DFB-Pokal - 2.Runde
Willy-Sachs-Stadion
Zuschauer: 15060 (ca. 3000 Frankfurter)
Da mein Verein in der ersten Runde glorreich gegen den Tabellenletzten der 3. Liga ausgeschieden ist, stand für mich fest, dass es auf jeden Fall nach Schweinfurt geht.
Die Schnüdel hatten ja etwas Pech mit dem Los Sandhausen in der Auftaktrunde. Sportlich stark und ziemlich unattraktiv, doch konnten sie sich überraschenderweise gegen den Zweitligisten durchsetzen.
So wartete man bei der Auslosung gespannt auf den Gegner. Und was soll ich sagen, viel besser kann man es ja nicht erwischen. Denn mit der Eintracht kommt eine Topszene nach Mainfranken und das Stadion meldete auch schnell sold-out.
Ich konnte mir gleich in der ersten Ausgaberunde beim Heimspiel gegen Buchbach mein Ticket sichern. Das haben sie doch recht clever gelöst, bei einem Heimspiel die Karten für den Pokalkracher zu verkaufen. So waren beim eher unattraktiven Freitagabend-Spiel gegen Buchbach schon mehr Zuschauer zugegen als gewöhnlich. So hebt man seinen Zuschauerschnitt und nimmt noch etwas Geld zusätzlich ein.
Schon beim letzten Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliaga am 1.2.2002 war ich, wie 10.000 Andere auch schon vor Ort, damals gewann die Eintracht knapp mit 1:0 durch ein Tor von Jens Rasiejewski. Na, wer kennt den noch ?
Die Spätschicht etwas vorverlegt um rechtzeitig vor Ort zu sein, doch als ich in der Kugellagerstadt auflief, war der Parkplatz schon voll besetzt, also etwas weiter weg geparkt.
Auch das idyllische Rund mit den heimeligen Bäumen platzte schon aus allen Nähten. So war mein Platz auch eher suboptimal. Ich brauch ja den ganzen Trubel nicht mehr. Ausverkauftes Haus heißt auch, kein Platz zu haben und sich nicht bewegen zu können.
Die Frankfurter hatten ja schon angekündigt, dass Schweinfurt brennen wird. Vor dem Block hingen drei Eintracht-Wappen mit dem Adler , zwei in Rot und einer in Schwarz. Zum Einlaufen gabs dann Kasserollen und das angekündigte Pyro-Inferno und auf dem Gästeparkplatz wurde zusätzlich ein Feuerwerk gezündet, nachdem die Pyro abgebrannt war, schwenkte der Block schwarz-weiße Fähnchen. Durch die Zündelei geriet natürlich das Papier in Brand und die Feuerwehr rückte an...Ein absolutes Top-Intro.
Auf Schweinfurter Seite hing vor der Gegengerade ein Transparent mit "Erster Fussballclub Schweinfurt seit Neunzehnhundertfünf"" in grün und weiß. Hinter den grünen Teilen wurden Penisluftballons geschwenkt, während hinter den weißen Stellen die Leute in weißen Regenponchos standen. Sah ganz ordentlich aus.
Ich hab die Eintracht nun auch schon länger nicht gesehen und es scheint mir gerade ein Generationswechsel vonstatten zu gehen. Denn wo früher eher auf Geschlossenheit und einfachere, brachiale Sachen Wert gelegt wurde, wird jetzt eher der melodische Stil gefahren.
Ist mir persönlich etwas zuviel "lala" und "ohoh", so konnte man mit solchen Sachen auch den Rest des Gästeblocks nicht animieren. Es wurde erst richtig gut als alte Klassiker wie "schwarz-weiß wie Schnee", Wechselgesänge oder leider nur einmal das "Pipi Langstrumpf-Lied" zum besten gegeben wurden.
Insgesamt ein solider Auftritt mit Luft nach oben. Ist halt auch Geschmackssache, mir gefällt es halt besser wenn alle mitziehen und es richtig laut wird, mit einer hohen Mitmachquote. Dafür stand Frankfurt ja früher.
Die Schweinfurter standen mit ihrem Supportkern von ca. 200 Mann natürlich gegen so eine Top-Szene ziemlich auf verlorenen Posten. Ab und an konnte man sich gut Gehör verschaffen, doch haben sie mir in Spielen mit geringerer Zuschauerresonanz viel beser gefallen. Ist natürlich auch scheisse, wenn alle aussenrum nur Fussballgucken wollen und nie miteinsteigen.
Anfang der zweite Halbzeit boten auch sie eine kleine Pyroshow. Nervig hier nur der Stadionsprecher. Bei jeder gezündeten Fackel las er seinen ellenlangen,vorgeschriebenen Text vor. Als ob jemand aufgrund dieser Belehrungen nicht zünden oder die Bengalos ausmachen würde.
Einen "Scheiß DFB"-Wechselgesang konnten die Schnüdel auch noch initieren. Als dieser beendet war, gab FFM noch ein "Schweinfurt-Schweine" hinterher, damit auch niemand auf den Gedanken kommt, dass eine neue Freundschaft entstehen könnte ;-)
Im Spiel war Frankfurt die bessere und clevere Mannschaft, frühes Tor und dann das Spiel nach Hause geschaukelt. Allerdings war Anfang der zweiten Halbzeit die Chance für Schweinfurt da, auszugleichen als Marius Willsch frei vor Hradecky auftauchte, aber dann zweiter Sieger blieb. Eventuell wäre das Spiel dann anders gelaufen. Man muss aber anerkennen, dass sich der 1. FCS hier richtig gut verkauft hat.
Alles in allem ein schöner Fussballabend mit richtiger Fussball-Atmosphäre in einem tollem Stadion. Getreu nach dem Motto der Schnüdel: Wir arbeiten Fussball!
Text/Fotos: Pressi
















































