Sonntag, 12. Februar 2017

Boavista FC - Sporting Braga 1:1

Primeira Liga
Estádio do Bessa Século. XXI
Zuschauer: 5052 (ca. 500 Gäste)

Am dritten Tag in Portugal stand wieder Sightseeing in Porto sowie ein Fußballpiel am Abend an. Leider war das Wetter nicht besser als am ersten Tag, sodass wir wieder den Tag unter Dauerregen verbrachten. Dadurch, dass ich noch nie auf der iberischen Halbinsel gewesen war, war die gesehene Architektur für mich durchaus neu und interessant. Trotz des Schmuddelwetters fand ich die Stadt echt schön. Ich muss auch sagen, dass sie mir persönlich mehr als Lissabon gefallen hat. Hier konnte ich doch eher das traditionelle Portugal als in dem international geprägten Lissabon spüren.
Am Abend ging es dann mit der Metro ins Stadtteil Boavista, wo der gleichnamige Verein im Estádio do Bessa seine Heimspiele austrägt. Der Ground ist einfach megageil! Es hat mit seinen großen vier Tribünen und weiß-schwarzen Sitzschalen, welche wie ein Schachbrett angeordnet sind, seine Einzigartigkeit und gewissen Charme. Zur Austragung der Spiele der Europameisterschaft 2004 hat der Umbau bereits im Jahr 1998 begonnen. Die vier Tribüne wurden nach und nach fertiggestellt, bis es dann 2003 endgültig stand. Drei Gruppenspiele, u.a. Lettland – Deutschland, fanden hier während der EM statt. Obwohl die Spiele des Boavista relativ schlecht besucht, gehört der Verein zu den traditionellsten und ältesten im Lande. Boavista ist beispielsweise neben Belenenses der einzige Club außerhalb der Top 3 (Sporting, Benfica, FC Porto), welcher Meister werden konnte. Zudem werden vom Verein ganze 16 Sportarten ausgeübt, was auch eines der Spitzenwerte im Land darstellt. Genug mit der Geschichte! Am Ground angekommen, sahen wir schon eine Menge Leute an den Kassen, darunter auch ein paar Dutzend Dortmunder, welche vor ihrem Champions League Spiel noch etwas portugiesischen Fußball schnuppern wollten. Ein Teil dieser musste sich vor dem Stadion noch unbedingt asozial benehmen... Es kann manchmal doch echt fremdschämend sein, auf Deutsche im Ausland zu treffen… 20 Euro kostete übrigens das Ticket für eine beliebige Tribüne. Für uns ging es auf den Unterrang der Gegengerade, wovon man einen guten Blick auf die beiden Fanblöcke hat. Wobei ich im Nachhinein eher die Haupttribüne empfehlen würde, da dort weniger los sei und man sich auch ein Bild von der Gegengerade, welche ab und zu mitsupportet, machen könne. Der Oberrang bleibt auf den beiden langen Seiten jeweils zu, da dieser bei den kleinen Zuschauerzahlen der Boavista unnötig ist.
Auf den Hintertortribünen im jeweiligen Oberrang positionierten sich die beiden Fanblöcke. Auf der Heimseite waren hinter der Panteras Negras (Schwarze Panther) Zaunfahne in etwa 700 Fans und im Unterrang glänzten ihre zwei riesigen Blockfahnen. Auf der Gegenseite waren etwas weniger Gäste aus Braga. Zum Anpfiff gab es bei den Hausherren schwarzen und orangenen Rauch sowie typischen melodischen Support zu hören. Der Rauch war dann immer wieder während dem Spiel zu sehen. Dazu wurde von Boavista fast durchgängig kräftig supportet und, wie erwähnt, stieg auch die Gegengerade ab und zu mit in die Gesänge ein. Während dem Spiel wurde im Heimbereich auch ein Spruchband gezeigt, welcher sich über die fehlenden Trophäen des Gastvereins lustig machte. Der Support-Stil der Gäste war heute dagegen eher untypisch für Portugal. Viele Schlachtrufe und vergleichsweise wenig Gesänge. Zum Mitmachen konnten auch nur selten über 50% der anwesenden Gäste motiviert werden, wobei ein Teil der Gäste bis auf kurze Phasen das Spiel sogar im Sitzen verbrachte. Der Heimblock war bei diesem Spiel insgesamt deutlich besser und somit auch interessanter zu beobachten. 

Text/Fotos: Шаффи

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