Samstag, 29. Juli 2017

FC Ingolstadt - 1. FC Union Berlin 0:1

2. Bundesliga
Audi Sportpark
Zuschauer: 10 870 (ca. 1200 Unioner)

Endlich wieder Profifußball! Naja, eigentlich ist der deutsche Profifußball nicht unbedingt das, was man als Groundhopper mag. Nachdem ich dieses Jahr so viel im Ausland unterwegs war, soll es nun für mich aber nun wieder mehr in Deutschland unterwegs gehen. Meine Studentenzeit ist zu Ende, das Berufsleben hat begonnen und jetzt ist nichts mit langem Urlaub mehr. Während meine beiden Kollegen Pressi und Harry die drei deutschen Profiligen ziemlich komplettiert haben, fehlen mir noch in jeder Liga jeweils 6-7 Grounds.
Somit will ich mich diese Saison schon ein wenig diesen Ligen widmen, auch wenn ich die baldige Komplettierung wiederum nicht in den Vordergrund stelle. Groundhopping sollte in meinen Augen schließlich kein Wettrennen sein, sondern ein Hobby, bei dem der Spaß in dem Vordergrund stellt. Aber jetzt genug philosophiert! Gleich zum Auftakt stand für die Schanzer der 1. FC Union Berlin auf dem Spielplan. Für mich natürlich ein Grund in den Süden zu reisen und endlich das Thema Ingolstadt abzuhaken. Schließlich liegt die Stadt nicht weit von Würzburg entfernt, aber in der Bundesligazeit der Schanzer hatte ich einfach wenig Lust dorthin zu fahren. Die Eintrittskarte kaufte ich noch im Voraus online und startete dann am Samstagfrüh in das nördliche Oberbayern mit dem Bayern-Ticket. Schon in Würzburg hat die Zugfahrt mit einer leichten Verspätung begonnen, in Markt Bibart kam dann die Durchsage, dass der Zug von irgendwelchen Trotteln beschmiert wurde und deswegen auf das Eintreffen der Polizei gewartet werden muss. Alles aber halb so wild gewesen, da in Nürnberg zum Umsteigen etwas Zeitpuffer war und auch der Anschlusszug wartete. Dieser war dann sehr überfüllt, vorwiegend mit den Sechzgern, welche zu ihrem Heimspiel gegen Rosenheim angereist sind. Für mich ging es noch, da ich schon in weniger als eine Stunde schon am Hauptbahnhof der Audistadt angekommen war. Bis zum Spiel hatte ich noch genug Zeit und so ging es noch in die nette Innenstadt. Ich fand es ganz nett dort, vor allem der Viktualienmarkt mit seinen ganzen Ausschänken und Imbissbuden ist eine Top-Sache!
Vom Omnibusbahnhof machte ich mich mit dem Shuttlebus 202 auf den Weg zum Stadion. Dieses liegt außerhalb der Stadt wie es halt so bei den modernen Stadien üblich ist. 2010 wurde der Audi Sportpark eröffnet und ist seitdem die Heimstätte des 2004 entstandenen FC Ingolstadt. Davor war es das ESV-Stadion, das vom Vorgängerverein ESV Ingolstadt genutzt wurde. Generell war das heutige Spiel ein Duell der Gegensätze: Die Tradition gegen das Moderne. Während die Fans der Eisern Union schon vieles in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, sind die Schanzer ein junger Verein ohne Geschichte. So schaute es auch auf den Rängen aus... Im Heimbereich war es ein recht steriles, ruhiges und bürgerliches Publikum ohne irgendwelche Originale, wie man es so von Traditionsvereinen kennt. Dementprechend auch der einheimische Fanblock hinter dem Tor. 0815 hoch 10 trifft es wohl ganz gut! Dagegen auf der anderen Seite Union... Der Stehplatzbereich im Gästeblock war richtig voll und begann seit dem Beginn Alarm zu machen. Als Intro gab es ein Fahnenmeer, dazu wurde am Zaun eine gut 15 Meter große dreizeilige Zaunfahne präsentiert. Schöne Fahne, aber schade, dass so ein Ding nicht wenigstens die eine Halbzeit hängen bleibt. Es macht ja schon einen ganz anderen Eindruck, wenn die Fans hinter einer gemeinsamen Fahne stehen. Supporttechnisch war Eisern wieder mal ohne Frage echt gut drauf. Zum Beginn der zweiten Hälfte gab es eine schwache Phase, die dann aber spätestens mit dem Tor in der 59. Spielminute beendet wurde. Anschließend wurde ohne Pausen bis zum Schluss durchgedreht im Gästeblock! Union? Immer wieder gerne!


Text/Fotos: Шаффи