fotos: Pressi
Nächstes Spiel der Tour














































