Mittwoch, 22. November 2017

Athinaikos FC - AG Anargiri 1:1 (3:4 n.E.)

Kypello Elladas
Dimotiko Stadio Vyronas
Zuschauer: ca. 50

Dienstag stand leider kein Spiel an. Jetzt war endlich mal Zeit Athen zu erkunden. Recht früh ging es allein rauf zur Akropolis. Marcel und Philipp legten heute einen Gammeltag ein und waren ausser abends zum CL-Spiel vom BVB nicht aus dem Zimmer zu bewegen.
Mit den ersten Touribussen lief ich dort ein und die Kassiererin erkannte sofort das mein Studentenausweis abgelaufen ist. Gab mir aber trotzdem ein ermässigtes Ticket (10€). Efcharisto !
Das 156m hohe Kalksteinplateau der Akropolis ist der hisorische Kern der Stadt und mit seinen drei Tempeln und dem Torbau der Propylaen die größte historische und kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeit von Athen.
 
Für mich eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Europa, doch leider trüben wohl immer Gerüste und ein Kran das Bild vom Parthenon.Irgendwie wird immer was restauriert. Grandios der Ausblick von hier oben über Athen. Störend für mich wie immer, die mit Selfiestick bewaffneten Asiaten.
Danach gings für mich den Archäologischen Boulevard, der das Dionysos-Theater und das Akropolis-Museum verbindet, entlang. Man hat in Athen zig Museen,die man besichtigen kann. Ich bin ja kein Museumsfreund, nur wenn mich etwas wirklich interessiert, schau ich mir mal eins an. Ausserdem ist es ja auch eine Kostenfrage und das schöne Wetter musste ebenfalls ausgenutzt werden.
Weiter gings über die Antike Agora in das Altstadtviertel Plaka, welches mit seinen Geschäften, Cafes, Bars und Tavernen bis spät in die Nacht hinein die Touristen anlockt. Noch den Tempel des Olympischen Zeus angeschaut, ging es dann noch zum Panathenaischem Stadion.
Das auch "Marmara" genannte Stadion, bietet Platz für 50.000 Zuschauer und ist in Hufeisenform gebaut. Während der Olympiade 2004 war es Ziel des Marathonlaufs und Austragungsort der Bogenschieß-Wettbewerbe.
Es ist eine Rekostruktion eines um 330 v.Chr. angelegten und um 140 n.Chr. ganz mit penetelischem Marmor ausgekleideten Stadions.
Mittwoch gings dann endlich wieder zum Fußball. Marcel hat in mühsamen Recherchen den Kick rausgesucht. Ich hätte das Spiel nie gefunden, denn bei den griechischen Hieroglyphen bin ich komplett ausgestiegen. Hier mal ein großes Lob an ihn, auch hat er alle Verkehrsmittel und Verbindungen rausgesucht. Da wächst ein Top-Hopper heran !
Spielort war  das Stadion Vyronas im Osten Athens. Am Fuße des Bergs Imittos. Es ist in einen alten Steinbruch hineingebaut und wir dementsprechen im Griechischen auch "Damaria" genannt. 
Gebaut wurde es 1990 und gehört dem Stadtteil Vyronas, wie auch die meisten Stadion in Besitz der Stadteile sind. 
Hausherr ist hier der Athinaikos FC. Er wurde 19917 gegründet und ist Mitbegründer der Hellenic Football Federation. Spitzname des Teams ist "Lords of Byron". In Gedenken an George Gordon Byron, allgemein bekannt als Lord Byron, der für die Griechische Unabhängigkeit kämpfte und auch starb.
Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Teilnahme am Europapokal der Landesmeister. Dort trat man an, da man in der Saison 1990/91 das Finale des griechischen Pokals gegen Panathinaikos erreichte. Da PAO als Meister antrat, wurde der Platz für Athinaikos frei. Dort verlor man in der ersten Runde gegen Manchester United (0:0 und 0:2).
Das Stadion hat nur eine große Tribüne für über 4.000 Leute. Zehn Minuten vor Anpfiff fragten wir den Hausmeister ob wir denn zu Fotozwecken mal auf die Laufbahn dürften. Bei uns in Deutschland sicherlich unmöglich, schloss er uns die Tür auf und meinte nur das wir uns beeilen sollten.
Zum Anpfiff saßen wir auf der beeindruckenden Tribüne und genossen den Blick auf die Felsen des Alten Steinbruchs. Schon ein geiles Stadion und definitiv besuchenswert. Da hat der Nachwuchs-Hopper beste Arbeit geleistet !
Die Sonne brannte hoch am Firmament und ich verfluchte meine mitgenommene Winterjacke. Dosenbier auf und sich die Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen lassen...schon ein geiles Leben das man als Groundhopper führt, wenn man bedenkt das die Arbeitskollegen heute bei Schmuddelwetter daheim malochen müssen.
Unter uns waren eine Handvoll Leute, die ich den Heimfans zurechne. Sie beließen es heute bei einer kurzen Anfeurung und schauten nur das Spiel.Herrlich auch wie bei jedem Spiel, die ganzen Schimpfkanonaden. Wichtigstes griechisches Wort übrigens "Malaka". Passt immer !
In der Halbzeit holte ich mir noch einen Frappe und fragte ein paar vor uns sitzende Einheimische nach dem Namen des Gegners und in welcher Liga denn beide spielen würden.
Als abgepfiffen wurde verschwanden wir, denn wir hatten nur knapp eine dreiviertel Stunde bis wir zum Basketball im 16km entfernten Marousi sein wollten.
Leider musste Marcel am nächsten Tag feststellen, das es wohl Verlängerung und Elfmeterschiessen gab...nach weiteren Nachforschungen (Danke an https://www.facebook.com/GriechischerFussball/) stellte sich heraus das es sich hierbei um ein Pokalspiel handelte. 
Ärgerlich aber nicht zu ändern, denke wir wären sowieso verschwunden, da wir ein Youtube-Video von Marousi in einem Derby sahen, wo sie das Spielfeld stürmten und Böller warfen und nach dem Volleyball-Highlight am Montag waren wir heiß auf Randsportarten
Schnell wurde ein Taxi gefunden und pünktlich waren wir an der Halle, da wir erst um die Örtlichkeit rum mussten, bis wir den Eingang fanden, lief das Spiel schon. 
Vor der Halle drückten sich eine Handvoll Fans die Nase platt, an denen wir uns vorbei ins Halleninnere schoben. Dort stand schon die Polizei und meinte das Spiel sei unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mit viel Palaver und Zeigen von irgendwelchen Plastikkarten gelang Marcel und mir es hineinzukommen.
Da Philipp dies nicht gelang, gingen wir nach etwa fünf Minuten wieder. Ausgesperrte immer bei uns ! Wäre ohne Publikum ja sowieso eine zähe Veranstaltung geworden.
Joker war noch ein Handballspiel zwischen AEK und PAOK, das hier auch in der Ecke stattfinden sollte. Doch irgendwie war das eine Google-Ente. Wir fanden die Halle einfach nicht und natürlich wusste auch niemand den wir fragten irgendwas Brauchbares. Letzte Möglickeit wäre das Olympiagelände gewesen. Davon trennte uns aber eine Autobahn. Da ich Handball sowieso hasse, fand ich das nicht besonders schlimm.
Also gings mit dem Bus im Feierabendverkehr wieder zurück in die Stadt und dort in unsere Stammtaverne. Über die weiteren Geschehnisse dieser Nacht hülle ich mal den Mantel des Schweigens...

Text/Fotos: Pressi