Druha Liga
Stadion Podilya
Zuschauer: 4600 (97 Gäste)
Nach dem Wochenende waren zwei
Tage fußballfrei und erst am Mittwoch stand das Spiel in Khmelnytsky auf dem
Plan. Am Ersten Mai war unsere ukrainische Reisegruppe noch zusammen mit dem
Besteigen vom höchsten Berg der Ukraine – Hoverla beschäftigt. Am Abend
verabschiedeten ich und Kviten aus Odessa uns von den Anderen und waren dann
die kommenden zwei Tage zu zweit unterwegs. Am Dienstag galt es für uns über
Chernivtsi nach Kamyanets-Podilsky zu kommen, um dort zu übernachten. Das
Wetter war dabei schon wie im Sommer – über 20 Grad und keine Wolke am Himmel.
Neben Sehenswürdigkeiten wurden in den beiden Städten selbstverständlich auch
die Stadien besucht, wobei das Stadion Bukovyna in Chernivtsi für mich schon
aus dem Jahr 2014 beim Besuch mit Chernomorets Odessa bekannt war.
Mittwochmittags starteten wir
dann aus Kamyanets-Podilsky in die Oblast-Stadt Khmelnytsky. Dort hatte ich
bereits ein paar Tage davor ein Treffen mit der ehemaligen Führungsperson der Heimszene
organisiert, sodass dieser uns mit seiner Freundin am Bahnhof mit Auto abholte
und zu seiner eigenen Pizzeria brachte. Während dem Zweiten Weltkrieg wurde die
Stadt Khmelnytsky aufgrund ihrer zentralen Lage im Land erheblich zerstört,
sodass dort fast gar keine älteren Gebäude vorhanden sind und es somit nichts
zum wirklichen Sightseeing gibt. So spazierten wir nach dem Essen nur noch ein
wenig an der neuen Flusspromenade entlang und tauschten uns ein wenig aus. Anschließend
fuhren wir dann Richtung Stadion. Bereits auf dem Weg wurde ein großer Gästemob
im Zentrum gesichtet. Später konnten wir diese noch am Stadion bei einem
Fanmarsch beobachten. Vor dem Friedenspakt der ukrainischen Szenen ist das
Spiel der Beiden, was u.a. als Podilya-Derby bezeichnet wird, ein sehr heißes
Duell gewesen. Die beiden Oblaste (Regionen) der jeweiligen Hauptstädte
Khmelnystsky und Vinnytsia grenzen aneinander und waren früher Teil der
gemeinsamen historischen Region Podilya, wodurch die Bezeichnung für das Derby
(sowie für den Vereinsnamen des heutigen Gastgebers, sein Stadion und das
benachbarte Hotel) zustande kommt. Vor einem Jahr besuchte ich dieses Duell
bereits im Rahmen der landesweiten Amateurmeisterschaft in Vinnytsia. Jetzt sind
die beiden Teams im Profifußball gelandet, sodass auch das Interesse der
Zuschauer an diesem Spiel zugenommen hat. Die offizielle Zuschauerzahl von 4600
ist für die dritthöchste ukrainische Liga eine sehr stolze Zahl. Vor allem muss
man bedenken, dass das Spiel an einem Mittwoch stattfand und sich Podilya auf
dem letzten Platz der Profiliga befindet. Anderseits ist der Eintritt, wie so
oft in der Druha Liga, auch umsonst gewesen. Die Gäste zeigten sich mit fast
100 Mann, was in der Zeit der landesweiten Krise als eine gute Zahl angesehen
werden kann. Nyva Vinnytsia ist aber auch generell nach Metalurh Zaporizhya
derzeit die am meisten auswärtsfahrende Fanszene in der dritten Liga. Trotz
längerer Supportpause in der zweiten Hälfte war das Gebotene insgesamt ebenfalls
zufriedenstellend. Der Heimblock befindet sich dagegen nach dem
Generationenwechsel noch in der Findungsphase und so war dieser leider
zahlenmäßig dem Gästeblock unterlegen. Trotzdem supporteten diese mit voller
Mitmachquote so gut wie es ging.Nach dem Spiel sollte es zu einem
Stadtmeisterschaftsspiel gehen, welches aber wie ich schon am Stadion erfahren
habe, kurzfristig auf einen anderen Tag verlegt wurde. So ging es dann mit
frischgezapftem Bier, das in 5 Liter Kanistern abgefüllt wurde, aus der
benachbarten Stadtbrauerei „nur“ noch nach Hause zu unseren neuen Freunden, wo
die Zeit bis zum Zug um 2 Uhr nachts in netter Gesellschaft überbrückt wurde.
Text: Шаффи
Fotos: Шаффи, Kviten
zum nächsten Spiel dieser Tour
























