BOV Premier League
Hibernians Ground
Zuschauer: ca. 500
Da ich irgendwie in meinem Hostel schlecht schlafen konnte, ging es ganz früh raus. Heute besichtigte ich die Innenstadt von Valletta. Ich startete an der Meerespromenade. Bei strahlenden Sonnenschein hatte man einen hervorragenden Blick auf das Fort Manoel.
Ich lief weiter bis zum Fort St. Elmo. Das ist eine während der Zeit der Herrschaft des Johanniterordens erbaute Festung. Sie liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Marsamxett Harbour und dem Grand Harbour und bildet den nördlichen Abschluss der Befestigungen der maltesischen Hauptstadt Valletta.
Sie gilt als eine der historisch am besten gesicherten Städte der Welt, denn Valletta wird aus einem Ring aus Bastionen umgeben. Im Fort St. Elmo befindet sich auch das National War Museum. Die Anlagen des Forts außerhalb des Museums sind übrigens nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Weiter ging es nach einem kurzen Frühstück in einem gut sortierten Bäckerladen mit dem Großmeisterpalast, der St. John´s Co-Cathedral, dem Stadttor und dem Tritonbrunnen. Von den nahgelegenen Upper Barrakka Gardens hat man einen tollen Blick auf den Hafen, Paola, Vittoriosa mit Fort St. Angelo und der Rinella Battery in Kalkara.
Valletta ist schon eine coole Stadt, hat aber nur etwas über 5.000 Einwohnern und ist somit die kleinste EU-Hauptstadt.
Da ich nun noch ewig Zeit hatte, beschloss ich noch einen Sinnlos-Ground zu machen. In Kirkop, das direkt neben dem Flughafen liegt, sollte heute Vormittag eine Doppelveranstaltung der U19-Knock-Out-Competition der Frauen stattfinden. Das ist genau die Art von Trostlos-Veranstaltung mit der ich üblicherweise meine freie Zeit auffülle. Der Bus hielt direkt davor und der einzige Ausbau des Kirkop-Grounds bestand aus einer Terrasse.
Ich genoss zwei Bier und einen Pie und sah einen 10:0 Auswärtserfolg der Damen aus Mgarr, während am nahen Airport ein Ryanair-Flieger nach dem anderen landete.
Als ich am Busbahnhof umsteigen wollte, wurden die Niederbayern gerade vom Busfahrer aus dem auch von mir anvisierten Bus verwiesen. Die Liniennummer stimmte, aber das Ziel war wohl ein anderes. So mussten wir auf den nächsten Bus warten und kamen ins Gespräch. Nach studieren der App gestern im Nationalstadion hielt ich sie für FC Bayern-Fans, denn dort waren einige Bayern eingeloggt.
Doch die Reisegruppe bestand aus der kruden Mischung von 1x Schalke, 1x Vereinslos, 1x Austria Salzburg und 3x Szene Straubing (Eishockey), wovon ich einen der Straubinger schon einmal in Prag bei Union Zizkov getroffen hatte, ich ihn aber nicht mehr erkannt habe.
So fuhr man zusammen zum anvisierten Spiel. Wir entschieden uns für den ersten Eingang auf dem die Fans von Santa Lucia ihren Bereich hatten. Es war schon ordentlich angeflaggt, mit einem großen „Yellow Army“-Banner und verschiedenen kleineren Zaunfahnen. Eine Dame verteilte noch kleine Fähnchen der Yellow Army, wovon ich mir auch welche als Andenken schnappte.
Zum Einlaufen der Mannschaften wurden auf einer Mauer von außerhalb nacheinander zwei Töpfe orangener Rauch gezündet. Die typische Blaskappelle war natürlich auch am Start. Das war fast schon ein wahnsinnig gutes Intro. Nur mal am Rande, man ist hier auf Malta und die Erwartungen aller waren null.
Übrigens gleiches Schauspiel wie gestern am Eingang. Polizist durchsucht Rucksack und findet Bierdosen und Wasserflasche wieder nicht. Es ist also kein Problem Getränke mit rein zu schmuggeln.
Die trinkfreudigen Groundhopper-Kollegen nahmen natürlich gleich den Bierstand in Beschlag und ließen die Bierversorgung natürlich bis zum Schlusspfiff nie abreißen ! Lustige Truppe !
Nun zum Stadion, dieses entstand auf einem ehemaligen Gelände der Marine und wurde am 9. November 1986 eröffnet .Es ist die Heimstätte des Hibernians Paola Football Club und mit seinen 8.000 Plätzen das zweitgrößte Stadion des Landes.
Leider hat auch dieser Ground nur eine Tribüne. Links davon ist das Vereinsgebäude und eine paar Stufen, hinter denen der Schriftzug „Hibernians Stadium“ zu lesen ist.
Das absolute Highlight ist der Blick auf den Hafen und seine Kräne, wovon einer wie eine Giraffe lackiert ist. Dazu sieht man die Skyline Vallettas mit ihren einheitlichen Erscheinungsbild in sandfarbenen Kalkstein. Ein wahrer Augenschmaus !
Man konnte sich gar nicht satt sehen und so war das Spiel natürlich nur Nebensache. Obwohl die Blaskappelle echt top war und als „Sweet Caroline“ angestimmt wurde tobte nicht nur die Szene vom Santa Lucia FC, sondern auch die biergeschwängerten Hopper. Geil hat echt Spaß gemacht !
Der Plan meiner Kollegen sah vor zum nächsten Spiel ein Taxi zu nehmen, da man ja nur 25 Minuten hatte. Doch keines war „available“ und so checkte ich den Busfahrplan, welcher mir ein pünktliches Erscheinen im Victor Tedesco Stadium versprach.
Also war das dringendste Thema auch abgehakt und man widmete sich weiter dem Spiel, dem Ausblick, Hopperthemen und Bier !
Die ersten Ultras der Hiberinians, welche als nächstes spielten, liefen schon auf und hatten ordentlich Material dabei. So hätte es wohl ein Schnippselintro gegeben. Aber über die Spielauswahl können wir mal nicht meckern bei dem Gebotenem hier. Allerdings hätte mich auch der Auftritt der Hibernians gereizt, bezahlt hatten wir ja schon für beide Spiele.
Doch ein neuer Ground geht selbstverständlich vor !
Hätte man umgekehrt geplant wären zum Wechsel des Stadions ja nur zehn Minuten geblieben und das wäre nie und nimmer zu schaffen gewesen. War also die einzig logische Planung heute.
Text/Fotos: Pressi


















