Sonntag, 11. Dezember 2016

HSV Barmbek-Uhlenhorst - Niendorfer TSV 2:0 n.V.

Oddset-Pokal Achtelfinale
Sportplatz Dieselstrasse
Zuschauer: 302

Mitten inne Stadt
Mitten in Barmbek
Ziel unseres Ausfluges war Montags das Böhse Onkelz Konzert, nachdem Fulda-Holgi 4 Karten klargemacht hatte, kristallisierte sich heraus das die alte Bande mal wieder komplett an den Start geht. Christian, Fulda-Holgi, Ronaldo und meine Wenigkeit. In dieser Konstellation hatten wir mit dem HSV Deutschland und Europa bereist. Ronaldo trinkt nix mehr und Christian ist jetzt Hausbesitzer und AG-Verweigerer.
Also endlich wieder mal ne Möglichkeit nach zig Jahren wieder gemeinsam was zu unternehmen.
Samstag wurde auf dem Kiez wie in früheren Zeiten ordentlich einer drauf gemacht. Wir schafften es auch mal die meisten Kneipen die wir früher besuchten zu meiden. 
Starker Abend ! Am nächsten Tag ging es nach Katerfrühstück im Schweinske raus nach Barmbek.
Der Hamburger Sportverein Barmbek-Uhlenhorst von 1923 ist ein Stadtteil-Verein und wird liebevoll BU oder "der kleine HSV" genannt.
Er spielte 1963/64 und von 1966-1975 im bezahlten Fußball, erst in der Regionalliga Nord und dann sogar in der 2.Bundesliga.
Das Zweitliga-Gastspiel endete in einem finanziellen Desaster. 
Es wurden 500.000 DM Schulden angehäuft und der Senat verweigerte eine 250.000 DM Bürgschaft. Der Verein überlebte nur dank großer Spendenbereitschaft.
Der Hamburger SV gastierte gratis, das Ernst-Deutsch-Theater stiftete 12.000 Mark und NDR-Sprecher Gert Ribatis gab eine LP "Stars singen für BU" in einer Auflage von 10.000 Stück heraus. Unter anderem singen darauf Heino, Gitte und Roberto Blanco. Darauf ist auch der Kultsong: "Mein letztes Geld" zu hören.
Mittlerweile ist der legendäre Wilhelm-Rupprecht-Platz, auch die Barmbeker Anfield genannt, Geschichte.
Das letzte Spiel fand am 31.7.2015 gegen Altona 93 statt. Auch Ur-Barmbeker Lotto King Karl gab dazu ein Abschiedskonzert.
Die Stadionfläche und das angrenzende Gelände des Opernfundus sowei weiter Kleingartenflächen wurden für den Wohnungsbau benötigt.
Nun spielt man auf dem Sportplatz an der Dieselstraße,welcher ein Kunstrasenplatz mit einer Tribüne ist. Die Mitte mit Sitzplätzen überdacht, an den Seiten Stehplätze. Hinter dem einen Tor gibts noch eine Ministufe.
Gefällt mir jetzt nicht sonderlich gut und passt zu dem spröden Arbeitercharme von BU auch eher weniger. In der Tribüne  befindet sich eine Kneipe. Eher so der Typ Lounge.
Alles in allem war die alte Anfield auf jeden Fall geiler und authentischer.
In der Kneipe gab es Holsten Edel und so war vorgezeichnet, das hier richtig einer drauf gemacht wird. 
Keine Termine und leicht einen sitzen...
Man wurde noch von hinten gefragt, ob wir den Hopper seien. Jein, war meine Antwort. 
Der Fragende stellte sich als Nils heraus, der früher auch mal bei Poptown kurz den Vorsänger machte. Sein Bruder spielt im Sturm bei BU.
Sympathischer Zeitgenosse und man konnte mit ihm das Spiel herrvoragend verlabern.
Im Spiel konnte BU in der Verlängerung noch zweimal scoren und zog in die nächste Runde ein.
Auf Barmbeker Seite war gut angeflaggt und ab und zu wurde mal was gerufen. Mehr war ja auch nicht zu erwarten und ist vollkommen ok für so ein Spiel.
Die Wurst bekommt eine glatte 2 von mir, wobei mir der Grillmeister noch seine Frikadelle ans Herz legte, welche die beste in Hamburg sein soll. Gut, wird das nächste mal probiert, sollte ich hier nochmals auflaufen.
Insgesamt herrscht hier ne schöne Atmosphäre, hat uns allen gut gefallen.

"Mein letztes Geld geb ich für Fußball aus - für Barmbek Uhlenhorst - das ist mein Verein!
Ein Tor zum Sieg für Barmbek Uhlenhorst. Und darum muss der Ball ins Tor des Gegners rein! 
Gestern nacht beim Kartenspiel, da hatte ich kein Glück.
Ich spielte hoch und hab verlorn, nur wenig blieb zurück.
Der Teufel sagte: "Spiel, mein Freund!", doch da besann ich mich.
"Mein letztes Geld bekommst Du nicht, denn das ist nicht für Dich!" 
Mein letztes Geld...
Sitzt man mal mit Freunden in dem Wirtshaus nebenan,
trinkt man Bier um Bier, mal sehn, wer mehr vertragen kann.
Dann schau ich ins Portemonnaie und weiß schon, wer gewinnt,
denn meine letzten Groschen sind nicht für den Wirt bestimmt. 
Mein letztes Geld..."

Text/Fotos: Pressi