Persha Liga
Zentralstadion
Mykolaiv
Zuschauer: 2500 (11
Gäste)
Als letztes Spiel
dieser Saison stand ein Heimspiel vom ukrainischen Zweitligisten MFK Mykolaiv
auf dem Plan. Auf Grund der Nähe zu Odessa, wo ich oft zu Besuch bin, wollte
ich schon länger nach Mykolaiv fahren. Mykolaiv ist ein Verwaltungszentrum der
gleichnamigen Oblast und ist mit fast 500.000 Einwohnern der zweitgrößte Ort
der südlichen Ukraine. Zur Zeit der Sowjetunion war die Stadt noch für den
Schiffbau bekannt. Demzufolge soll es keinen wundern, dass auch der Verein
früher „Schiffbauer“ genannt war. Ich entschied mich, die Strecke von ca. 160
km nach Mykolaiv mit einer Mitfahrgelegenheit zurückzulegen. Zum gleichen Preis
ist es so einfach schneller und bequemer, als mit dem Linienbus oder
Marschrutka. Die Straßenverhältnisse sind für die ukrainischen Verhältnisse
relativ in Ordnung, deswegen dauert die Fahrt knapp über zwei Stunden.
Nach einer
Mahlzeit in einem georgischen Restaurant lief ich frühzeitig zum Stadion, um mir
ein wenig die Stadionumgebung anzuschauen. Die Stadt hat wenig Modernes und ist
teils noch in der Sowjetzeit stehen geblieben und heruntergekommen. So auch die
Gegend an der Spielstätte und dem Fluss Südlicher Bug, welcher sich in der Nähe
vom Stadion befindet. Positiv überrascht war ich von mehreren Graffitis auf dem
Stadiongelände, in der Ukraine ist dies eher selten anzutreffen. An der großen
Anzahl an Polizisten und Nationalgarde könnte der Stadionbesucher denken, dass
heute nicht Desna sondern 300 aus Warschau zu Gast sind. Für die zweite Liga
ist das Stadion mit einem Fassungsvermögen von 15.000 überdimensional, sodass
für die Heimfans nur die Haupttribüne und die Fankurve offen ist. Der Eintritt
kostet nichts, folglich gibt es leider auch keine Eintrittskarten.
Obwohl es das
letzte Spiel der Saison und für die Mannschaften das Ergebnis nicht relevant
war, war das Geschehen auf dem Platz dennoch spannend. Die beiden Fanszenen
waren die ganze erste Halbzeit über aktiv. In der zweiten Halbzeit wurde es
etwas ruhiger in den beiden Blöcken bis in der Nachspielzeit im Heimblock die
ersten Bengalos entflammten. Anschließend wurden in den nächsten zehn Minuten immer
wieder orangener Rauch gezündet. Der Heimblock verabschiedete sich so von der Mannschaft in die
Sommerpause und auch für mich war es das letzte Spiel dieser Saison.
Text/Fotos: Шаффи












