Stadion Zirka
Zuschauer: 4619 (120 Gäste)
Bei diesem Spiel
war ich als Auswärtsfan unterwegs, deswegen ist es kein üblicher Bericht aus
der neutralen Sicht.
Nach unserem
Besuch in Bila Tserkva ging es mit dem Nachtzug nach Dolynske und dann von dort
aus mit der Marschrutka zum Zielort. Seit wenigen Monaten heißt die ehemalige
Stadt Kirovohrad nun Kropyvnystky. Die Umbenennung erfolgte im Rahmen eines
Gesetzes zur Entsowjetisierung des Landes. Die Region um Kropyvnytsky rum ist
sehr zentral im Land gelegen. In der Oblast befindet sich auch der
geographische Mittelpunkt der Ukraine.
Wie schon am Tag davor hatten wir allzu
viel Zeit bis zum Spiel. Viel gibt es in der Stadt auch nicht zu sehen, sodass
wir uns irgendwann echt langweilten und für ein paar Stunden in einer Brauerei
vergnügten.
Die Heimszene
beim amtierenden Aufsteiger Zirka ist zweigeteilt. Der eine grüngelbe Block ist
die traditionelle Fanszene von Zirka, die Anderen, die Gelbroten entstanden
erst beim Nachfolgerverein Olimpik vor 10 Jahren. Die beiden Fanszenen
bekriegen sich zwar schon länger nicht mehr, aber wollen bei den Heimspielen
auch nicht zusammenstehen. Den Support gibt es von den beiden Gruppen immer
abwechselnd. Bei dem Spiel gegen Chernomorets empfand ich den Support des
grüngelben Fanblockes lauter, was wohl mit der zahlenmäßigen Überlegenheit zu
begründen ist.
Für uns war dies
mit 330 km die Auswärtsfahrt mit der geringsten Entfernung. Für die jetzigen
Verhältnisse der Szene kam auch eine gute Anzahl mit. Es waren zwei Busse sowie
ein Dutzend Leute wie wir, welche selbstständig nach Kropyvnystky anreisten. Trotz
starker Kontrollen der Polizei schaffte jemand dennoch Pyrotechnik ins Stadion
zu schmuggeln, sodass bei uns im Block mehrmals Bengalos, Rauchtöpfe und
Leuchtspuren brannten. Nach dem Abpfiff schafften es ein paar Jungs auf das
Spielfeld, um mit der Mannschaft den Auswärtserfolg zu feiern. Die Polizei war
zwar massenhaft vertreten, blieb aber komischerweise ruhig. Vor einem Jahr war
es hier noch anders gelaufen, damals eskalierte die Situation mit den Gästefans
von Karpaty Lviv.











