Druha Liga
Stadion Trudovye Rezervy
Zuschauer: 100
Bevor es am Sonntag zum Auswärtsspiel von Chernomorets gehen sollte,
suchte ich mir für den Tag davor ein Spiel in Bila Tserkva raus. Die
Stadt bedeutet übersetzt „Weiße Kirche“ und befindet sich nähe Kiew,
direkt an der Autobahn, welche Odessa und die Hauptstadt verbindet. Mit
dem Zug lässt sich die Stadt von Odessa aus gar nicht erreichen, somit
musste man mit dem Bus fahren. Das tue ich allgemein sehr ungern und in
der Ukraine ist meine Abneigung durch die Straßenverhältnisse noch mal
doppelt so stark. Nun ja, zwischen Kiew und Odessa geht es gerade noch.
Für den Bus am Samstagmorgen gab es keine Tickets mehr und so starte ich
mit der Ex-Fotografin der Chernomorets Szene in der Nacht nach Bila
Tserkva. Nach 5 Stunden Fahrt waren die ca. 400 km überwunden und wir
machten uns auf den 7 km langen Weg vom Stadtschild in die Innenstadt.
Bis zum Spiel hatten wir über 10 Stunden. In der Zeit waren wir im Kino,
auf dem Riesenrad und in einer der größten Parkanlage Osteuropas. Dann ging es für uns zum Stadion Trudovye Rezervy. Es ist hauptsächlich
mit Sitzen ausgestattet, nur in einer Kurve sind noch Holzbänke verbaut.
Offiziell fasst der Ground über 13 000 Zuschauer, sodass es schon
richtig überdimensional für Arsenal ist. Denn zum heutigen Spiel kamen
nur 100 Zuschauer. Richtig armselig! Da bekam ich auch schon langsam das
Gefühl den deutschen Fußball zu vermissen...
Arsenal ist aber auch
nicht der Verein der Stadt. Während er erst 2006 gegründet wurde, gibt
es den anderen Stadtclub Ros schon länger. Dieser spielt aber viel
tiefer - in der zweiten Liga der Oblast Kiew. Vor dem landesweiten
Frieden zwischen den Fanszenen gab es zwischen den Fans der beiden Clubs
auch immer wieder Ärger. Derzeit erleben die Gruppen wie die anderen im
Land auch nicht die beste Zeit. Im Heimblock waren bei unserem Spiel
gerade 6-8 Leute. Auf Support wurde in der ersten Hälfte fast
vollständig verzichtet. Erst in der zweiten Hälfte als die Mannschaft
mit zwei Toren führte, wurden die Jungs aktiv. Wenigstens hat der Verein
eine Fanszene, aber selbst in dieser 3. ukrainischen Liga gibt es
derzeit sehenswertere Clubs.
Text/Fotos: Шаффи
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