2. Bundesliga
Stadion an der Alten Försterei
Zuschauer: 21 522 (2500 Gäste)
Gute sieben Jahre sind seit meinem letzten Besuch in Berlin vergangen.
Mit dem Nachtbus ging es Samstagnacht nach Berlin. Obwohl ich Union nie
zuvor gesehen habe, empfand ich schon immer Sympathie für diesen Verein.
Der Verein schafft es trotz des modernen Einflusses im Fußball sein
eigenes Gesicht zu behalten und dabei noch auf Dauer in der 2.
Bundesliga zu spielen. Auch hier wurde das Stadion umgebaut. Doch es
entstand keine sterile Arena an der Autobahn. Die neue Alte Försterei
hat immer noch ein eigenes Flair und steht an derselben Stelle, wo noch
der Vorgängerverein Union Oberschöneweide seine Spiele seit 1920
austrug.
Ganze 80% der Plätze im Stadion der Union bilden
Stehplätze, was für die 1. und 2. Bundesliga ein Spitzenwert ist.
Selbstverständlich ist dadurch auch die Atmosphäre höchstklassig.
In erster Linie war ich auf die Unterstützung gespannt, da ich schon
genug Leute von Union schwärmen gehört habe. Zu Recht! Der Stil der
Heimszene imponiert auch mir absolut. Der Support der Waldseite bestand
aus wirklich guten Liedern, sodass auch die Leute von der Gegengerade
fleißig miteingestiegen sind. Für mich steht fest, dass die Union-Lieder
viel mehr die deutsche Fankultur repräsentieren als die melodischen
Gesänge, welche aus anderen Ländern übernommen wurden.
Der
Gästeblock war heute selbstverständlich ausverkauft, die meisten Fans
durften mit dem Sonderzug aus Nürnberg gekommen sein. Zum Einlauf
präsentierten die Franken eine Choreo: Es wurden schwarze und rote
Fahnen mit dem FCN-Wappen geschwenkt und dazu der Spruch „Was auch immer
passiert wir lieben dich sowieso“. Es war zwar nichts geniales, aber
für einen Auswärtsblock geht es durchaus in Ordnung. Die meisten Szenen
machen auswärts nämlich nicht einmal das. Der Support der Gäste war
heute auch zufriedenstellend, vor allem wenn der ganze Block zum
Mitmachen animiert wurde.
Auch auf dem Platz war es an diesem
Samstag interessant. Zuerst ging der FCN mit 0:1 in Führung, zur 58
Minute stand es dann aber 3:1 für die Heimmannschaft. Schließlich konnte
der Glubb das Unentschieden von 3:3 rausholen.
Alles in allem: Ein perfektes Fußballspiel! Was braucht man mehr?
Fotos/Text: Шаффи