Freitag, 19. Januar 2018

Getafe CF - Athletic Club Bilbao 2:2

La Liga 
Coliseum Alfonso Pérez 
Zuschauer: 11 457 (ca. 450 Basken)
 
Im vergangenen Jahr begann meine Winterpause so früh wie noch nie zuvor, so wurde auch so bald wie noch nie das neue Fußballjahr eröffnet. Der Resturlaub vom letzten Jahr war um das dritte Januarwochenende rum genommen und die Tour in die spanische Hauptstadt stand auf meinem Plan. In etwa zwei Wochen vor der Reise wurde der Flug mit der spanischen Gesellschaft Air Europa von Frankfurt nach Madrid für knapp über 100 Euro gebucht. Mit Ryanair wäre dies sogar noch günstiger möglich, aber durch den späten Abflug wäre bei größeren Verspätungen noch das erste Spiel am Freitagabend in Gefahr gewesen. So startete ich eben kurz vor 11 Uhr in Frankfurt und landete drei Stunden später überpünktlich im sechsgrößten Flughafen Europas Madrid-Barajas.
Nach dem mühseligen Ticketkauf am Automaten aufgrund der ewiglangen Schlangen ging es mit der Metro zur Station Chueca im Zentrum. Nicht weit davon lag auch mein Hostel Motion Chueca. Dieses stellte sich als eine totale Kloake für einen relativ stolzen Preis aus. Zwar war im Preis das Frühstück inkludiert, aber gegessen habe ich dort tatsächlich kein einziges Mal. Jeden Morgen dachte ich mir nur wie schnell wie möglich da raus zu kommen. Nun ja, da noch genügend Zeit bis zum Spiel war, lief ich durch das Zentrum mit dem Hauptziel Palacio Real sowie Almudena-Kathedrale. Die erste Mahlzeit des Tages sollte auch kommen, sodass es in die Taberna la Descubierta in der Calle Barcelona ging. Zu Essen gab es ein riesiges Stück Tortilla sowie Pan co tomate mit Sangria für insgesamt 8 Euro inklusive Trinkgeld. Super! 
Nachdem die Zeit an diesem Tag doch noch sinnvoll verbracht werden konnte, fuhr ich mit der Metro in den Süden der Stadt. Dort stieg ich dann in die Linie 12 bzw. Metro Sur um. Diese Linie bringt einen direkt in den Vorort von Madrid Getafe, wo auch der gleichnamige Erstligaclub beheimatet ist. Fußball wurde hier zwar schon vor dem zweiten Weltkrieg gespielt, doch der heutige Verein Getafe CF ist ein moderner Club, der erst 1983 gegründet wurde. Nach 20 Jahren Vereinsgeschichte schaffte es Getafe in die höchste Liga des Landes, wo der Club seit 2004 mit Ausnahme der letzten Saison beheimatet ist. Die größten Erfolge dieses jungen Vereins sind das Erreichen des Pokalfinales 2007 und 2008 sowie das Viertelfinale des UEFA Cups 2007/08, wo der spanische Club gegen den FC Bayern ausgeschieden war. Das Stadion Coliseum Alfonso Pérez in Getafe wurde erst 1998 eröffnet und weist ein Fassungsvermögen von etwa 18 000 Plätzen auf. Benannt ist es nach dem ehemaligen spanischen Nationalspieler Alfonso Pérez, der seine Karriere 2005 beendet hat und in der Stadt Getafe geboren wurde. Es ist ganz nett drinnen, vor allem durch die einzigartige Flutlichtmasten. 
Das Ticket für das heutige Spiel gegen Athletic Bilbao besorgte ich noch online – für die Hintertortribüne zahle ich stolze 35 Euro. Teilweise sind die Preise in Spanien ja echt höllisch, wobei es bei Getafe wohl auch an der Nähe zur finanziell starken Hauptstadt liegen kann. 
Auf der Heimseite auf der Sur (Süd) versammelte sich ein wirklich kleiner Fanblock einiger Supportwilliger. Die Gesänge ihrerseits waren ein Standardding und nicht wirklich erwähnenswert. Für mich jedoch nicht weiter kritisch, da ich mir von denen auch nichts erhofft habe. Auf den Gästeanhang aus dem Baskenland war ich viel mehr gespannt. Dieser war nicht nur am Gästeblock, sondern im ganzen Stadion verteilt reichlich anwesend. Die Fanszene war wohl nur mit wenigen Leute vor Ort, denn supportet hat auf Dauer nur ein überschaubarer kleiner Teil der Gästefans hinter den Zaunfahnen an der Eckfahne. Angekommen ist bei mir aber nur dann was, wenn wirklich alle Basken mitgezogen haben, was aber nur während den 90 Minuten vergleichweise selten vorkam. Wie auch im spanischen Alltag spielt die Politik auf den Stadionrängen übrigens eine große Rolle: So ist sogar eine so kleine Szene wie die Getafe beispielweise politisch rechts aufgestellt, während die Gäste aus Bilbao, wie bekannt sein dürfte, eine sehr linke Einstellung haben.
 Auf dem Rasen ging es heute dagegen schon richtig rund. Vor allem die Hausherren, die zweimal während dem Spiel zurücklagen, waren ständig am Drücken, kamen aber nicht über ein Unentschieden hinaus. So ist die Stimmung in der zweiten Hälfte durch das offensive Spiel der Hausherren auf der Heimseite deutlich besser geworden.

Text/Fotos: Шаффи

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