Stadion Bazaly
Zuschauer: 10 340 Zuschauer (25 Gäste)
Bazaly und das Andrův stadion von Sigma gehören schon zu echten Perlen in Tschechien und so wollten wir schon immer diese Stadien anschauen. Glücklicherweise wurden an diesem Wochenende die Heimspiele von Banik und Sigma jeweils am Samstag bzw Sonntag terminiert, sodass wir die beiden Grounds im Osten des Landes auf einmal besuchen konnten.
Dies machten
wir gerade pünktlich, denn die Begegnung gegen Dukla war das letzte
Spiel in Bazaly. Kommende Saison wird der Verein seine Spiele im
Městský stadion (Städtisches Stadion) im Stadtteil
Vitkovice austragen.
Eigentlich gehört der Verein zu den 5 besten seit der Gründung der tschechischen Liga, aber in den letzten
Jahren ist er stark in die untere Tabellenhälfte
abgerutscht. Normalerweise bewegt sich hier der Zuschauerschnitt um die
4.000, doch zum heutigen Spiel wurde mobil gemacht und es kamen knapp über
10.000 ins Stadion.
Überrascht wurden wir an den Kassen, da die Karten hier nur mit Angabe der Personalien verkauft wurden. Der Verkauf lief deswegen sehr zäh und auch beim Einlass wurden die Karten noch einmal mit dem Ausweis abgeglichen. In Tschechien wird diese Vorgehensweise ein Einzelfall sein.
Nachdem wir die Ankunft des Fanmarsches
beobachtet hatten, ging es ins Stadion. Im Heimblock wurde
schon beflaggt und zwar mit schönen großen Zaunfahnen und nicht im
Taschentuchformat wie oft in Deutschland zu beobachten.
Am heutigen Abend bekam die Heimszene
auch einen Besuch aus Polen. Über 250 GKS Katowice Fans, zu welchen
die Heimszene seit fast 20 Jahren eine Freundschaft pflegt, kamen, um
sich von Bazaly zu verabschieden.
Optisch war im Stadion einiges
geboten. Zur 20. Minuten präsentierte man zuerst eine Riesenchoreo
auf der Gegengerade, gegen Ende der erste Halbzeit noch eine feine
Choreo in der Fankurve. In der zweiten Halbzeit gab es dann ein
Fahnenmeer sowie mehrmals Rauch im Heimblock zu bestaunen. Lediglich
der Support war nur in den ersten 20 Minuten wirklich beachtenswert,
danach flachte es ab und kam zu sehr großen Schweigepausen. Dies lag
meiner Meinung nach einfach an fehlender Motivation, denn vor allem am
Anfang merkten wir das vorhandene Potential. Gegen SFC Opava oder
Sparta Prag geht es sicherlich ganz anders zur Sache.
6 Minuten vor Schluss begann eine große
Pyroshow über die ganze Gegengerade sowie Kurven. Gleich danach
überstiegen die Zuschauer aus allen Ecken den Stacheldrahtzaun und
stürmten den Platz. Das Spiel war abgebrochen, aber es wurde nicht
als technische Niederlage gewertet. So was wäre in Deutschland nicht
einmal in den unteren Ligen denkbar!
Die Zuschauer nahmen Abschied von
Bazaly und bereicherten sich als Erinnerung mit Sitzschalen. Auch die
Expertenrunde konnte dem nicht widerstehen...
Text/Fotos: Шаффи