Umaglesi Liga (1. Liga Georgien)
Tengiz Burjanadze Stadion
Zuschauer: 4000 (ca 40 Gäste)
Vor einigen Jahren las ich in der Zeitung, dass das Land Georgien
nach den Reformen des damaligen Präsidenten Mikheil Saakashvili
aufgeblüht ist - seitdem wollte ich dieses Kaukasus-Land besuchen.
März ist zwar keine geeignete Zeit für diese Region, doch weil ich
genau jetzt frei hatte, entschied ich mich für die Tour. Fußball stand
zwar nicht im Vordergrund bei dieser Reise, er durfte
selbstverständlich aber auch nicht fehlen und so suchte ich mir ein
Heimspiel von Dila Gori aus.
Gori ist eine Stadt 70 Kilometer
nordwestlich der Hauptstadt Tbilisi (Tiflis). Bekannt ist die Stadt als
Geburtsort des sowjetischen Diktators Josef Stalin. Hier gibt es in
seinem Geburtshaus ein Stalin-Museum, in dem sogar sein eigener
Zugwagon zu sehen ist. Im Jahr 2008 war diese Stadt infolge der
russischen Invasion für ein paar Tage eingenommen.
Zum
Fußball: Heute traf der Meisterschaftskandidat Dila Gori auf eine
Mannschaft aus dem Tabellenkeller: Torpedo Kutaisi. Noch bis vor ein
paar Jahren spielte Torpedo selbst noch oben mit, aber inzwischen ist
der Verein sehr abgerutscht. Jedoch gehört die Fanszene Torpedos neben
Dinamo Tbilisi zu den besten im Land. Die Spiele zwischen den beiden
Vereinen sind das Spektakulärste was das Land fantechnisch zu bieten
hat.
Auch heute gab es auf beiden Seiten etwas Stimmung die für
Georgien schon ganz ok war. Spielerisch war es auf dem Niveau der
deutschen 3. Liga, wobei hier nicht auf Zweikampf sondern auf Technik
gesetzt wurde. Früher galten die georgischen Spieler als „Brasilianer
der Sowjetunion“. Obwohl das Land immer noch sehr viele Talente hat,
wird nur aus wenigen was Ordentliches. Es wirkt oft so als sei die
Mentalität der Georgier wohl eher auf Feiern und nicht Zielstrebigkeit
ausgelegt.
Am Ende des Spiels gab es noch eine lustige Episode.
Bei jedem Angriff von Torpedo flog aus Angst, dass die Gegner
ausgleichen werden, immer wieder ein zweiter Ball aus dem Heimblock
auf das Spielfeld. So was ist zwar nicht ganz fair, aber doch ziemlich
witzig.
Fazit: Das Land mit seiner Kultur und Küche gefällt
mir wirklich sehr! Obwohl ich die osteuropäische Gastfreundlichkeit
schon oft erlebt habe, muss ich schon behaupten, dass Georgien schon
ein anderes Level der Gastfreundlichkeit besitzt. Bei Gelegenheit
werde ich wieder hinreisen, bloß zu einer wärmeren Jahreszeit.
Text/Fotos: Шаффи