Sonntag, 3. Dezember 2017

Real Club Recreativo de Huelva - Granada CF II 0:0

Segunda División B Gruppo IV
Estadio Nuevo Colombino
Zuschauer: ca. 4000 (ca. 5 Gäste) 


Als viertes und letztes Spiel meiner ersten Spanien-Tour stand das Drittligaspiel in Huelva an. Huelva eine Hafenstadt am Mittelmeer, welche auch in Andalusien liegt. Sie befindet sich in etwa 90 km von der andalusischen Hauptstadt entfernt. Die Zugverbindungen sind in Spanien vergleichsweise schwach, sodass ich dieses Mal zum Busverkehr greifen musste. Dadurch, dass der Anpfiff des Spiels auf 12:00 terminiert war, nahm ich den Bus aus Sevilla um 7:30 am Morgen. In einer Stunde war ich dann in Huelva angekommen.
Im Gegensatz zu anderen Küstenstädten ist diese Stadt wenig für Tourismus bekannt, viel größere Bedeutung haben hier die Chemieindustrie und der Handelshafen. Dazu ist der Ort auch dafür bekannt, dass von hier Christoph Kolumbus in Richtung Indien bzw. Amerika startete. Sehr schnell konnte ich die Innenstadt mit den wenigen Sehenswürdigkeiten begutachten, dafür waren selbst die drei Stunden recht viel. Anschließend ging es schon zum Estadio Nuevo Colombino, das die Heimat des Vereins Recreativo ist.
Recreativo de Huelva ist kein normaler Club, denn dieser ist mit seiner Vereinsgründung 1889 der erste spanische Fußballverein. Recreativo de Huelva, so heißt der Club übrigens erst durch die Hispanisierung des englischen Vereinsnamens seit 1903, konnte nie wirklich erfolgreich sein. Nur fünf Saisons konnte der derzeit drittklassige Recreativo in der höchsten Liga des Landes mitspielen, das letzte Mal waren die drei Spielzeiten zwischen 2006 und 2009. Die längste Zeit verbrachte der Club dagegen in der zweiten Liga (Segunda División). Der größte Erfolg war wohl der Einzug ins Finale der Copa del Rey 2002/03, bei dem die Andalusier dem RCD Mallorca mit 3:0 unterlagen.
Das Estadio Nuevo Colombino, welches ein Fassungsvermögen von fast 22 000 aufweist, wurde 2001 fertiggestellt und ersetzte das ehemalige Estadio Colombino im Zentrum. 10 Euro kostete mich die Karte für die Gol Sur (Südkurve). Für die jetzige Liga wirkt das Stadion überdimensional, aber sonst schaut es schon wirklich klasse aus. Auf drei Seiten des Stadions sind identische zweirangige, blauweiße Tribünen, die Haupttribüne hat drei Ränge und schaut gigantisch aus.
Der Fanblock der einheimischen Ultras Frente Onuba befand sich auf der Gegengerade angrenzend zur Nordkurve. Diese Gruppe ist landesweit bekannt und hat in ihrer 35-jährigen Geschichte durchaus ruhmreiche Vergangenheit. Auch mich konnten sie heute richtig überzeugen: Zuerst gab es eine kleine Choreo zum Anpfiff mit etwas Konfetti. Zudem war der Support der in etwa dreihundert Fans gut zu hören und abwechslungsreich. Es waren sowohl spanische Melodien, als auch britische Lieder zu hören. In den vier Gruppen der dritten Liga dürfte die Fanszene sicherlich zu den Besten gehören. Insgesamt bin ich dann eigentlich doch bei allen vier Spielen, die in Spanien gesehen habe, mit der Stimmung zufrieden.
Nach dem Spiel lief ich zunächst in die Innenstadt, wo in einem Restaurant die regionale Spezialität Lammkoteletts verspeist wurde. Danach mit dem Bus zurück nach Sevilla gefahren, wovon früh am nächsten Tag schon der Flieger nach Memmingen ging. 


Text/Fotos: Шаффи