Sonntag, 12. März 2017

TuS Koblenz - SV Waldhof Mannheim 0:1

Regionalliga Südwest
Stadion Oberwerth
Zuschauer: 2620 (ca.600 Waldhöfer)

Scheiss Lotte ! Eigentlich sollte hier der Bericht von SF Lotte gegen Hansa Rostock stehen und ich damit den letzten mir noch fehlenden Ground in den ersten drei Ligen machen.
Doch da die Bauern ihren Platz nicht in den Griff kriegen wurden mittlerweile zig Spiele verschoben, auch das anvisierte Spiel meines Kollegen Harry. Es kann ja immer mal ein Spiel ausfallen, aber drei innerhalb von zwei Wochen ? Sorry, das hat mit Profifussball nix zu tun. Sind ja auch noch andere Mannschaften betroffen und so wird ein ganzer Rattenschwanz draus.
Natürlich meldete sich auf mehrmalige Nachfrage ob ich mein Ticket zurückgeben kann, bis heute keiner...Hätte der Waldhof bloss damals seine Relegationsspiele gewonnen !
So fuhr ich spontan mit dem gebuchten Zug bis Siegburg und stieg dann um in den Regionalexpress nach Koblenz.
Die Rhein-Mosel-Stadt zählt ja zu den Schöneren in Deutschland.
Bei bestem Wetter ging es der Rheinpromenade entlang vorbei am Kurfürstlichen Schloss, der Festung Ehrenbreitstein zum Deutschen Eck und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Auch die Altstadt ist sehr nett, dort patrouliierten die Cops schon hektisch durch die engen Gassen.Beide Parteien mögen sich ja nicht besonders und es soll auch bei früheren Begegnungen schon Ärger gegeben haben.
Nach dem Altstadt-Bummel ging es von dort aus zu Fuss Richtung Oberwerth zum Ground.
Der TuS Koblenz geht auf den Stadtteilverein TuS Neuendorf zurück und entstand 1934.
2006-2010 spielte man sogar in der 2.Bundesliga. Spielort ist das Stadion Oberwerth.
Es liegt im gleichnamigen Stadtteil, der heute eine Halbinsel ist, nachdem man nach dem 2. Weltkrieg den südlichen Rheinarm, die Oberlache, mit Trümmerschutt aus der zerstörten Innenstadt auffüllte.
Das Stadion wurde 1920 von den Amerikanern als "Amerikaner-Stadion" errichtet und im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms der Nationalsozialisten 1934-35 ausgebaut. Damals für 30.000 Zuschauer als "Hermann-Göring-Kampfbahn". Nach dem Krieg wurde es kurzzeitig von der französischen Besatzungsarmee genutzt.
1959 wurde die damals modernste Flutlichtanlage Deutschlands eingeweiht.
Zum Zweitliga-Aufstieg wurde es renoviert und nach Abstieg in die Regionalliga wurden die Zusatztribünen auf der Gegengeraden und Südtribüne wegen hohen Kosten wieder abgebaut.
Das ist auch das einzige Manko, ansonsten gefällt mir das Stadion recht gut, hat seinen eigenen Charme und Charakter.
Die Gäste läuteten das Spiel mit einer Schalparade ein. Ich stand zwar recht weit weg, doch war der Auftitt vollkommen in Ordnung. Der Waldhof hat mich eigentlich noch nie enttäuscht. Nach dem Siegtreffer wurde nochmal ordentlich an der Lautstärke gedreht und Gas gegeben. Hoffentlich packen sie es dieses Jahr. Mannheim wäre auf jeden Fall eine Bereicherung für die 3.Liga.
Der Block 1 von Koblenz rund um das Inferno hat mir auch gut gefallen. War zwar meist auch nur die aktive Szene am Singen, aber man kann von so kleineren Szenen ja auch keine Wunderdinge erwarten. Trotzdem war die Lautstärke und Liedauswahl in Ordnung. Es wird hier eher die melodiöse Schiene gefahren
Die Koblenzer bezeichnet man als "Schängel", was ein Begriff für in Koblenz geborene Jungs (und auch Mädchen) ist und man widmete dem Schängel 1914 ein Karnevalslied, das auch vor Anpfiff gespielt wurde. Immer schön wenn man eine eigene Identiät hat und eigene Songs in das Stadionprogramm mit aufnehmen kann und nicht auf Andreas Bourani zurückgreifen muss.
Sonnenschein, schönes Stadion und zwei ordentliche Szenen. Das ist genau das was mir so an den Regionalligen gefällt. Man kann sich einigermassen frei im Stadion bewegen und auch das Catering war auch gut. Gab es doch 3-4 Arten von Würsten und noch Frikadellen. Hab zwar bei meinem Käseknacker den Käse vermisst, trotzdem hat sie mir geschmeckt.
Das Schöne an so Würsten ist ja immer...sie liegen mir so schwer im Magen, dass man den ganzen Tag noch was von hat... ;-)
Nach Spielende hatte ich noch 5 Stunden Zeit bis mein gebuchter Zug in Koblenz hält, so ging es nochmal auf einen Stadtrundgang, den man mit einem Burgermahl beschloss und schlussendlich gegen Mitternacht wieder in der schönsten Stadt der Welt eintraf.

Text/Fotos: Pressi