Sonntag, 6. November 2016

SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo 1:2

Regionalliga Nordost
Karl-Liebknecht-Stadion
Zuschauer: 2851 (ca. 500 BFCler)

Mit einem Augsburger Pärchen plante ich für den Sonntag den Besuch beim SV Babelsberg 03 ein. Da Potsdam uns allen drei weitgehend unbekannt war ging es frühzeitig in die Landeshauptstadt Brandenburgs, um sich noch einige Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ich muss sagen, dass die Stadt ein paar besonders schöne Ecken hat. Auf Grund der kaiserlichen Vergangenheit Potsdams ist die Architektur größtenteils prachtvoll gehalten. Aber hier soll es ja um Fußball gehen und so ging es nach dem Sightseeing zu Fuß in das größte Stadtviertel Potsdams - Babelsberg.
Hier am Rande des Babelsberger Parks liegt das Karl-Liebknecht-Stadion (auch als Karli bezeichnet). Karl Liebknecht war weder aus Potsdam noch Fan des Vereines. Der Grund dieser Benennung liegt viel mehr im Politischen: Dem marxistischen Politiker Liebknecht gelang es 1912 über den Kaiserwahlkreis (Potsdam-Spandau-Osthavelland) als SPD-Abgeordneter in den Reichstag einzuziehen. Der Ground muss früher bestimmt gut gewesen sein, aber diese neue Hintertortribüne in der Ostkurve zerstört seinen Charme deutlich. Einzigartig bleiben hier immer noch die einklappbaren Flutlichtmasten. Dies ist auf den benachbarten Park, der zum Weltkulturerbe gehört, zurückzuführen. Mit einer derartigen Konstruktion konnte gesichert werden, dass die Sicht vom Flatowturm auf die Stadt geschützt bleibt.
BFC Dynamo ist eine der drei Fanszenen dieser Liga, welche durch die andere politische Einstellung der Fans eine gewisse Brisanz ins Karli bringt. So waren wir gespannt, was heute zu sehen bzw. zu hören sein wird. Es blieb aber weitgehend ruhig. Die gegenseitigen Provokationen waren nur minimal vorhanden. Die Stimmung seitens Dynamo war insgesamt noch schlechter als erwartet. Bis zum Tor in der 83. Minute unterstützen in etwa zwei Dutzend Berliner ab und zu ihre Mannschaft. Bei der Masse der BFCler war es somit fast nichts. Dann als der Ausgleich fiel, wurde der ganze Gästeblock aktiv und zog es wirklich gut bis zum Schlusspfiff durch. Da fiel mir gleich der englische Klassiker „You only sing when you are winning“ ein.
Der Heimblock um Filmstadt Inferno und ihr Umfeld überraschten uns an diesem Sonntag. Die Jungs konnten fast durchgängig mit einer hohen Mitmachquote und lautem Support überzeugen. Wobei, wie wir später gesagt bekommen haben, erwischten wir einfach nur einen guten Tag der FI. Einen anderen Stimmungsblock gibt es im Karli nicht mehr. Vor ca. 3 Jahren gab es im Ostblock die „Ultras Babelsberg“, welche aber nicht mehr als Gruppe im Stadion auftreten. Die, wie der Name schon sagt, sportlichen Jungs von „Sportlich elegant“ sind zwar immer noch im Stadion vertreten, fallen jetzt aber auch nicht durch Zaunfahnen oder Support auf. Somit steht für einen supportwilligen Babelsberger nur die sogenannte Nordkurve (Gegengerade) zur Wahl. Es soll also durch die Bilder nicht ein Eindruck entstehen, dass FI eine so große Gruppe stellt.
Wie so oft gab es bei diesem Spiel auch ein paar Originale. Dies Mal blieben aber vor allem zwei etwa 7 Jahre alte BFCler in Erinnerung. Diese standen zufälligerweise neben der SE auf der Haupttribüne und „provozierten“ die FI auf der Gegenseite mit „Arbeit macht frei Babelsberg Nulldrei, ihr seid scheiße wie der FCU“ etc. Ihr könnt euch also denken wie die Väter der beiden drauf sind :D
Nach dem Spiel folgten wir der Einladung der Babelsberger auf ein Bier. Nach ein paar Stunden in einer idyllischen Eckkneipe auf dem Kiez ging es dann auch schon wieder mit der S-Bahn heim nach Berlin.

Text/Fotos: Шаффи