Samstag, 7. Oktober 2017

St. Patrick´s Athletic FC - Limerick FC 2:2

League of Ireland Premier Division
Richmond Park
Zuschauer: 1625 (ca. 100 Gäste)

Heute schlief man etwas länger, nachdem man ja in einem Alter ist, in dem man alles nicht mehr ganz so leicht wegsteckt.
Zuerst ging es ins nahegelegene Restaurant und man gönnte sich ein Mini Irish Breakfast. Ist ja eine Glaubensfrage. Die einen finden es eklig Würste und Bohnen zum Frühstück zu essen, ich dagegen mag es und man hat gleich was ordentliches im Magen, sozusagen als Grundlage.
Nächste Station war das Temple Bar Viertel. Es liegt zwischen der Dame Street und dem Fluss Liffey. Im Gegensatz zu den umgebenden Stadtvierteln hat Temple Bar sich seine frühneuzeitlichen Straßenzüge mit vielen engen kopfsteingepflasterten Gassen erhalten. Temple Bar ist Dublins Kulturviertel mit einem munteren Nachtleben. Vergleichbar mit der Düsseldorfer Altstadt.
Ein geiles Pub nach dem anderen, wir liessen uns zuerst in dem Pub nieder, in welchem wir vor 12 Jahren den meisten Spass hatten. Im Temple Bar District trifft man ja alle paar Meter auf Junggesellenabschiede. Meist rennt der arme Wicht, der heiratet, als Frau verkleidet rum. Scheint hier Tradition zu sein. Allerdings sind die Pegel doch meist höher als bei deutschen Abschieden...empfand ich zumindest bis jetzt immer,nachdem was ich so gesehen habe.
Dadurch dass natürlich jeder Touri hier auch rumstolpert ist das Preisniveau...sportlich. Bis zu 8€ für ein Cider, das muss nicht sein. So würde ich zum betrinken eher ein Pub ausserhalb empfehlen, da ist es meist billiger. Aber gesehen haben sollte man das Vergnügungsviertel schonmal und für nette Fotos gibts genung mit Liebe gestaltete Pubs als Motive.
Wir liefen weiter Richtung unserem ersten, geplanten Spiel. So ließen wir uns alle 15 Minuten in einem Pub nieder, man muss es ja nicht in Streß ausarten lassen 
Auf dieser Tour wurde mein Lieblingscider Bulmers abgelöst. Und zwar heißt der Stoff "Orchard Thieves", viel fruchtiger als alle bisher probierten Apfelschaumweine. Gehört zwar zur Heineken-Brauerei, aber im Gegensatz zu Ihrem Wasserbier schmeckt das Cider.
Ziel war der Richmond Park von den Pats. Der liegt im Westen Dublins im Stadtteil Inchicore. Wenn man nicht aufpasst, läuft man fast dran vorbei, so versteckt liegt er hinter der Häuserfront. Finde sowas ja immer genial und vor allem auf der Insel gibts in unteren Ligen noch genug Stadien mit Lage direkt in Wohngebieten und ganz viel Charme.
Auch der Richmond Park ist so ein Teil, schaut euch einfach mal die Fotos an. Zuerst wurde der knurrende Magen mit Burger und für den Kollegen mit Sausage and Chips beruhigt. Kann man nix falsch machen, sind ja überall die gleichen Patties die gebraten werden.
Gegründet wurde der St. Patrick´s Athletic Football Club 1929, in den Jahren danach dominierten die Pats die Liga von Leinster, eine der vier historischen Provinzen Irlands. Insgesamt wurde man 8x irischer Meister, 3x Pokalsieger und 4x irischer Ligapokalsieger. 2001/2 wurde Ihnen der Meistertitel aufgrund des Einsatzes von nicht spielberechtigten Spielern allerdings aberkannt. International ist man eher ein unbeschriebenes Blatt, wo man vor nicht allzu langer Zeit auf Hertha und Hannover 96 traf und ausschied.
Natürlich waren hier sicherlich an die 70 deutsche Hopper aus allen Landesteilen zugegen.
Stimmungsmässig war das hier mehr als okay. Die Heimseite hatte auch eine Zaunfahne mit "Ultras" hängen, auch deren Support war eher ultramässig. Sogar ein Intro aus Bengalen gab es, und nach einem Tor wurde nochmal eines mit einem Blinker gezündet. Auch aus dem 200 Kilometer entfernten Limerick waren einige Anhänger mitgereist, die auch ihre Stimme strapazierten. Und hatten ungewöhnlicherweise sogar eine Trommel dabei.
Um Längen besser als das todlangweilige Länderspiel gestern. Ich kann mit solchen Spielen in unteren Ligen einfach mehr anfangen. Auch wenn vielleicht etwas weniger los ist und es keine Choreos und riesigen Pyroshows gibt. Sondern eher alles spontaner und gemütlicher ist.
Einfach ehrlicher Arbeiterklassen-Fußball.
Weiter gings nach Drumcondra


Text/Fotos: Pressi