Samstag, 4. März 2017

SV Werder Bremen - SV Darmstadt 1898 2:0

1. Bundesliga
Weserstadion
Zuschauer: 41.000 (ca. 3000 Gäste)

Während die Kollegen sich an diesem Wochenende in Italien und beim Sofia-Derby vergnügen, zog es mich in den hohen Norden zum Abstiegskracher nach Bremen.
Knapp 2 Stunden vor Spielbeginn trudelte ich mit der Bahn in der Hansestadt ein. An einem Kiosk bewaffnete ich mich mit Bier und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Stadion. Auf diesem sah ich ein recht buntes Viertel, mit viel Graffiti, zum Teil mit Werderbezug. Dürfte alles ziemlich alternativ hier sein.
Seit 1909 wird am Osterdeich Fußball gespielt, 1926 kam die erste große Tribüne hinzu. Den Namen Weserstadion erhielt das Stadion erstmal 1930 und seit dieser Zeit spielt auch Werder hier. Von 1934 - 1945 hörte das Stadion auf den Namen Bremer Kampfbahn und diente vor allem der NSDAP, danach hieß es 2 Jahre lang IKE-Stadion und diente für amerikanische Sportarten, ehe es 1947 wieder auf den Namen Weserstadion zurückbenannt wurde. 2008 gab es den letzten großen Umbau zum reinen Fußballstadion. Innen ist das Weserstadion ganz cool, die Außenhülle dagegen finde ich optisch nicht so gelungen. Aber sowas ist ja wie überall Geschmackssache. Ziemlich einzigartig dürfte der Anreiseweg per Schiff sein, ist mir jetzt in Deutschland nicht bekannt dass es das regelmäßig gibt. Finde ich jedenfalls sehr cool!
Da es heute um so ziemlich alles für die Darmstädter ging, hatte ich die Hoffnung, dass die Heiner ordentlich mobilisierten. So fanden auch etwa 3000 Gäste den Weg in den Norden. Supporttechnisch fand ich sie auch gar nicht so schlecht. Oftmals war zwar nur der vordere Teil rund um die Ultras in Bewegung, trotzdem kam ihr Liedgut bei mir ganz ordentlich an. Lag sicherlich auch daran, dass mein Platz relativ nahe am Gästeblock war.
Die Bremer Ostkurve hörte ich dagegen leider nur sehr selten. Was allerdings nicht an der Unterstützung selber lag, sondern an den ganzen Klatschpappenaffen um mich herum, die einfach jede Stimmung brutal niederknüppelten. Ich finde diesen Dreck sowas von zum Kotzen! Optisch war der Mittelblock immer gut in Bewegung und ab und an zog auch die komplette Kurve mit, dann erreichten sie eine top Lautstärke. Optisch gab es neben viel Fahneneinsatz auch noch eine kleine Blockfahne und Konfetti zu Spielbeginn. In der Halbzeit und zu Beginn der 2. Hälfte starteten sie einen wahren Spruchbändermarathon. Bei allem blicke ich als Außenstehender sicherlich nicht durch, habe zwar so meine Vermutungen, aber die behalte ich lieber für mich.
Bremen setzte sich etwas glücklich gegen stark aufspielende Darmstädter mit 2:0 durch. Für diese dürfte es jetzt ganz schön eng werden, die Schlinge zieht sich zumindest immer enger um den Heinerhals. Ich fände einen Abstieg schon sehr schade, waren die Darmstädter doch eine wohltuende Abwechslung zu den ganzen Plastikvereinen die nach oben streben.
Nach dem Spiel ging es zu Fuß am Osterdeich entlang in die sehenswerte Bremer Altstadt, hier noch ein bisschen Sightseeing bevor es zurück zum Bahnhof ging. Kurz den Proviant aufgefrischt und ab in den ICE Richtung Heimat.

Text/Fotos: Harry