Freitag, 30. März 2018

FK Meteor Praha VIII - SK Motorlet Praha 2:0


Fortuna Divize B
Fotbalový areál Libeň
Zuschauer: 145 (30-40 Hopper)

Zum dritten Mal in diesem Jahr sollte es ins Ausland gehen. Dieses Mal stand die Tschechische Republik getreu dem Motto „jedes Jahr mindestens einmal ins östliche Nachbarland“ wieder auf dem Plan. Die Osterfeiertage waren perfekt dafür geeignet, was nicht nur ich, sondern halb Deutschland realisiert hatte (dazu später mehr!) Die Preise für die Busfahrten und Hotels stiegen dementsprechend in dem Zeitraum auch gewaltig an, sodass bspw. die Busfahrt von Würzburg nach Prag von ca. 20 auf 45 Euro hochgeschraubt wurde.
Wenigstens fährt aber noch der tschechische Anbieter Studentagency, der die Fahrt am selben Tag für 35 Euro anbot, dahin. Obwohl der Bus ein dreiviertel Stunde Verspätung in Würzburg hatte, war ich dann überpünktlich um 6:30 am Morgen in der tschechischen Hauptstadt angekommen. Bis zum ersten Spiel hatte ich noch knapp unter vier Stunden, sodass ich mich kurz ins Zentrum begab. Es ist schon ganz was anderes die Straßen dieser wunderschönen Stadt total leer zu sehen. In der Wechselstube wurden dann auch die Euro nach einer sturen Verhandlung zu einem Kurs von 25 Kronen umgetauscht. Das Wechseln des Geldes ist hier übrigens eine Geschichte für sich, wie ich es jedes Mal feststelle: In Prag wird man verarscht so wie ich es zuvor nirgendwo sonst mehr gesehen habe. Nach dem Aufenthalt im Zentrum kehrte ich noch zum Bahnhof zurück, um die Karten für die anstehenden Zugfahrten zu besorgen und startete den Fußmarsch zur Spielstätte von Meteor.
Nicht ganz nah liegt das Sportovní Areál Libeň, aber aufgrund der freien Zeit und dem besten Wetter gar kein Problem. Das Stadion liegt im nördlichen Stadtteil Libeň bzw. im Bezirk Prag 8. Selbst beim Verein Meteor spiegelt sich der Stadtteil durch die römische Zahl im Namen wieder. Mit dem Gründungsjahr von 1896 ist Meteor sogar einer der ältesten Fußballvereinen der Republik. Erstklassig war der Club aber erst nur vier Saisons seiner langen Geschichte, und zwar in den 20-30ern des letzten Jahrhunderts. Derzeit spielt Meteor in der vierten Liga. Das aktuelle Stadion ist seit 1934 die Heimat des Vereins. Insgesamt eine definitiv sympathische Anlage, die durch seine schöne grün-weiße Holztribüne sowie alte Anzeigetafel eine Augenweide darstellt. Zum Anpfiff gab es für mich zum Frühstück eine Klobasa für 59 (ca. 2,30 Euro) und ein Bier für 27 Kronen (ca. 1,10 Euro). Der Preis der Wurst für tschechische Verhältnisse etwas höher als sonst, doch diese schmeckte echt super. Um es vorwegzunehmen, landete diese Wurst unter den besten von den sechs, die ich auf der Tour probiert hatte. Bei bestem Fußballwetter bewunderte neben mir das heutige Derby gegen Motorlet eine durchaus beachtliche Anzahl an deutschen Hoppern. Ich würde die Zahl locker auf 30-40 schätzen, ohne in die Groundhopper-App zu schauen. Schon sehr krass, wenn man es relational zur geringen Zuschauerzahl betrachtet! Gegen Ende der zweiten Halbzeit sprach ich zwei davon an, ob diese sich auf den Weg zum Zweitligaspiel in Ústí nad Labem machen. Wie froh ich dann war, als dies dann tatsächlich der Fall war und ich somit ein zusätzliches Spiel in mein strammes Programm bekam, könnt ihr euch natürlich selbst denken. Also weiter geht’s zum nächsten Kick!

Text/Fotos: Шаффи