Sonntag, 29. Oktober 2017

SV Tasmania Berlin - Al-Dersimspor 1:0

Berlin-Liga
Werner-Seelenbinder-Stadion
Zuschauer: ca. 150

Nach Schlusspfiff bei der DJK Schwarz Weiss Neukölln ging es erstmal zum nebenan liegenden Burger King. Dort noch schnell zwei Crispy Chicken für den 3 Kilometer langen Marsch zum Werner Seelenbinder Sportpark geschnappt.
Der liegt ebenfalls im Stadtteil Neukölln.
Der SV Tasmania Berlin wurde 1973 als SV Tasmania Neukölln gegründet und gilt als inoffizieller Nachfolgeverein des SC Tasmania 1900 Berlin. Dieser Verein dürfte wohl jedem deutschen Fussballfan als der schlechteste Bundesligist aller Zeiten bekannt sein.
Er musste als Spätfolge des Abstiegs aus der Bundesliga Konkurs anmelden.
Die Umstände der Bundesliga-Saison sind schon recht kurios. So wurde im Februar 1965 bei einer Kontrolle der Kassenbücher von Hertha BSC ein Fehlbetrag von 192.000 DM festgestellt und daraufhin wurde Hertha wegen Verstoßes gegen die finanziellen Regelungen des Bundesligastatuts aus der Bundesliga ausgeschlossen.
Ende Juni entschied der DFB zunächst, eine Aufstiegsrunde zwischen dem sportlichen Absteiger Bundesliga-Saison 1946/65 Karlsruher SC sowie Tasmania um den vakanten 16. Bundesligastartplatz der Folgesaison auszutragen. Nachdem der DFB ein Gnadengesuch von Hertha BSC am 2. Juli 1965 abgelehnt hatte und der KSC auf den 14. Platz vorrückte, erübrigte sich diese Aufstiegsrunde. 
Dieses Urteil wurde zwei Wochen später durch das DFB-Bundesgericht nach Beschwerden der Tasmania und Tennis Borussia Berlin aufgehoben. Die Bundesligavereine sprachen sich für eine Erhöhung der Liga auf 17 Mannschaften aus.
Unter anderem drängte auch der Axel-Springer-Verlag seit Anfang Juli 1965 auf die Teilnahme eines West-Berliner Vereins in der höchsten Spielklasse. Tennis Borussia als Meister der Berliner Regionalliga 1964/65 war bereits zuvor in der Aufstiegsrunde gescheitert und der zweitplazierte Verein Spandauer SV verzichtete auf den Aufstieg, so rückte der drittplatzierte Verein Tasmania Berlin als möglicher 17.Verein durch einen Entscheid des DFB nach. In Westdeutschland stieß diese Entscheidung aufgrund geringer Spielstärke der Westberliner Klubs auf harsche Kritik.
Um die Kritik zu entschärfen , erhielt der ursprüngliche Absteiger FC Schalke 04 im 14. DFV-Entscheid in Folge des Finanzskandals den 18. Startplatz für die kommende Bundesligasaison. Seitdem spielt die Bundesliga fortan mit 18 Mannschaften. Aussnahme nur die Saison 1991/92 aufgrund der Wiedervereinigung mit 20 Teams.
Wenn man das heut so liest hält man das gar nicht für möglich und denkt bei so einem Gebahren an den tiefsten Balkan oder Tschechien, wo auch mit Lizenzen gedealt wird.
Witzig am Rande, dass die Tasmania mit Hilfe des ADAC-Reiserufs einen Großteil ihres Kaders aus dem Urlaub zurück beordern musste.
Heute spielt man in der sechstklassigen Berlin-Liga und dürfte solche Probleme nicht mehr haben. 
Das Stadion hat ebenfalls zwei baugleiche Seiten. Aussen jeweils Stehplätze und in der Mitte orangene Schalensitze.
Hinter einem Tor gibts nochmal ein paar Stufen. 
Hinter beiden Geraden liegen nochmal zwei Kunstrasen-Plätze, auf einem spielten zwei Mannschafte einer Freizeit Liga...eine hieß Teerlunge.
Bei Tasmania gibts auch ein paar Schalträger, die ab und an mal was rufen, wie '"Ra Ra Ra Tasmania" oder "Tasmania Fantastica" . Ist für diese Klasse echt ok, glaub man nimmt sich auch nicht allzu ernst und hauptsache man hat Spaß.
Hier waren schon mehr Hopper zugegen als heute früh. Falls mich mal jemand sieht, man kann mich ruhig ansprechen , bin immer für ein Schwätzchen zu haben.
Der heutige Gegner BSV Al-Dersimspor kommt aus dem Stadtteil Kreuzberg und entstand im Jahre 2003 durch die Fusion der 1993 gegründeten Verein BSV Al-Spor und FC Dersimspor Berlin.
Das Spiel konnte Tasmania mit 1:0 gewinnen, die Hälfte der Zuschauer dürfte den kurdischen Gästen zuzurechnen sein.
Am Kiosk gabs zu essen wieder nur so Bockwurst, es wurde dazu eine halbe Toastbrotscheibe gereicht. 
Danke, ich verzichte lieber. Dafür gönnte ich mir ein Bier...schmeckte noch nicht so gut nach dem gestrigen Abend...
Nach dem Spiel wollte ich eigentlich noch Blau-Weiß 90 II gucken, aber da es sowieso nur zu einer Halbzeit gereicht hätte, entschied ich mich dagegen und fuhr zum Hauptbahnhof. 
Dort tobte das Chaos, lange Schlangen am Servicecenter und mein Zug nicht auf der Anzeigetafel, sondern nur Regionalzüge...da wußte ich schon grob Bescheid. 
Also holte ich mir ein Fahrgastrechte-Formular und buchte schnell noch ein Bett für die Nacht. Denn die Bahn zahlt bis 80€. Da mein Datenvolumen erschöpft war, und das dann alles ewig dauert, entschied ich mich für das gestrige Domizil "Industriepalast" . Kann ich jetzt nur empfehlen, sauber und ruhig wars. 
Vorher ging ich noch eine Kleinigkeit essen und hoffte, dass der erste Zug um 4:36 dann auch fahren würde.
Das tat er und nach Umstieg in Göttingen und einer Busfahrt vom Würzburger Hauptbahnhof, war ich dann um 9:19 an der Stechuhr.
Ist ja alles nochmal einigermaßen gut ausgegangen.

Text/Fotos: Pressi