Sonntag, 6. August 2017

Hanauer SC 1960 - 1. Hanauer FC 1893 2:3

Verbandsliga Hessen, Gruppe: Süd 
Herbert-Dröse-Stadion 
Zuschauer: 1400 

Nachdem unser anderer Autor Pressi schon mal hier in der Gruppenliga zu Besuch war und das Stadion sowie das kulinarische Angebot ihn absolut begeisterte, wollte ich auch hierhin. Mit dem Stadtderby, welches vor zwei Jahren zu einem vergleichsweise großen Spiel wurde, war ich selbstverständlich gut bedient. Der Hanauer SC 1960 war vor zwei Jahren in die (sechsklassige) Verbandsliga aufgestiegen, der älteste Verein Hessens, der 1. Hanauer FC 1893, folgte dann in der abgelaufenen Saison. Gut so, denn mit der Stadtgröße von über 90.000 Einwohnern verdient Hanau in meinen Augen schon mindestens einen Oberliga-Verein. Vor allem so ein Stadion hat es verdient, höherklassigere Spiele zu empfangen…
Das Ziel beim 1. Hanauer FC ist übrigens gleich in dieser Saison den Durchmarsch in die Hessenliga zu machen. 
Durch die kurze Entfernung von Bad Vilbel und das große Zeitpolster zwischen den beiden Spielen, war ich eine Stunde vor Beginn am Herbert-Dröse-Stadion angekommen. Herbert Dröse war neun Jahre lang ein hochverdienter Oberbürgermeister der Stadt Hanau. Das 1951 erbaute Stadion wurde dann nach seinem Tod im Jahr 1979 nach ihm benannt. Der Ground wird nicht nur vom heutigen Gastgeber, dem kurdischen Verein SC Hanau genutzt, sondern vor allem durch die relativ beliebte Football-Mannschaft Hanau Hornets. Der Traditionsverein, der ehemalige Zweitligist FC Hanau spielt seit 1999 nicht mehr in dieser geilen Anlage, sondern auf einem einfachen Sportplatz in der Kastanienallee. 
Trotz meiner frühen Ankunft war im Stadion schon einiges los. Als Erstes schaute ich an den Verkaufsständen vorbei… Diese boten heute ein paar Besonderheiten an, welche bei normalen deutschen Vereinen nicht anzutreffen sind…. Es gab das türkische Gericht Kavurma im Fladenbrot, aber vor allem der Schischaverkauf überraschte sehr. Die Preise für alles übrigens recht happig, anscheinend wollten die heutigen Gastgeber finanziell so alles aus diesem einem Spiel herausholen. Zum Beispiel: 2,50 für 0,3l Bier oder 5 Euro für Kavurma, welches zwar gut schmeckte, aber Preis-Leistungstechnisch eigentlich nichts war. 
Wie zu erwarten, lockte das heutige Spiel einige Hopper nach Hanau. Mit dem Sebastian aus Fulda kam ich dann ins Gespräch, sodass die 90 Minuten in netter Gesellschaft bequatscht wurden. Gruß an dieser Stelle! Nachdem der Anpfiff erst noch 10 Minuten nach hinten verlegt wurde und die üble Gangsta-Hymne des SC Hanau ertönte, ging es dann gegen halb sieben endlich los auf dem Rasen. Auf der Tribüne, welche etwa 900 Zuschauer fassen soll, positionierte sich auch der Block der Supporters Hanau. Obwohl das Klientel dort mir Old-school erschien, war ihr Support leider doch eher modern bzw. ultrasmäßig angehaucht. Die Kurden stellten leider keinen Fanblock, gaben nur wenige Male im Sitzen auf der Tribüne von sich zu hören. Da muss ich zugeben, dass ich mir von den Rängen heute schon etwas mehr erhofft habe, hier ist eben das Stadion klar der Star!
Auf dem Platz war dagegen doch ordentlich was geboten. Zweimal gingen die kurdischen Hausherren in Führung. Ab 52. Minuten stand es dann lange Unentschieden bis dann in der letzten Minute der Nachspielzeit die Gäste das unerwartete Entscheidungstor machten. Dann gab es auch kein Halten mehr und die Mannschaft feierte zusammen mit ihren Fans den ersten Saisonsieg...

 Text/Fotos: Шаффи