Samstag, 2. November 2019

SV Austria Salzburg - Salzburger AK 1914 0:3

Regionalliga Salzburg
Austria Stadion
Zuschauer: 1500 (ca. 90 Gäste)


Schon in der Rückrunde der letzten Saison wollte ich unbedingt der Salzburger Austria einen Besuch abstatten, doch es klappte einfach nicht. Am meisten bereute ich dann, dass ich die Tour am 18. Mai beim Jubiläum 20 Jahre der führenden Fangruppe Union Ultrà aus Faulheit bzw. anstrengender Anreise ausfallen ließ. Gelohnt hätte es sich allemal! Diese Saison sollte es aber keine Ausrede mehr geben und gleich nach der Veröffentlichung des Spielplans stand für mich mit dem Derby gegen den Salzburger AK das Datum meines Besuchs mehr oder weniger fest!
Schon in August hatte ich die Austrianer in Grödig gesehen und der Auftritt damals hat mich gut angetan. Aufgrund des Feiertags in Bayern sollte die Tour sollte schon am Freitag mit dem Zweitligaspiel in Steyr starten. Eine Woche davor entschied ich mich doch etwas am Feiertag zu arbeiten, sodass die Reise erst am Samstag starten konnte. So ging es letztendlich mit dem Zug am Samstagmorgen voller Motivation Richtung Südosten. Das Fernweh war bei mir längst zugeschlagen, denn das letzte Spiel im Ausland war schon ganze vier Wochen her. Nach knapp vier Stunden Fahrt war ich in Salzburg angekommen. Nachdem mein Rucksack gleich im a&o Hostel abgelegt wurde, flanierte ich beim besten Wetter die Salzach-Promenade entlang. Für die Besichtigung der Burg war wieder mal keine Zeit, doch wenigstens konnte ich mit dem Besteigen des Kapuziner Berges etwas Neues gegenüber meinem Besuch im Sommer sehen. Nun wurde auch Zeit für eine Mahlzeit, sodass ich wieder quer durch die Stadt ins Lokal Bärenwirt marschierte. Dort gab es für mich leckere Kasnocken (Käsespätzle). Da es noch genügend Zeit bis zum Anpfiff war, legte ich die 3 km bis zum Austria-Stadion zu Fuß zurück. Der Ground, welcher in der Nähe vom Flughafen liegt, war ursprünglich die Heimat des ASK gewesen. Bedingt durch den Konkurs 2006 war der Verein nicht mehr da und das Stadion stand ein Jahr lang leer. Im Sommer 2007 wurde es aber durch den kürzlich neugegründeten SV Austria Salzburg bezogen. Seitdem trugen die Violetten mit einigen Ausnahmen ihre Spiele dort aus. Die Ausnahmen waren dann größtenteils während der Ersten Liga Saison 2015/16. Die Teilnahme an der zweithöchsten Liga des Landes war bislang der größte Erfolg in der 14-jährigen Geschichte des fangetragenen Vereins. Letzte Saison schaffte Austria durch den zweiten Platz in der Salzburger Liga den Sprung in die neugegründete Regionalliga des Salzburger Landes. Leider ist aber diese Regionalliga nicht mit der Regionalliga West gleichzusetzen, bei der ein Aufsteiger direkt in die Erste Liga aufsteigen konnte. Das heutige Derby gegen den SAK könnte für die nächste Zeit das letzte sein, denn der Salzburger Athletiksport-Klub führt mit Vorsprung die Tabelle an und wird damit nach der Winterpause mit den Top-Teams aus Tirol und Voralberg in der Eliteliga den Aufstiegsplatz in die Erste Liga ausspielen. Austria befindet sich dagegen in der unteren Tabellenhälfte. Noch vor Anpfiff begegnete ich zufällig den Osnabrückern, die ich schon eine gewisse Zeit kenne. Diese nutzten das Auswärtsspiel ihres VfLs in Regensburg aus, um eine Tour in Süddeutschland + Österreich zu meistern. Nachdem man etwas gequatscht hat, ging es schon mit dem Derby los…Zum Spielbeginn gab es passend zum Tag der Allerseelen eine Choreo, bei der an alle verstorbenen Austrianer gedacht wurden. Bei der Schweigeminute stand zudem die Elf beisammen vor der Curva Viola. Als die Blockfahne wieder unten war, gab es hinter der schwarzen Zaunfahne zunächst nur eine Schalparade. Kurz darauf wurde die Trauerbeflaggung weggemacht und die schönen Stoffe der Violetten präsentiert. Erwähnen sollte man hierbei vor allem die Fahne der ältesten Salzburger Ultras-Gruppe Tough Guys, die 1992 ins Leben gerufen wurde und auch in die Neugründung des Vereins im Jahr 2005 stark involviert war. Der Support hatte die 90 Minuten über schon seine Höhen und Tiefen, ging aber doch insgesamt völlig in Ordnung. Mir persönlich gefallen ja die kreativeren Gesänge der Austrianer, die man in Deutschland so gar nicht kennt. In der zweiten Halbzeit, als es allmählich dunkel wurde, brannten immer wieder mal ein paar Bengalos und Rauchtöpfe in der Kurve. Unterstützung bekam die Heimszene heute mit guten Mobs von ihren italienischen Freunden (Udine und Barletta). 
Trotz der guten Stimmung konnte die Mannschaft dem Rivalen jedoch nichts entgegensetzen und unterlag wie schon bei Hinspiel in September mit einem verdienten 3:0. Der SAK, der sich stolz als ältester Club des Bundeslandes vermarktet, hat selbst keine wirkliche Fanszene. Lediglich zwei Zaunfahnen waren im Gästeblock zu sehen, aber sonst keine Art von aktiver Unterstützung.
Nach dem Schlusspfiff verabschiedete ich mich von den Osnabrückern und machte mich auf den Weg in die Altstadt, wo der erfolgreiche Tag bei ein paar Bier ausgeklungen werden konnte.


Text/Fotos: Шаффи