Mittwoch, 26. April 2017

MFK Ružomberok - MFK Zemplín Michalovce 3:1

Super Liga
Štadión pod Čebraťom
Zuschauer: 1223

Wie schon beim Brno-Bericht erwähnt wurde, war das Hauptziel meiner Reise die Ukraine.Da ich schon immer mal über die Slowakei in die Ukraine reisen und so den Besuch in der ukrainischen Region Transkarpatien verwirklichen wollte, ging es am Montag aus Wien weiter nach Bratislava. Dort stand kein Fußball an und es galt die Zeit bis Mittwoch mit Sightseeing zu überbrücken. Dabei konnte ich aber wenigstens das Stadion Pasienky, welches zeitweise zur Heimspielstätte von Slovan geworden ist, besuchen.

Wie dem einen oder anderen bekannt sein durfte, werden die Ultras von Slovan mit diesem Stadion nicht wirklich warm, da es traditionell das Zuhause des Stadtrivalen FK Inter ist. Nächstes Jahr soll aber schon das eigene Stadion Tehelné pole fertiggestellt werden und ich hoffe, dass die Ultras Pressburg auf die Ränge zurückkehren.
Die Situation der Fanszenen in der Slowakei ist nämlich echt bescheiden, da das Land zum einen generell nicht viele Fanszenen hat, zum anderen befinden sich die beiden größten Szenen (Slovan Bratislava und Spartak Trnava) noch dazu im Boykott. Für mich wäre am Mittwoch ja der Besuch beim sogenannten slowakischen Derby in Trnava möglich, aber nachdem beide Fangruppen einen dauerhaften Boykott haben, hat es sich schnell erledigt. Aus diesem Grund startete ich am Mittwoch mit dem Zug weiter in den Osten, in die Stadt Ružomberok.
Nach Ankunft am Ziel hatte ich noch mehr als 5 Stunden bis zum Spiel. Die Stadt an sich ist recht klein und hat wenig zu bieten, doch in der Nähe gibt es das Gebirgsdorf Vlkolínec, welches aufgrund der traditionellen, originalen Holzhäusern in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Da ich genug Zeit hatte und man mit dem Linienbus eh nicht hinkommt, lief ich die 5 Kilometer vom Bahnhof bis zum Dorf zu Fuß. Wie schon erwähnt, liegt es im Gebirge und der teilweise steile, ungepflasterte Weg dahin verläuft durch einen Wald. Insgesamt war es dann ein ganz schöner Ausflug und auch die Zeit bis zum Anpfiff konnte sinnvoll verbrachten werden. 
Nachdem ich in irgendeiner Brauerei im Zentrum gegessen habe, marschierte ich zum Stadion. Dort angekommen musste ich noch eine Runde drehen, um auf die Westtribüne (Tribúna západná) zu kommen. Der Bau des Stadions in der heutigen Form begann 1998, als das alte Stadion abgerissen wurde und die erste moderne Tribüne auf der Westseite erbaut wurde. 2006 wurde dann auch noch eine ähnliche auf der anderen Seite dazu gebaut. Nun hat es ein Fassungsvermögen von 4817 Plätzen, was für die slowakischen Verhältnisse voll ausreichend ist. Faszinieren tut das Stadion einen nicht, aber das wellenförmige Dach, die Flutlichter und der 1000 Meter hohe Berg Čebrať, am Fuße dessen der Ground liegt, macht doch was her. Von der einheimischen Fanszene wurde ich relativ überrascht… Der Support war nicht nur abwechslungsreich, sondern wurde auch noch sehr geschlossen von dem kleinen Fanblock hinter der Concordia-Fahne vorgetragen. Nach dem Spiel feierten diese den Sieg noch ausgiebig mit der Mannschaft.
Nach dem Abpfiff galt es für mich, mehrere Stunden bis zum Zug der privaten Gesellschaft Leo Express Richtung Ukraine zu überbrücken.

Text/Fotos: Шаффи