Premier Liga
Dnipro-Arena
Zuschauer: 12 668 (ca 120 Gäste)
Nachdem ich ein Tag davor bereits die Reserven von Dnipro gegen Karpaty
angeschaut habe, ging es heute zum Spiel der Ersten Mannschaften. Das
war das erste echte Heimspiel für Dnipro diese Saison. Das Champions
League-Heimspiel gegen FC Kopenhagen wurde nämlich von Dnipropetrovsk
auf Anliegen der Dänen in die Hauptstadt der Ukraine verlegt.
Die
Dnipro-Arena wurde 2008 eröffnet. Früher war an selber Stelle bereits
ein Stadion namens Metalurg gestanden, welches aber ab Anfang der 90er
als Markt genutzt wurde. Die neue Arena war das erste Stadion, welches
in der Ukraine zur Europameisterschaft 2012 gebaut wurde. Doch die EM
fand hier im Endeffekt gar nicht statt, denn der Bau der restlichen
Infrastruktur ging in Kharkiv viel schneller voran und so wurde
Dnipropetrovsk durch die ursprüngliche Reserve Stadt Kharkiv als
EM-Spielort ersetzt.
Heute erwartete mich eine sehr gute
Begegnung, denn es trafen zwei der besten Szenen der Ukraine
aufeinander. Beide Szenen bilden mit Dynamo Kiew eine Triade der
Freundschaft, die mit der polnischen „Wielka Triada“ zu vergleichen ist.
Seit diesem Jahr ist der ukrainische Patriotismus auch hier in der
ostukrainischen Stadt Dnipropetrovsk angekommen. Früher war man hier nur
auf seine Region stolz. Doch nun ist es hier ganz anders: In keiner
anderen russischsprachigen Region ist der ukrainische Nationalismus bzw.
Patriotismus so stark wie hier. Im Stadion waren sehr viele
Nationalfahnen zu sehen und auch die Nationalhymne, die am Anfang des
Spiels gespielt wurde, wurde von vielen Zuschauern gesungen.
Die Heimfans selbst enttäuschten heute ein wenig. Keine Zaunfahnen und
die Lieder wurden nur selten angestimmt. Aber wenn sie schon loslegten,
dann war es ordentlich laut. So wie ich es verstanden habe, hatte diese
miese Stimmung mit dem Tod eines Fans, der im Krieg in Donbass gekämpft
hat, zu tun.
Aus dem 900 km entfernten Lviv waren um die 120 Fans
angereist. Diese waren im Gegensatz zur Heimtribune öfter am Supporten,
doch auf Grund Anzahl der Leute und der Entfernung zum Gästeblock konnte
ich nur selten den Text ihrer Lieder verstehen.
Fotos/Text: Шаффи