3. Liga
Rudolf-Harbig-Stadion
Zuschauer: 27.853 (ca. 600 Gäste)
Manchmal frag ich mich ja echt was bei mir falsch läuft, da frier ich
mir Freitagabend in Schweinfurt den Arsch ab und hab am nächsten morgen
nix besseres zu tun als bei miesestem Wetter in den Osten zu fahren. Na
egal, ich bin ja nicht aus Zucker.
Ziel der Reise war die sächsische
Landeshauptstadt Dresden. Das Auto stellte ich ausserhalb auf einem
Park and Ride ab und tingelte mit der S-Bahn einmal quer durch
Elbflorenz, allzuviel habe ich leider nicht gesehen, ein Grund mit mehr
Zeit wieder zu kommen und die Stadt etwas genauer unter die Lupe zu
nehmen.
Vom Hauptbahnhof aus ging es zu Fuß weiter Richtung Stadion,
hier hörte ich bereits einige Böller und auch optisch waren einige
schicke Graffitis geboten. Da im Stadion nur mit der Dynamocard bezahlt
werden kann machte ich an einer der vielen Straßenverkäufe halt, was
auch besser für Geldbeutel und Geschmack ist. 3 Euro für eine Bratwurst
und ein Bier, da kann ich nicht meckern.
Das neue
Rudolf-Harbig-Stadion ist auch so ein steriler Neubau wie er überall
stehen könnte, am ähnlichsten sieht es dem Aachner Tivoli. Da fand ich
das alte Stadion mit den genialen Flutlichtern wesentlich cooler!
Mit knapp 28.000 Zuschauern war das Stadion heute wieder einmal sehr gut
gefüllt, schon heftig was Dresden in der 3. Liga mobilisieren kann,
solch eine Zuschauerzahl bekommen die meisten Zweitligisten nicht auf
die Reihe. Sollte Dresden irgendwann einmal den Weg zurück in die
Bundesliga finden, dann ist das Stadion definitiv zu klein.
Die
Dresdner habe ich in den letzten 2 Jahren öfter gesehen, wirklich
überzeugen konnten sie mich aber leider nie. Was allerdings nicht daran
lag, dass sie schlecht waren sondern daran, dass meine Erwartungen
einfach viel zu hoch waren. Heute allerdings fand ich den K-Block
richtig gut. Zu Beginn gab es ein Standardintro bestehend aus einer
schönen dichten Schalparade und einigen großen Schwenkern. Akkustisch
konnten mich die Dresdener komplett überzeugen, lautstark, keine großen
Pausen und hohe Mitmachquote. Sicher nicht das kreativste Liedgut, aber
das braucht es auch nicht. Auch auf neunzigminütiges Fahnengewedel wird
verzichtet, was ich positiv finde und sich vom Großteil in Deutschland
abhebt. Ansonsten gab es neben zwei Spruchbändern Richtung Aue und für
die eigenen Hools einen Böller, der Mitte der ersten Halbzeit gezündet
wurde. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt der Hausherren, mir hat es
gefallen.
Aus Münster reisten etwa 600 Gäste zum Spitzenspiel an. Im
oberen Teil des Blocks positionierten sich die Deviants während im
Mittelteil Resistente und Co zusammen trafen. Ich persönlich bin ja kein
großer Freund dieser Abspaltung, wobei es für mich als Außenstehender
wirkt als ob es wieder etwas besser geworden ist. Als Intro gab es ein
ordentliches Fahnenmeer welche auch über die gesamte Spielzeit
geschwenkt wurden. Akkustisch konnte ich sie nur selten vernehmen, was
vor allem an den lautstarken Dresdnern lag. Optisch konnten sie
jedenfalls mit hoher Mitmachquote überzeugen. Ansonsten gab es von den
Deviants noch die Antwort auf den “Peggy ist da“-Spruch (wir
berichteten) der Dresdener im Februar in Münster, seht selbst in den
Bildern. Von Resistente gab es noch ein “Scheiss DFB!“ mit den
dazugehörigen Schlachtrufen. Insgesamt ein guter, wenn auch aus meiner
Position akkustisch kaum zu vernehmender Auftritt der Münsteraner.
Fotos/Text: Harry







