Freitag, 2. Dezember 2016

FC Viktoria 1889 Berlin - FC Carl Zeiss Jena 2:2

Regionalliga Nordost 
Stadion Lichterfelde 
Zuschauer: 988 (ca. 300 Gäste) 

 Meine Zeit in Berlin läuft eigentlich schon dem Ende entgegen und so kommen nur noch wenige Berichte aus dem Berliner Raum. Mit dem Stadion Lichterfelde stand ein weiterer neuer Ground der Bundeshauptstadt auf meinem Plan. Es liegt im Südwesten der Stadt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und dort ist derzeit der Regionalligist FC Viktoria beheimatet. Der FC Viktoria entstand aus der Fusion von zwei Berliner Traditionsvereinen (BFC Viktoria und Lichterfelder FC Berlin). Der BFC Viktoria wurde 1889 gegründet und gehörte zu seiner Zeit sogar zu den besten Vereinen des Landes. Der LFC war nur drei Jahre jünger, kann also auch eine lange Geschichte aufweisen. In der Saison 12/13 spielten die beiden zusammen in der Oberliga. Viktoria war finanziell gut aufgestellt und auf dem Weg in die Regionalliga, ganz im Gegenteil zu LFC. Viktoria brauchte eine starke Jugendabteilung, LFC wollte seine Jugendabteilung am Leben erhalten.
So wurde der Fusion auf beiden Seiten zugestimmt und mit der Gründung des FC Viktoria entstand die bundesweit größte Fußballabteilung. Mit der Regionalliga will sich der neue Club auch nicht abfinden. Nächste Saison plant Viktoria den Aufstieg in die 3. Liga. Damit genug vom Historischen!
Da ich zufällig zu einer Akkreditierung gekommen war, fuhr ich frühzeitig mit dem Bus zum Stadion, um sie abzuholen. Bis zum Spiel war noch über eine Stunde Zeit und ich hockte mich in die Stadionwirtschaft. Auf eine Empfehlung wurde Schnitzel mit Bratkartoffeln bestellt, welches geschmacklich überzeugen konnte. Allgemein ist die Auswahl und das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kneipe Granate. Der Imbiss ist zumindest von der Auswahl und vom Preisverhältnis her genauso stark. Die Bratwürste gibt’s vom Kohlengrill und riechen tun sie auch gut. Leider war ich schon vollgefressen und konnte sie demzufolge nicht probieren. Das Stadion ist leider nur auf der einen Seite mit der Tribüne richtig ausgebaut. Die Gegengerade an sich ist zugänglich, doch es ist eben kein Ausbau vorhanden. 
Zum Anpfiff stellte ich mich auf die Laufbahn gegenüber der Tribüne, um einen perfekten Blick auf die Gäste zu sehen. Der Support der Jenaer war durchaus hörenswert. Ich kann mich eigentlich auch an gar keinen Einheitsbrei von denen an diesem Abend erinnern. Das eine oder andere Lied wurde vielleicht etwas zu lang vorgetragen, aber trotzdem ist dabei der Gesang nicht untergegangen. 1:0 zur Pause. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit, als sich schon alle auf das Spiel vorbereiteten, ging plötzlich das Flutlicht aus. Am Anfang war es noch ganz lustig, als der Gästeblock sich mit Pyrotechnik vergnügt und bei voller Dunkelheit gesungen hatte. Die Pause zog sich aber weiterhin in die Länge. Fragende Gesichter: Wie geht’s weiter? Wird es denn wieder angepfiffen? Wie wird das Spiel gewertet? Wie sind die Regularien? Wird nur die zweite Halbzeit nachgespielt? Und dann wurde nach fast einer Stunde wieder Licht! Das Ganze klappte voll im richtigen Moment, denn der Schiedsrichter hatte nur noch 5 Minuten zur Reparatur gegeben. Statt der Viertelstunde dauerte die Pause eben 1:15. Ich bezweifle stark, dass der Unparteiische das in Bayern so lange mitgemacht hätte. Nach 15 Minuten wäre es wohl schon abgebrochen worden. Legendär und bleibt definitiv in Erinnerung bei all den Zuschauern. In der zweiten Hälfte war ein nicht weniger intensives Spiel zu sehen, sodass man noch drei Tore zu sehen bekam. 

 Text/Fotos: Шаффи