Sonntag, 23. April 2017

SK Rapid Wien - FK Austria Wien 0:2

Bundesliga 
Weststadion
Zuschauer: 25 131 (ca. 1500 Austrianer)

Am Sonntagfrüh startete ich mit dem RegioJet-Bus aus Brno in die österreichische Hauptstadt, wo für mich das 321. Wiener Derby auf dem Plan stand. In Wien angekommen legte ich mein Gepäck im Schließfach am Westbahnhof ab und fuhr mit der U-Bahn zum Columbus-Platz. Übers Internet fand ich dort ein Lokal, das die in Wien beliebten Spareribs in einem guten Preis-Leistungsverhältnis anbietet. Bei meinem letzten Besuch war ich auf eine Empfehlung des Einheimischen noch im Strandcafe gelandet, aber leider befand sich dieser Laden derzeit im Umbau und so bin ich mit Columbusbräu nach einer guten Alternative fündig geworden. Anschließend ging es nach einem Zwischenhalt am Karlsplatz nach Hütteldorf.

Genau vor 40 Jahren wurde hier das damalige Weststadion mit einer Bundesliga-Partie eingeweiht. Vier Jahre später wurde das Stadion dann zu Ehren des ehemaligen Rapid-Spielers, damaligen Rekordnationalspielers und letztendlich Stadionarchitekten Gerhard Hanappi, der ein Jahr davor am Lymphdrüsenkrebs verstorben war, unbenannt. 2014 startete an der gleichen Stelle der Neubau einer modernen 0815-Arena, die nun seit letztem Jahr eröffnet ist. Die Kapazität des Stadions stieg dadurch von 18 000 auf 28 000 Plätzen. Für deutsche Verhältnisse mag die Zahl lächerlich wirken, aber im österreichischen Fußball ist dieses Fassungsvermögen vollkommen ausreichend. Wie ich es ja selbst gemerkt habe, werden sogar bei Derbys genug Tickets im freien Verkauf angeboten. Mein Platz am Rande der Haupttribüne im Sektor 1 kostete 36 Euro. Für mich zwar ein stolzer Preis, aber letztendlich waren es die besten Plätze, um sowohl Heim- als auch Gästebereich im Objektiv zu haben. Alles schien perfekt zu laufen, war es aber leider überhaupt nicht… Ausgerechnet während dem Derby musste meine Kamera das Spinnen anfangen und es blieb mir nichts anderes übrig als die Bilder mit dem Handy zu schießen. Die Qualität ist deshalb natürlich in keiner Weise vergleichbar! Dabei gab es wie erwartet ordentlich was zu sehen auf den Rängen… Der Block West startete in die Partie mit einer riesigen Choreo, welche auf den Jugendstil der Stadt hindeutete. Mit dem sogenannten Secession besitzt Wien nämlich einen eigenen Jugendstil, der sich weltweit einen Namen gemacht hat. Bei den Gästen wurde eine Blockfahne mit dem violetten Kompass in Anlehnung an das Stone-Island-Logo hochgezogen und ordentlich Rauch gezündet. Im Laufe des Spiels gab es dann noch weitere Pyroshows mit Bengalos, Rauch und Böllern bei den Austrianern. Gehör konnten sich diese aber recht selten verschaffen, was in meinen Augen auch nicht am Gegner gelegen haben könnte. Rapid drehte vergleichsweise aber auch nicht gerade durch! Der super Beginn, als sich noch die ganze Hintertortribüne am Support beteiligte, nahm sehr schnell ab. Akustisch war ich also von beiden Seiten dann doch eher enttäuscht! Einen echten Hingucker gab es noch mit der beeindruckenden Pyroshow „Gangs of Hütteldorf“ zur Beginn der zweiten Halbzeit. Anscheinend war es sogar so schön, dass der Schiri meinte das Spiel unterbrechen zu müssen :D
Auf dem Platz dominierte fast ausschließlich Austria, die Heimmannschaft konnte an diesem Nachmittag wenig entgegensetzen. So läuft aber leider schon die ganze Saison für Rapid! Tabellenmittelfeld ist sicherlich nicht das, was man als Rapidler von seinem Team gewöhnt ist und vor der Saison erwartet hat…
Übernachten dürfte dies Mal zufällig bei einem Couchsurfer, der im Wiener BVB-Fanclub aktiv ist. So war am Abend für genügend Gesprächsstoff gesorgt.

Text/Fotos: Шаффи

zum nächsten Spiel dieser Tour