Regionalliga Nordost
Stadion Lichterfelde
Zuschauer: 988 (ca. 300 Gäste)
Meine Zeit in Berlin läuft eigentlich schon dem Ende entgegen und so
kommen nur noch wenige Berichte aus dem Berliner Raum. Mit dem Stadion
Lichterfelde stand ein weiterer neuer Ground der Bundeshauptstadt auf
meinem Plan. Es liegt im Südwesten der Stadt im Bezirk
Steglitz-Zehlendorf und dort ist derzeit der Regionalligist FC Viktoria
beheimatet. Der FC Viktoria entstand aus der Fusion von zwei Berliner
Traditionsvereinen (BFC Viktoria und Lichterfelder FC Berlin). Der BFC
Viktoria wurde 1889 gegründet und gehörte zu seiner Zeit sogar zu den
besten Vereinen des Landes. Der LFC war nur drei Jahre jünger, kann also
auch eine lange Geschichte aufweisen. In der Saison 12/13 spielten die
beiden zusammen in der Oberliga. Viktoria war finanziell gut aufgestellt
und auf dem Weg in die Regionalliga, ganz im Gegenteil zu LFC. Viktoria
brauchte eine starke Jugendabteilung, LFC wollte seine Jugendabteilung
am Leben erhalten.
So wurde der Fusion auf beiden Seiten zugestimmt und
mit der Gründung des FC Viktoria entstand die bundesweit größte
Fußballabteilung. Mit der Regionalliga will sich der neue Club auch
nicht abfinden. Nächste Saison plant Viktoria den Aufstieg in die 3.
Liga. Damit genug vom Historischen!
Da ich zufällig zu einer Akkreditierung gekommen war, fuhr ich
frühzeitig mit dem Bus zum Stadion, um sie abzuholen. Bis zum Spiel war
noch über eine Stunde Zeit und ich hockte mich in die Stadionwirtschaft.
Auf eine Empfehlung wurde Schnitzel mit Bratkartoffeln bestellt,
welches geschmacklich überzeugen konnte. Allgemein ist die Auswahl und
das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kneipe Granate. Der Imbiss ist
zumindest von der Auswahl und vom Preisverhältnis her genauso stark. Die
Bratwürste gibt’s vom Kohlengrill und riechen tun sie auch gut. Leider
war ich schon vollgefressen und konnte sie demzufolge nicht probieren.
Das Stadion ist leider nur auf der einen Seite mit der Tribüne richtig
ausgebaut. Die Gegengerade an sich ist zugänglich, doch es ist eben kein
Ausbau vorhanden.
Zum Anpfiff stellte ich mich auf die Laufbahn
gegenüber der Tribüne, um einen perfekten Blick auf die Gäste zu sehen.
Der Support der Jenaer war durchaus hörenswert. Ich kann mich eigentlich
auch an gar keinen Einheitsbrei von denen an diesem Abend erinnern. Das
eine oder andere Lied wurde vielleicht etwas zu lang vorgetragen, aber
trotzdem ist dabei der Gesang nicht untergegangen. 1:0 zur Pause. Kurz
vor Beginn der zweiten Halbzeit, als sich schon alle auf das Spiel
vorbereiteten, ging plötzlich das Flutlicht aus. Am Anfang war es noch
ganz lustig, als der Gästeblock sich mit Pyrotechnik vergnügt und bei
voller Dunkelheit gesungen hatte. Die Pause zog sich aber weiterhin in
die Länge. Fragende Gesichter: Wie geht’s weiter? Wird es denn wieder
angepfiffen? Wie wird das Spiel gewertet? Wie sind die Regularien? Wird
nur die zweite Halbzeit nachgespielt? Und dann wurde nach fast einer
Stunde wieder Licht! Das Ganze klappte voll im richtigen Moment, denn der
Schiedsrichter hatte nur noch 5 Minuten zur Reparatur gegeben. Statt
der Viertelstunde dauerte die Pause eben 1:15. Ich bezweifle stark, dass
der Unparteiische das in Bayern so lange mitgemacht hätte. Nach 15
Minuten wäre es wohl schon abgebrochen worden. Legendär und bleibt
definitiv in Erinnerung bei all den Zuschauern. In der zweiten Hälfte
war ein nicht weniger intensives Spiel zu sehen, sodass man noch drei
Tore zu sehen bekam.
Text/Fotos: Шаффи












