Samstag, 26. November 2016

SV Lichtenberg 47 - SV Germania 90 Schöneiche 0:0


NOFV-Oberliga Nord
Hans-Zoschke-Stadion
Zuschauer: 173 (ca. 15 Gäste)

Beim Namen Lichtenberg werde ich nostalgisch. Am Bahnhof Lichtenberg bin ich früher immer mit dem Nachtzug in die Ukraine abgefahren. Wie es so oft ist, habe ich damals diese Reisemöglichkeit nicht so geschätzt und jetzt wo kein Zug mehr aus Deutschland nach Ukraine fährt, vermisse ich sie.
Am Bahnhof Lichtenberg angekommen erinnerte ich mich noch kurz an früher und machte mich dann auf den Weg zum SV Lichtenberg 47. Bei meiner Recherche war ich nicht aufmerksam genug und so stand ich 10 Minuten vor dem Spielbeginn an irgendeinem Kunstrasen, wo die Jugend derzeit kickte.
Schnell nachgefragt und festgestellt, dass das eigentliche Stadion etwa 1 km davon entfernt ist. Nachdem ich mich noch einmal verlaufen habe und ein Problem am Stadioneingang ausdiskutieren musste, war ich dann 5 Minuten zu spät drin. Aber halb so schlimm, die Mannschaften hatten sich auch verspätet und begrüßten im Moment meines Erscheinens das Publikum. Wieder einmal eine peinliche Zuschauerzahl an die ich mich in Berlin wohl doch gewöhnen muss. Das Stadion, welches nach einem antifaschistischen Widerstandskämpfer benannt ist, wurde Anfang der 50er erbaut und ist mit seinem Fassungsvermögen von ca. 10 000 das zweitgrößte reine Fußballstadion der Hauptstadt. Größtenteils besteht es aus mit Moos bewachsenen Stehrängen, aber auch etwa 900 neue Sitzschalen sind auf der einen langen Seite verbaut. Übrigens ist das Stadion offiziell mit einem Sponsorennamen sowie dem widerlichen Titel „Arena“ bezeichnet, was zu diesem charmanten Ground in meinen Augen überhaupt nicht passt. Der Ground wäre selbst in einer Regionalliga einer der besseren. Gastronomisch sind die hier gut aufgestellt und dazu zu humanen Preisen. Wobei ich schon feststellen muss, dass die Preise in Berliner Raum beim Amateurfussball ganz allgemein schon billiger als bei uns im Süden ausfallen.
Der heutige Gastgeber ist größtenteils in seiner Geschichte unterklassig gewesen, ein paar Mal konnte man jedoch in die zweite Liga der DDR durchdringen und die Saison 50/51 spielten die Lichtenberger selbst in DDR-Oberliga. Seit 2012 ist der SV Lichtenberg 47 in der Oberliga beheimatet und mischt seitdem in der oberen Tabellenhälfte mit. Auf dem Rasen war ein Gebolze zu sehen, sodass am Ende fairerweise auch beim 0:0 geblieben ist. Stimmungstechnisch blieb es heute auch ruhig, wobei die Lichtenberger schon eine kleine Fanszene zu haben scheinen.: Eine Handvoll Jungs standen nämlich hinter einer großen Zaunfahne auf der Gegengerade.

Text/Fotos: Шаффи