EM-Qualifikation
Stadion: Josy-Barthel-Stadion
Zuschauer: 4200 (Gästeblock: 600)
Am frühen Morgen sollte es mit dem Auto nach Luxemburg gehen.Am
Treffpunkt dann die Schocknachricht, dass dem Fahrer, der aus Hof kommen
sollte, bei Schweinfurt das Auto verreckt ist... nun erst mal den neuen
Länderpunkt in Gedanken schon abgehakt gehabt,war unser Glück das der
Fahrer einen Schutzbrief hatte und somit einen Leihwagen gestellt bekam.
So ging es mit 2 Std Verspätung endlich los. Im Auto waren mit mir noch
3 Ukrainer. Das Volk hat seit der unglaublichen Gastfreundschaft
während der EM 2012 bei mir einen Stein im Brett.
Da man gut
durchkam, konnte man das Auto noch am Hostel abparken, bevor es nun zum,
von den ukrainischen Supportern aus D., ausgerufenen Treffpunkt am
Place des Armes ging. Dort wurden Schmähgesänge auf Putin gesungen,
einer tanzte mit Putin-Maske Kasatschok und die Ukraine wurde hochleben
gelassen. Hier ging alles sehr gesittet zu: Wenn ich das mit einem
deutschen Mob vergleiche, waren auch ziemlich viele Normalos und
Familien dabei.
Kurz nach 16 Uhr begann der Marsch Richtung
Stadion, auf dem auch allerhand Pyrotechnik gezündet wurde. Rechtzeitig
am Stadion angekommen, drehte ich noch eine Runde um den Ground, während
der Rest schon rein ging und den Zaun ordentlich beflaggte. Übrigens
gab es Probleme beim Reinbringen aller Zaunfahnen, wo schwarz-rote Farbe
zu sehen war. Diese Farben wurden nämlich bei der fare als faschistisch
und diskriminierend eingestuft. Wtf?! Und zu denen, die jedoch
schwarz-rote Fahnen einschmuggeln konnten, kamen immer wieder
Sicherheitsleute und boten sie an wegzutun, was aber keiner ernst nahm
und die Security immer wieder wegschickte.
Im Stadion war dann eher
Totentanz. Ein kleiner Haufen luxemburgischer Fans versuchte sich in
Support, der Rest des Stadions bis auf den vollen Gästeblock war eher
spärlich besucht. Mindestens die Hälfte des Gästebereich bestand aus
Exilukrainern, mit ca. 200 Leuten stellten die deutschen Ukrainer wohl
den größten Anteil. Aber wie man anhand der Zaunfahnen sehen konnte,
waren auch nicht wenige Fans direkt aus der Ukraine angereist. Stimmung
war, unterstützt von einer Trommel und Megafon, auch eher mau auf
ukrainischer Seite. Zwar stets bemüht, aber der Großteil des Blockes zog
leider nicht mit, sodass es einem Kern von ca 50 Leuten vorbehalten war
für Stimmung zu sorgen. Die langen, patriotischen Fanlieder wurden
einfach von sehr wenigen mitgesungen, sodass nur das Singen der Hymne,
die kurzen Schlachtrufen und der ukrainischer Hit „Putin Khuylo“ noch
einigermaßen überzeugbar waren.
Nach einer Anfangsphase, in der die
Heimmannschaft 3 Chancen hatte, setzte sich die größere individuelle
Klasse der Ukraine durch und gewann letztendlich mit 3 Toren von Andriy
Yarmolenko. Der Wursttest mit der lokalen Mettwurst fiel überragend aus,
habe selten so eine gute Wurst gegessen, durch das labberige
Baguettebrot, das beim Reinbeissen zerfiel gibt es Abzüge und somit Note
2. Sehr zu empfehlen dazu die Sauce Andaluse.
Nach dem Spiel zog
man erst ins Hostel, wo die ukrainische Supportersgruppe aus Deutschland
das ganze mitgebrachte Proviant auspackte und an einem Tisch ausgiebig
feierte.
Mein mitgebrachter Vodka aus der Ukraine wurde zum warm up
auch noch mit Ultras Karpaty (Lviv), die per Anhalter aus der Ukraine
angereist waren, verzehrt. Dann begab sich der Großteil ins Irish Pub,
um den Klitschko-Kampf gemeinsam zu gucken. Während Zechpreller Würzburg
unterstützt von den Lviver Ultras noch für einen Kneipenbummel durch
die Stadt zogen und ihrem Namen alle Ehre machten, kein Wunder bei den
Schweinepreisen. Da merkt man doch den französischen Einfluss...
Irgendwann ging es dann zurück ins Hostel, wo der Boden unseres Zimmers
noch mit 7 Ukrainer, die sich die Übernachtungskosten sparen wollten,
belegt wurde.
Nachdem man am nächsten Morgen den Kater überstanden
und im Hostel ordentlich gefrühstückt hatte, ging es auf die
Aussichtsplattform, wo man sich noch einen Ausblick auf die schöne
dörfliche Unterstadt verschaffte.
Fotos: +++Pressi+++
Text: +++Pressi+++Experte3