Bundesliga
Ernst-Happel-Stadion
Zuschauer: 32 200 (1500 Gäste)
Die Meisten dürften sich für Nationalstadien mit Laufbahn wenig
begeistern, für mich sind solche Stadien eigentlich ganz sympathisch.
Früher waren die Spiele der Nationalmannschaft nämlich kein Event für
Konsumenten, sondern beruhten tatsächlich auf dem jeweiligen
Land-Patriotismus. Somit ist für mich ein Nationalstadion fast immer DAS
Stadion eines Landes. So wollte ich noch bevor Rapid in das neue
Stadion umzieht unbedingt ein Spiel im Ernst-Happel-Stadion sehen. Dafür
einigte sich natürlich das Wiener Derby, welches an diesem Oktober
Wochenende zum 315. Mal ausgetragen wurde. Nach dem Old Firm ist das
Duell des SK Rapids und der Austria das zweithäufigste gespielte Derby
Europas.
Auf Grund der häufigen Begegnungen der beiden Vereine, sind
Karten in dem großen Stadion kein Problem. Bei einem Fassungsvermögen
von 50 000 waren an diesem Sonntag nicht einmal 70% des Stadions
besetzt. Rapid besitzt durchaus höhere Fanbasis und so waren auf den
normalen Plätzen hauptsächlich die Grünen zu sehen.
Der Gästeblock
lag ein ganzes Stück von mir entfernt und so konnte ich vom Support der
Violetten nur sehr wenig mitbekommen. Es lag aber selbstverständlich
auch daran, dass Rapid durchgehend und laut supportete. Und die
quantitative Unterlegenheit der Austrianer war zu deutlich, um sich mit
Rapid messen zu können.
Zum Anpfiff gab es in der Ostkurve eine Choreo mit dem Spruch: „In Wien nur wir„
Auch bei den Violetten wurde etwas vorbereitet. Die Komposition war
aber ziemlich klein bzw. unpassend für den 3. Stadionrang und so wirkte
die Choreo optisch überhaupt nicht gut.
Wie schon erwähnt konnte
Rapid am heutigen Abend mit dem Support durchaus überzeugen.
Zwischendurch stieg der Support sogar von „sehr gut“ auf „überragend“.
In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit kam zum überragenden
Gesang noch eine unkoordinierte Pyroshow dazu.
Zur zweiten Halbzeit
kam eine weitere Aktion auf der Rapider Seite: Spruchband „Tod und Hass
dem FAK“ mit optischer Unterstützung der Bengalos. Eine weitere Pyroshow
der Heimszene folgte noch in der zweiten Hälfte.
Wie auch die Choreo zum Beginn wirkten alle weiteren Aktionen der Austrianer auf Grund der Entfernung einfach zu klein.
Trotzdem kann ich mich mit meinem Besuch auf jedem Fall zufrieden
geben. Vom Rapider Support habe ich schon genug gehört. Nun konnte ich
mich selbst davon überzeugen. In einem kleineren Stadion ist das Derby
bestimmt noch heißer. In der Zukunft schaue ich sicherlich im
Franz-Horr-Stadion und Weststadion bei dem Duell der Wiener Vereine
vorbei.
Fotos/Text: Шаффи