Karlovarsky Kraj Prebor
Sportovni areal Hvezda
Zuschauer: ca. 500
Bevor ich mich in den Zug setzte kaufte ich mir noch etwas zu essen und eine kleine Auswahl an Dosen tschechischer Braukunst. Die Fahrt dauerte dreieinhalb Stunden, welche mit Fanzine lesen und Bierkonsum verkürzt wurden.
Die Kreisstadt Eger an der deutschen Grenze verfügt über ein weitgehend erhaltenes mittelalterliches Zentrum mit wertvollen Bauten am Platz des Königs Podebrady.
Das Wahrzeichen des Marktplatzes ist der Spalicek (Stöckl) genannte, ungewöhnliche Komplex aus elf Kaufmannhäusern aus dem 13. Jahrhundert. Auch wenn Cheb als Festung errichtet wurde, hielt es weder den Schweden im Dreißigjährigen Krieg, noch später den Franzosen stand.
Der Landstrich wurde auch durch Ernst Mosch mit seinen Egerländer Blasmusikanten weltweit bekannt bzw. gefürchtet. Was kann ich mich an die Auftritte in meiner Jugend in irgendwelchen Sendungen erinnern, die ich dann immer mit meinen Eltern schauen mußte....ein Grauen !
Außerdem ist der Ort für den sich zwischen Cheb und der Grenze befindliche Asia-Markt bekannt, wo man von CD´s über Fake-Ware bis hin zu Crystal Meth wohl alles bekommt, was man braucht oder auch nicht.
In Cheb pünktlich angekommen, ging es zu meinem gebuchten Appartment, welches auf dem Weg zum Stadion lag. Auf Klingeln öffnete niemand und erst als einige Chinesen rauskamen konnte ich irgendwo im Keller den Vermieter ausfindig machen.
Er wußte nix von mir und meiner Buchung, behauptete er. Booking ist scheiße und er hat keinen Platz. Ich zeigte ihm die Buchung. Das hat er dauervermietet. Klar, kann man mehr mit verdienen.
Komischerweise hat er nämlich auf meinen Ein- und Auscheckwunsch geantwortet, es sei kein Problem.
Er meinte er könne mich bei einem Deutschen ins Zimmer einquartieren. Ok, besser als am Bahnhof pennen.
Da klingelte es gerade an der Tür und als der Herbergsvater öffnete, erschienen drei Hopper im Türrahmen. Sofort fragte er sie ob sie mich denn aufnehmen würden. Für sie war es kein Problem, was mir den Arsch rettete.
Im Zimmer standen dann auch 6 Betten, so das genug Platz war und er pratisch die doppelte Einnahmen generieren konnte. Meidet das Hotel Lumika. Übrigens könnten hier auch sämtliche Trash-Sendungen gedreht werden, die Einrichtung passt zu "Frauentausch" und "Hartz aber herzlich". Schöner Wohnen geht anders !
Übrigens gehören die 3 Hopper keinem der großen Ostvereine an, sondern sind aus Sondershausen. Zusammen ging man die letzten paar Meter zum Stadion, wo schon allerhand los war. Übrigens hatte einer von Ihnen von meinem morgendlichen Post aus dem Evzena Rosickeho einen Sreenshot gemacht, weil er ihm so gut gefallen hat.
Der Vorgängerverein von FK Hvězda Cheb spielte in der Tschechoslowakei als Armeesportverein eine Rolle als Ausbildungsstätte für Jugendfussballer. Der Verein wurde 1951 gegründet und stieg 1979 in die 1.Liga auf und hielt sich dort bis 1992. Als er sich selbst finanzieren musste, führten finanzielle Probleme zum Abstieg. Durch die Teilung der Tschechoslowakei 1993 stiegen sechs Mannschaften in die neue eigentständige Liga auf. Union Cheb war als Tabellenvierter dabei und in der Saison 1993/94 erreichte man mit dem vierten Platz die beste Platzierung der Vereinsgeschichte.
Doch ohne die staatliche Unterstützung konnte sich der Verein nicht am Leben halten und musste 1996 Konkurs anmelden. Man spielte insgesamt 13 Jahre in der 1.Tschechoslowakischen Liga.
2001 wurde der FK Union Cheb als Nachfolgeverein gegründet und stieg 2003 in die 4. Liga auf. 2006 folgte der Aufstieg in die 3.Liga.
Nach dem finanziellen Aus in der Saison 2008/09 spielt Union Cheb seit dem Sommer 2008 in der 5. Liga (Karlovarsky Kraj Prebor).
Seit der Saison 2011/12 tritt der Verein unter dem Namen FK Hvězda Cheb an.
Für 30 CZK betrat man mit einer schönen Eintrittskarte das Stadion. Dieses ist total verhunzt. Früher gab es mal eine Radrennbahn aussen rum. Man hat aber total unsynchron zur Tribüne einen modernen Kunstrasen in den Ground gesetzt. Ansonsten ist kein Ausbau mehr vorhanden. Aussenrum kann man ab und an noch ein paar Stufen erahnen. Um den Kunstrasen wurde auch noch an drei Seiten ein Netz hochgezogen, was den Spaß am zuschauen nochmals mindert.
Erstmal zum Bierstand und da alle motiviert waren, startete der gemeinsame Umtrunk.
Übrigens gab es hier eine Klobasa, die so riesig war, wie ich es noch nirgendwo anders gesehen habe. Leider hab ich keinen zum teilen gefunden, deswegen hab ich keine probiert. Später war das Hungergefühl auch verflogen.
Auffällig im weiten Rund viele Leute mit Banik Ostrava-Fanartikeln. Denn Cheb ist Banik-Gebiet. Klingt komisch, ist aber so !
Es soll wohl daher rühren, das die Cheber den Ostrava-Fans auf ihren Europacup-Touren ein Schlaflager angeboten haben und sich daraus eine Freundschaft entwickelte. Auch die Größte von den zwei einzigen Zaunfahnen waren von Banik. Später wurde noch von befreundeten Plauenern eine "Badkurve"-Fahne drüber gehangen.
Irgendwann tauchte auch Manu, mein Liebling-Bamberger von den "Raglos", nach ihrem Auswärtsspiel in Röslau, auf. Ihn hatte ich auch schon lange nicht mehr gesehen und so wurde die Runde nochmals erweitert. Waren echt gute und auch lustige Gespräche und das Bier lief echt rein gut bei allen.
Im Spiel schlachtete der Tabellenführer Hvězda den Lokalrivalen mit einemn deutlichen 9:0 ab ! Dabei war der FC Cheb sogar Dritter der Liga.
Support oder sonstwas wurde von Cheber-Seite aus nicht geboten und so war es fanmässig eine Enttäuschung das "Chebske Derby".
Nach Abpfiff ging es noch in die Stadionkneipe bevor man noch etwas die Stadt unsicher machte. Irgendwann gingen bei mir die Lichter aus und mir fehlt der Rest des Abends...
Grüße gehen nach Sondershausen an die drei M´s und nach Bamberg an Manu!




















