Druha Liga
Stadion Spartak
Zuschauer: 250 (8 Gäste)
Nachdem ich die letzten beiden Wochenenden aktiv unterwegs war, ließ
ich dieses langsam angehen. Am Sonntag schaute ich lediglich mir in
Odessa den 3:0 Sieg des Erstligisten Chernomorets an und am Montag ging
es für mich zu dem anderen Verein der Stadt. Zhemchuzhyna Odessa wurde
erst 2013 gegründet und ist seit dieser Saison zum ersten Mal in der
Profiliga vertreten. Relativ sinnloser Verein ohne Tradition und in
meinen Augen ohne Zukunft in der Schwarzmeerstadt. Das Gleiche gilt auch
für den anderen Drittligisten Real Farma Odessa, von dem ich 2014 und
2015 bereits erzählt hatte.
Beide Clubs spielen im Stadion Spartak
in der Nähe des Bahnhofs. Das Stadion war bis zum Jahr 2009 relativ
unbedeutend. Als der Neubau des Hauptstadions der Stadt vor 7 Jahren
begann, musste Chernomorets eine Übergangslösung suchen. So mietete sich
der Verein das Stadion Spartak. Für die Spiele der ersten Liga musste
hier aber viel getan werden: Der Mieter installierte im Stadion der
Stadt ca. 5000 Plastiksitze, renovierte die Umkleidekabinen und stellte
vier Flutlichtmasten hin. Erst seitdem ist dieses Stadion
profiligatauglich geworden. Einzigartig ist die Banja (russische Sauna)
am Sektor 1. Ab und zu geht ein Saunabesucher raus und schaut sich ein
wenig das Spiel an. Bei Spielen von Chernomorets war es noch lustiger,
als plötzlich am Fanblock, welcher sich im selben Sektor befand, während
dem Spiel Leute im Handtuch auftauchten...
Wie schon die
Zuschauerzahl sagt, strömen keine Massen zu den Spielen von
Zhemchuzhyna. Es kommen also hauptsächlich Leute wie wir, die vom
Fußball nicht genug kriegen. Zum ersten Mal außer den Spielen von
Chernomorets wurde hier im Spartak-Stadion überhaupt Eintritt verlangt.
Die Eintrittskarte kostete 20 Hrivna (nicht mal 1 Euro) und es gab
zusätzlich noch ein kostenloses Spielprogramm. Das Geld von den Tickets
ging heute übrigens an den krebserkrankten 21-jährigen Fußballspieler
Andriy Dodyk. An dieser Stelle auch unsererseits gute Besserungen!
Hinter drei Zaunfahnen positionierten sich 8 Gäste, welche aber wirklich
nur ein paar Mal was von sich zu hören gaben. Für die Heimmannschaft
waren gleich daneben etwa 5 Typen der Ü40 aktiv. Nun ja, aktiv waren sie
auch nur in Anbetracht der Gäste. Im Sitzen stimmten diese irgendwelche
Prololieder mit der Trommel an, welche ich auf der gegenüberliegenden
Seite dennoch gut verstehen konnte.
Das Geschehen auf dem Platz war
ganz spektakulär. Beide Mannschaften wollten nicht aufgeben und gaben
ihr Bestes. Am Ende stand es 3:2 für die Gäste aus Kherson.
Text/Fotos: Шаффи
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