Freitag, 6. Oktober 2017

Republic of Ireland - Moldawien 2:0

WM-Qualifikation
Landsdowne Road
Zuschauer: 47.000 (ca. 100 Gäste)

Länderspielpause sind für uns Experten ja immer Gelegenheit in tieferen Klassen zu hoppen. Da uns die Nationalmannschaften kaum interessieren.
Doch diesmal lag der Fall anders. Schon bei der Auslosung wurde der Termin in Belfast rot im Kalender angegekreuzt. Grund hierfür war das damalige Freundschaftsspiel der deutschen Elf gegen die Nordiren vor zwölf Jahren.
Welche damals mit einer Sahnetruppe besucht wurde, geflogen sind wir damals noch mit dem HSV-Supporters-Club. Der zur damaligen Zeit eigentlich immer Touren zu Länderspielen anbot. Dies ist ja durch den unsäglichen Fanclub Nationalmannschaft leider anders geworden.
Diese Tour zählt bis heute zu den besten die man gemacht hat. Also wurde sich rechtzeitig um günstige Flüge gekümmert und schon im Januar gebucht. 
Irgendwie hoffte man noch duch Beziehungen an Tickets zu kommen, was sich als Trugschluss herausstellte. Auch über den Nordirischen Verband war es aussichtslos, denn im Gegensatz zu damals ist Nordirland zu einer guten Fussballnation mutiert und so war das Stadion schnell ausverkauft. Denn die meisten Tickets gehen dort als Dauerkarte weg. Für 5 Spiele zahlt man 150 Pfund.
Nach einem Flug den man nutzte um den Alkohol-Pegel in die Höhe zu treiben, setzte man sich noch schnell ins Airport-Pub bevor man den Bus nach Belfast bestieg. Fahrzeit ist hier 2 Stunden und für 10 Pfund kommt man hin und zurück.
In Belfast erstmal Geld gezogen und in den nächsten Pub, das Robinsons. 
Dort war auch die Elite der Länderspielfahrer vor Ort und man traf auf jede Menge bekannter Gesichter. Bis auf vereinzelte Ausnahmen alle ohne Tickets angereist. So wurde bei Cider und Pints noch ein richtiger Top-Abend draus.
Da unser Hostel im Bad mit Schimmel befallen war, verzichtete man auf eine morgendliche Dusche und machte sich erstmal auf um die Murals (Wandgemälde) zu inspizieren. Es gibt tatsächlich noch das Tor zwischen dem katholischen und den protestantischen Teil Belfast, dass Abends noch verschlossen wird. Krass !
Unterwegs kehrte man immer wieder mal in ein Pub ein. In einem katholischen hatte ich meine Nordirland-Mütze auf dem Kopf ganz vergessen, als mich ein Althauer drauf aufmerksam machte, diese doch abzuziehen, sonst Rübe runter...
In Stadionnähe gings erstmal zum Nordirschen Supportersclub. Dort kam man mit einigen Nordiren ins Gespräch. Auch allerhand Fanclub Nationalmannschaft-Trottelvolk (mit Tickets) trieb sich rum. Einer mit Bauarbeiterhose und Cosy-Namensflock, als man merkte, dass sich die Nordiren drüber lustig machten, musste ich mich für ihn entschuldigen. Man will ja einen guten Eindruck hinterlassen und die Leute sollen nicht denken, dass jeder Deutsche so ein Depp ist. 
Die Zeit als man bei der Nationalmannschaft auswärts nur gute Leute traf, sind nun auch vorbei. So meinten einige im Stadion, das wäre der schlechteste deutsche Länderspielblock aller Zeiten gewesen.
Ohnehin kann ich nicht verstehen wie man Mitglied in diesem Fanclub werden kann. Diesen korrupten Verband noch zu unterstützen und Kohle abzudrücken und dann doch keine Tickets zu erhalten, weil zuviel Trottelvolk nun auch dorthin will.
Auch kann ich mich mit der Nationalmannschaft...pardon Die Mannschaft nicht mehr indentifizieren. Dann noch der komische Jogi und Bierhoff als Manager. Nein danke, auch wenn man zugeben muss, dass der Fussball gut ist, der gespielt wird.
So beschloss man aufs in Belfast stattfindende Oktoberfest zu gehen. Leider waren dort auch nur komische Leute und nach einer Maß aus Plastikkrügen und netter Unterhaltung mit zwei Mädels ging man dann in eine naheliegende Kneipe. 
Dort setzte man sich zu einer jüngeren Dame, welche auf ihren Freund und dessen Schwester wartete. Ihr Vater saß auch mit am Tisch. Ein echter Top-Lad, sogleich kam man ins Gespräch und eine Jägermeisterrunde jagte die nächste. 
Als der Rest der Familie vom Spiel kam, nahm der Abend weiter Fahrt auf und endete damit, das Allan, der Vater von Schwiegersohn und Tochter ins Auto getragen wurde. Geil !
Für uns gings am nächsten Tag mit dem Bus retour nach Dublin. Durch den geilen Vorabend ausgelaugt, kam man irgendwie den ganzen Tag nicht so recht in Fahrt. 
Gegen Abends gings zum Qualispiel der Iren , welche einen Sieg benötigten um noch Chancen auf die Qualifikation zu wahren. Von dem Spiel hab ich mir so einiges versprochen. Ging es doch um was und die Iren zählen doch zu den Sangesfreudigeren.
Gespielt wird in der 2010 neu eröffneten Landsdowne Road. Trägt jetzt natürlich einen Sponsornamen und hat eine Hufeisenform. Es besteht aus vier Rängen, ausser die Nordtribüne, welche nur aus einer einzelnen Tribüne besteht, weil Wohnhäuser neben dem Stadion liegen. Wenigstens kein Neubau auf einem Acker. Schon geil die Atmosphäre, zwischen Wohnhäusern zum Ground zu laufen. Ausserdem wird das Stadion durch einen Fluss und eine Eisenbahnlinie begrenzt. Schon gelungen für einen Neubau. Die Fassade ist verglast und das Dach ist mit einer transparenten Kunststoffhaut überzogen. 
Auch wenn von unseren Plätzen ziemlich oben die Dachkonstruktion stört. Das Stadion war leider nicht ausverkauft, selbst aus Moldawien waren ca. 100 Leute angereist.
Leider konnten die Iren nie, überhaupt etwas wie Stimmung aufkommen lassen, selbst die Nationalhymne oder das bekannte "Fields of Athenry" konnten die Atmosphäre nicht heben. Einfach eine Enttäuschung. Denke mal das die Iren auch nur gut sind, wenn sie mit 20.000 Leuten wo auswärts auftauchen und den ganzen Tag vorher gesoffen haben.
Kam mir teilweise vor wie auf dem Friedhof und man sehnte den Apfiff herbei, das war so einer der Tage wo man sich fragt, warum man so ein Hobby macht.
Nach dem Spiel ging es auch bis auf einen kleinen Absacker gleich ins Bett. Denn auch die Preise in Dublin laden nicht gerade zum hemmungslosen Zechen ein.
Weiter gings in Dublin

Text/Fotos: Pressi