Sonntag, 1. Januar 2017

FC United of Manchester - Altrincham FC 1:1

National League North
Broadhurst Park
Zuschauer: 3030 (ca. 120 Gäste)

Nach der gestrigen Silvesternacht und mit nem schweren Kater fiel das Aufstehen schwer und gerne wäre man noch liegen geblieben, doch hatten wir die Fahrt hin und zurück nach Manchester schon gebucht.
Also traf man sich um 8 Uhr am Buchanan Busbahnhof mit Carsten um den Bus gen Manchster zu besteigen. Mit 40min Verspätung rollte er endlich ein. Erstmal Scheisse gelabert und sich dann lang gemacht. Nach ca. 45 min Fahrt fuhr der Bus raus zum tanken...was normal in 5min erledigt ist, zog sich hier fast ne Stunde hin...Wahnsinn !
Als es weiterging klärte einen der Busfahrer auf,wieso und warum. Er hätte auch einfach sagen können. "Sorry I´m unable!"
So ging die geplante Pubzeit flöten und man suchte sich die Bushaltestelle an denen der Bus 181 gen Broadhurst Park fahren sollte.
Leider fährt er nicht an Weihnachten und Neujahr, also ein Taxi angehalten. Als wir verhandelten meldete sich der an der Bushaltestelle wartende FC-Bayern-Hopper aus Nürnberg, das er auch gern mitfahren würde. Super, so kann man sich wenigstens die Fahrkosten teilen.
Am neugebauten vereinseigenen Stadion schon der erwartete Hopperauflauf. War aber ja vorher schon klar. Von aussen wirkt der Ground auch eher wie ein Baumarkt.
Der FC United of Manchester wurde 2005 von den Fans des Rekordmeisters Manchester United gegründet. Grund war die Übernahme von MAnU durch den US-Unternehmer Malcolm Glazer. Mittlerweile spielt man nach mehreren Aufstiegen in der sechsten englischen Spielklasse, der Conference North.
Seit 2015 spielen die Red Rebels im 4.400 Zuschauer fassenden neugebauten, vereinseigenem Stadion Broadhurst Park.
Die Heimfans stehen auf einer Hintertorseite mit ausschliesslich Stehplätzen und rustikalen roten Wellenbrechern. Die Haupttribüne fasst nur wenige Sitzplätze und hat sonst auch einige Stehplätze zu bieten.Hinter dem anderen Tor ist nix, dort waren heute die Gästefans zu finden, streng getrennt von den Heimfans.
Auf der Gegenseite kann man auch ebenerdig stehen und dort sind viele schöne Zaunfahnen ans Wellblech geklebt. Überraschend, viele Zaunfahnen hingen im ganzen Stadion.
Ärgernis ist, das es keine Eintrittskarten gibt. Man sollte als Fanverein eigentlich wissen, das Fans auf sowas Wert legen. Sehr schwach, da sollten sie sich wohl mal eine Scheibe beim befreundeten HFC Falke abschneiden !
Stimmungsmässig fand ich es doch schon sehr enttäuschend. Hatte ja schon viel Gutes gehört, aber das heute Gebotene war eher in der Kategorie mau einzuordnen. Es machten einfach zu wenig Leute mit und wenn dann auch eher leidenschaftslos, was ja auch untypisch ist für England, denn wenn dort mal gesungen wird, dann doch meist laut und voller Inbrunst.
Aber gut, immer noch besser wie 90% in der Premier League !!!
Es gibt wohl auch n paar ultraorientierte Jungs mit Stern-Schwenkern und "Refugees Welcome"-Banner, von denen ging ausser dem gelegentlichen schwenken ihres Sternen-Banners sonst nix aus.
So war es ein ziemlich zähes Ereignis und Carsten und ich stellten uns heute mal wieder die Sinnfrage bei unserem Hobby. Wäre heute wohl besser gewesen einen Pubtag wie Dirk in Glasgow zu verbringen und einige Apfelweine zu uns zu nehmen.
Da war heute die Gier nach einem neuen Ground doch zu groß. Trotzdem ist es irgendwie geil an Neujahr Fussball zu schauen, ist bei uns in Deutschland ja nicht möglich.
In der Halbzeit ging ich unter die Fantribüne, wo es Essen und Trinken gibt und der Bereich liebevoll mit Devotionalien und Sitzgelegenheiten ausgestattet ist, schon sehr geil das Ganze !
Natürlich zog ich mir ein Bulmers Cider rein ! Läuft !
Nach Abpfiff lief man zur nächsten Bahnstation um dann zum Manchester Picadilly Bahnhof zu fahren und von dort mit dem Schienenersatzverkehr nach Preston zu gondeln. Dort hatten wir gut 3 Stunden Aufenthalt was wir zu einem gemütlichen Pubaufenthalt mit gucken des schottischen Dart-Halbfinales nutzten.
Ausserdem lief gerade ein Quiz-Abend und konnten somit unser Englisch ein bisschen aufbessern bzw. überprüfen was wir so verstehen.
Kurz vor Abffahrt des Zuges noch eine Pizza aus dem Schmierimbiss gezogen und dann zurück nach Glasgow.
Am nächsten Tag brachte mich Air France trotz Flugverlegung, Verspätung und nervigen Franzosen nach Frankfurt zurück. Hat jetzt das angespannte Verhältniss zwischen mir und Frankreich jetzt nicht unbedingt entspannt !
Wenigstens konnte der Aufenthalt in Frankreich bzw auf dem Chaos-Airport Charles de Gaulle auf ein Minimum reduziert werden.

Schottland ich komme sicher wieder !

Text/Fotos: Pressi