NOFV-Oberliga Nord
Hans-Zoschke-Stadion
Zuschauer: 173 (ca. 15 Gäste)
Beim Namen Lichtenberg werde ich nostalgisch. Am Bahnhof
Lichtenberg bin ich früher immer mit dem Nachtzug in die Ukraine abgefahren.
Wie es so oft ist, habe ich damals diese Reisemöglichkeit nicht so geschätzt
und jetzt wo kein Zug mehr aus Deutschland nach Ukraine fährt, vermisse ich
sie.
Am Bahnhof Lichtenberg angekommen erinnerte ich mich noch
kurz an früher und machte mich dann auf den Weg zum SV Lichtenberg 47. Bei
meiner Recherche war ich nicht aufmerksam genug und so stand ich 10 Minuten vor
dem Spielbeginn an irgendeinem Kunstrasen, wo die Jugend derzeit kickte.
Schnell nachgefragt und festgestellt, dass das eigentliche Stadion etwa 1 km
davon entfernt ist. Nachdem ich mich noch einmal verlaufen habe und ein Problem
am Stadioneingang ausdiskutieren musste, war ich dann 5 Minuten zu spät drin.
Aber halb so schlimm, die Mannschaften hatten sich auch verspätet und begrüßten
im Moment meines Erscheinens das Publikum. Wieder einmal eine peinliche
Zuschauerzahl an die ich mich in Berlin wohl doch gewöhnen muss. Das Stadion,
welches nach einem antifaschistischen Widerstandskämpfer benannt ist, wurde
Anfang der 50er erbaut und ist mit seinem Fassungsvermögen von ca. 10 000 das
zweitgrößte reine Fußballstadion der Hauptstadt. Größtenteils besteht es aus
mit Moos bewachsenen Stehrängen, aber auch etwa 900 neue Sitzschalen sind auf
der einen langen Seite verbaut. Übrigens ist das Stadion offiziell mit einem
Sponsorennamen sowie dem widerlichen Titel „Arena“ bezeichnet, was zu diesem
charmanten Ground in meinen Augen überhaupt nicht passt. Der Ground wäre selbst
in einer Regionalliga einer der besseren. Gastronomisch sind die hier gut
aufgestellt und dazu zu humanen Preisen. Wobei ich schon feststellen muss, dass
die Preise in Berliner Raum beim Amateurfussball ganz allgemein schon billiger
als bei uns im Süden ausfallen.
Der heutige Gastgeber ist größtenteils in seiner Geschichte
unterklassig gewesen, ein paar Mal konnte man jedoch in die zweite Liga der DDR
durchdringen und die Saison 50/51 spielten die Lichtenberger selbst in
DDR-Oberliga. Seit 2012 ist der SV Lichtenberg 47 in der Oberliga beheimatet
und mischt seitdem in der oberen Tabellenhälfte mit. Auf dem Rasen war ein
Gebolze zu sehen, sodass am Ende fairerweise auch beim 0:0 geblieben ist. Stimmungstechnisch
blieb es heute auch ruhig, wobei die Lichtenberger schon eine kleine Fanszene
zu haben scheinen.: Eine Handvoll Jungs standen nämlich hinter einer großen
Zaunfahne auf der Gegengerade.
Text/Fotos: Шаффи












