Sonntag, 17. Juni 2018

Sioni Bolnisi - FC Lokomotivi Tbilisi 1:0

Erovnuli Liga
Mikheil Meskhis Sakhelobis Stadionis
Zuschauer: 500

Tbilisi (Tiflis) wurde Ende des 5 Jahrhunderts als Stadt gegründet. Sie ersetzte schon ziemlich bald als neue Hauptstadt den Ort Mtskheta. Die deutsche Bezeichnung Tiflis stammt aus dem Griechischen und wird heutzutage in Kaukasus eigentlich nicht mehr so verwendet. Für mich war es nicht das erste Mal in Tbilisi. Von mir aus müsste ich generell da nicht unbedingt noch einmal hin, denn in meinen Augen findet sich die Schönheit Georgiens nicht in seiner Hauptstadt oder generell Städten, sondern seiner Landschaft wieder. Doch aufgrund des Dopplers am Sonntagabend wurde für den kompletten Tag Tbilisi eingeplant. Zum Frühstück begaben wir uns zum Samikitno am Meidan Platz. Das Restaurant ist eine landesweite Kette der Gesellschaft Villa Dzara. Negativ möge die Speisekarte mit Bildern wirken, doch das Restaurant war schon eine Empfehlung der Einheimischen bei meinem letzten Besuch.
Die georgische Küche ist für mich auch schon generell eine sehr geile Sache. Ich bin mit ihren Gerichten teilweise schon aus der Kindheit in Odessa gut vertraut. Und obwohl das Land klein sein mag, können die Nationalgerichte sich von Region zu Region extrem unterscheiden. Anders im Vergleich zu Deutschland ist auch die Art und Weise wie die Speisen serviert werden: Es bestellt niemand hier eine Portion Fleisch mit Beilage nur für sich alleine, sondern man bestellt einfach mehrere Gerichte für den ganzen Tisch. Die Beilagen wie Pommes oder Reis hat man in Georgien eigentlich traditionell gar nicht. Zudem werden einige Gerichte mit den Händen gegessen.
Sonst schauten wir uns die Burg Narikala sowie das Übliche in der Altstadt an. Anschließend liefen wir entlang dem bekannten Rustaveli Boulevard. In der Nähe befindet sich auch die sogenannte Trockene Brücke, an der auch täglich ein Flohmarkt mit Gemälden und Souvenirs aus der Sowjetzeit stattfindet. Nachdem wir uns diesen angeschaut hatten und auch der Regen vorbei war, ging es für mich und Julia noch in die Nationalgalerie, welche aber leider extrem klein ausfiel. Die Zeit bis zum Anpfiff rückte näher und nach einer Mahlzeit ging es für uns drei mit dem Taxi zum Stadion, welches nach dem georgisch-sowjetischen Fußballer Mikheil Meskhi benannt ist.
Neben dem zweitgrößten Stadion des Landes wurde eine kleine Anlage mit einer Tribüne mit einer Kapazität von 2500 Plätzen errichtet. Hier fanden in den letzten Jahren öfter Heimspiele mehrerer Erstligaclubs statt. Momentan trägt hier neben dem Gastgeber Sioni Bolnisi, auch noch ihr heutiger Gegner Lokomotiv Tbilis seine Spiele aus. Sioni Bolnisi ist also neben dem FC Kolkheti Poti, welcher am Vortag in Zestafoni besucht wurde, ein weiterer Club der Liga, der zu dem Zeitpunkt nicht in der eigenen Stadt spielt. Der Eintritt war wie bei jedem Meisterschaftsspiel in Georgien frei. Wobei man hier sogar von Securtiy abgetastet wurde, was auch eher ungewöhnlich ist. Obwohl die Anlage an sich nicht spektakulär ist, hat man in diesem kleinen Ground wenigstens eine nette Aussicht. Rechts von der Tribüne sieht man den riesigen grünen Hügel namens Mtatsminda, welcher mit einer alten Seilbahn bedient wird. Auf den Rängen versammelten sich in etwa 500 Leute, davon waren auch zwei Fanblöcke anwesend. Aus dem 70 km entfernten Bolnisi stand so eine Dutzend Leute im Block. Bei Lokomotiv waren es in etwa 7 Leute. Bei de Gruppen gaben während dem Spiel ein paar Schlachtrufe von sich, aber das war es auch schon. 
Nach dem Schlusspfiff begaben wir uns zum nahegelegenen Supermarkt, um die Dreiviertestunde bis zum zweiten Spiel zu überbrücken.

Text/Fotos: Шаффи

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