Regionalliga Salzburg
Austria Stadion
Zuschauer: 1500 (ca. 90 Gäste)
Schon in der Rückrunde der letzten Saison wollte ich unbedingt der
Salzburger Austria einen Besuch abstatten, doch es klappte einfach
nicht. Am meisten bereute ich dann, dass ich die Tour am 18. Mai beim
Jubiläum 20 Jahre der führenden Fangruppe Union Ultrà aus Faulheit bzw.
anstrengender Anreise ausfallen ließ. Gelohnt hätte es sich allemal!
Diese Saison sollte es aber keine Ausrede mehr geben und gleich nach der
Veröffentlichung des Spielplans stand für mich mit dem Derby gegen
den Salzburger AK das Datum meines Besuchs mehr oder weniger fest!
Schon in
August hatte ich die Austrianer in Grödig gesehen und der Auftritt
damals hat mich gut angetan. Aufgrund des Feiertags in Bayern sollte die
Tour sollte schon am Freitag mit dem Zweitligaspiel in Steyr starten.
Eine Woche davor entschied ich mich doch etwas am Feiertag zu arbeiten,
sodass die Reise erst am Samstag starten konnte. So ging es letztendlich
mit dem Zug am Samstagmorgen voller Motivation Richtung Südosten. Das
Fernweh war bei mir längst zugeschlagen, denn das letzte Spiel im
Ausland war schon ganze vier Wochen her. Nach knapp vier Stunden Fahrt
war ich in Salzburg angekommen. Nachdem mein Rucksack gleich im a&o
Hostel abgelegt wurde, flanierte ich beim besten Wetter die
Salzach-Promenade entlang. Für die Besichtigung der Burg war wieder mal
keine Zeit, doch wenigstens konnte ich mit dem Besteigen des Kapuziner
Berges etwas Neues gegenüber meinem Besuch im Sommer sehen. Nun wurde
auch Zeit für eine Mahlzeit, sodass ich wieder quer durch die Stadt ins
Lokal Bärenwirt marschierte. Dort gab es für mich leckere Kasnocken
(Käsespätzle). Da es noch genügend Zeit bis zum Anpfiff war, legte ich
die 3 km bis zum Austria-Stadion zu Fuß zurück. Der Ground, welcher in
der Nähe vom Flughafen liegt, war ursprünglich die Heimat des ASK
gewesen. Bedingt durch den Konkurs 2006 war der Verein nicht mehr da und
das Stadion stand ein Jahr lang leer. Im Sommer 2007 wurde es aber
durch den kürzlich neugegründeten SV Austria Salzburg bezogen. Seitdem
trugen die Violetten mit einigen Ausnahmen ihre Spiele dort aus. Die
Ausnahmen waren dann größtenteils während der Ersten Liga Saison
2015/16. Die Teilnahme an der zweithöchsten Liga des Landes war bislang
der größte Erfolg in der 14-jährigen Geschichte des fangetragenen
Vereins. Letzte Saison schaffte Austria durch den zweiten Platz in der
Salzburger Liga den Sprung in die neugegründete Regionalliga des
Salzburger Landes. Leider ist aber diese Regionalliga nicht mit der
Regionalliga West gleichzusetzen, bei der ein Aufsteiger direkt in die
Erste Liga aufsteigen konnte. Das heutige Derby gegen den SAK könnte für
die nächste Zeit das letzte sein, denn der Salzburger
Athletiksport-Klub führt mit Vorsprung die Tabelle an und wird damit
nach der Winterpause mit den Top-Teams aus Tirol und Voralberg in der
Eliteliga den Aufstiegsplatz in die Erste Liga ausspielen. Austria
befindet sich dagegen in der unteren Tabellenhälfte. Noch vor Anpfiff
begegnete ich zufällig den Osnabrückern, die ich schon eine gewisse Zeit
kenne. Diese nutzten das Auswärtsspiel ihres VfLs in Regensburg aus,
um eine Tour in Süddeutschland + Österreich zu meistern. Nachdem man
etwas gequatscht hat, ging es schon mit dem Derby los…Zum Spielbeginn
gab es passend zum Tag der Allerseelen eine Choreo, bei der an alle
verstorbenen Austrianer gedacht wurden. Bei der Schweigeminute stand
zudem die Elf beisammen vor der Curva Viola. Als die Blockfahne wieder
unten war, gab es hinter der schwarzen Zaunfahne zunächst nur eine
Schalparade. Kurz darauf wurde die Trauerbeflaggung weggemacht und die
schönen Stoffe der Violetten präsentiert. Erwähnen sollte man hierbei
vor allem die Fahne der ältesten Salzburger Ultras-Gruppe Tough Guys,
die 1992 ins Leben gerufen wurde und auch in die Neugründung des
Vereins im Jahr 2005 stark involviert war. Der Support hatte die 90 Minuten
über schon seine Höhen und Tiefen, ging aber doch insgesamt völlig in
Ordnung. Mir persönlich gefallen ja die kreativeren Gesänge der
Austrianer, die man in Deutschland so gar nicht kennt. In der zweiten
Halbzeit, als es allmählich dunkel wurde, brannten immer wieder mal ein
paar Bengalos und Rauchtöpfe in der Kurve. Unterstützung bekam die Heimszene heute mit guten Mobs von ihren italienischen Freunden (Udine und Barletta).
Trotz der guten Stimmung
konnte die Mannschaft dem Rivalen jedoch nichts entgegensetzen und
unterlag wie schon bei Hinspiel in September mit einem verdienten 3:0.
Der SAK, der sich stolz als ältester Club des Bundeslandes vermarktet,
hat selbst keine wirkliche Fanszene. Lediglich zwei Zaunfahnen waren im
Gästeblock zu sehen, aber sonst keine Art von aktiver Unterstützung.
Nach dem Schlusspfiff verabschiedete ich mich von den Osnabrückern und
machte mich auf den Weg in die Altstadt, wo der erfolgreiche Tag bei ein
paar Bier ausgeklungen werden konnte.
Text/Fotos: Шаффи
































