Estádio do Bessa Século. XXI
Zuschauer: 5052 (ca. 500 Gäste)
Am dritten Tag in Portugal stand
wieder Sightseeing in Porto sowie ein Fußballpiel am Abend an. Leider war das
Wetter nicht besser als am ersten Tag, sodass wir wieder den Tag unter
Dauerregen verbrachten. Dadurch, dass ich noch nie auf der iberischen Halbinsel
gewesen war, war die gesehene Architektur für mich durchaus neu und
interessant. Trotz des Schmuddelwetters fand ich die Stadt echt schön. Ich muss
auch sagen, dass sie mir persönlich mehr als Lissabon gefallen hat. Hier konnte
ich doch eher das traditionelle Portugal als in dem international geprägten
Lissabon spüren.
Am Abend ging es dann mit der
Metro ins Stadtteil Boavista, wo der gleichnamige Verein im Estádio do Bessa
seine Heimspiele austrägt. Der Ground ist einfach megageil! Es hat mit seinen
großen vier Tribünen und weiß-schwarzen Sitzschalen, welche wie ein Schachbrett
angeordnet sind, seine Einzigartigkeit und gewissen Charme. Zur Austragung der
Spiele der Europameisterschaft 2004 hat der Umbau bereits im Jahr 1998
begonnen. Die vier Tribüne wurden nach und nach fertiggestellt, bis es dann
2003 endgültig stand. Drei Gruppenspiele, u.a. Lettland – Deutschland, fanden
hier während der EM statt. Obwohl die Spiele des Boavista relativ schlecht
besucht, gehört der Verein zu den traditionellsten und ältesten im Lande.
Boavista ist beispielsweise neben Belenenses
der einzige Club außerhalb der Top 3 (Sporting, Benfica, FC Porto), welcher
Meister werden konnte. Zudem werden vom Verein ganze 16 Sportarten ausgeübt,
was auch eines der Spitzenwerte im Land darstellt. Genug mit der Geschichte! Am
Ground angekommen, sahen wir schon eine Menge Leute an den Kassen, darunter
auch ein paar Dutzend Dortmunder, welche vor ihrem Champions League Spiel noch
etwas portugiesischen Fußball schnuppern wollten. Ein Teil dieser musste sich vor
dem Stadion noch unbedingt asozial benehmen... Es kann manchmal doch echt
fremdschämend sein, auf Deutsche im Ausland zu treffen… 20 Euro kostete
übrigens das Ticket für eine beliebige Tribüne. Für uns ging es auf den
Unterrang der Gegengerade, wovon man einen guten Blick auf die beiden Fanblöcke
hat. Wobei ich im Nachhinein eher die Haupttribüne empfehlen würde, da dort
weniger los sei und man sich auch ein Bild von der Gegengerade, welche ab und
zu mitsupportet, machen könne. Der Oberrang bleibt auf den beiden langen Seiten
jeweils zu, da dieser bei den kleinen Zuschauerzahlen der Boavista unnötig ist.
Auf den Hintertortribünen im
jeweiligen Oberrang positionierten sich die beiden Fanblöcke. Auf der Heimseite
waren hinter der Panteras Negras (Schwarze Panther) Zaunfahne in etwa 700 Fans
und im Unterrang glänzten ihre zwei riesigen Blockfahnen. Auf der Gegenseite
waren etwas weniger Gäste aus Braga. Zum Anpfiff gab es bei den Hausherren
schwarzen und orangenen Rauch sowie typischen melodischen Support zu hören. Der
Rauch war dann immer wieder während dem Spiel zu sehen. Dazu wurde von Boavista
fast durchgängig kräftig supportet und, wie erwähnt, stieg auch die Gegengerade
ab und zu mit in die Gesänge ein. Während dem Spiel wurde im Heimbereich auch
ein Spruchband gezeigt, welcher sich über die fehlenden Trophäen des
Gastvereins lustig machte. Der Support-Stil der Gäste war heute dagegen eher
untypisch für Portugal. Viele Schlachtrufe und vergleichsweise wenig Gesänge.
Zum Mitmachen konnten auch nur selten über 50% der anwesenden Gäste motiviert
werden, wobei ein Teil der Gäste bis auf kurze Phasen das Spiel sogar im Sitzen
verbrachte. Der Heimblock war bei diesem Spiel insgesamt deutlich besser und somit
auch interessanter zu beobachten.















