Sonntag, 20. November 2016

1. FC Union Berlin - VfB Stuttgart 1:1


2. Bundesliga
Stadion an der Alten Försterei
Zuschauer: 22 012 Zuschauer (ca. 2300 Schwaben)

Im Januar 1966 wurde der 1. FC Union Berlin gegründet. Das Ziel war eine Alternative zu den systemtreuen Clubs wie ASK Vorwärts (Militär) und SC Dynamo Berlin (Stasi) einen guten zivilen Verein in Berlin zu schaffen. In der Zeit bis zur Wiedervereinigung mussten die Unioner oft genug mit Benachteiligung und Ungerechtigkeit kämpfen. Obwohl Dynamo ständig Meister wurde, blieb der FCU zuschauertechnisch dennoch die Nummer Eins der Stadt. Es entstand ein Kult um den Verein aus Köpenick, welcher bis heute noch bestehen bleibt.
Nach drei Wochen in der Bundeshauptstadt stand endlich ein Heimspiel des 1. FCU auf dem Programm. Im Vorfeld musste ich meine Eintrittskarte über Kontakte besorgen lassen. Denn erstens kam mit VfB ein jahrelanger Bundesligist an die Alte Försterei, zweitens ist es hier aufgrund der erfolgreich laufenden Spielzeit doch schwer geworden an Karten zu kommen. Zuletzt ist hier ein Stadionumbau ins Gespräch gekommen. Vor allem beim Aufstieg in die Bundesliga wäre es ja leider schon eine Anforderung des Verbandes. Einerseits will ich schon diesen sympathischen Club in der 1. Liga sehen, aber anderseits ist die Gefahr einfach zu groß an dieser Stelle einen 0815 Club zu bekommen. Wie ich es aus dem Infoblatt des Wuhlesyndikat entnehmen kann, geht es den Jungs genauso. Ein schweres Thema jedenfalls… Das Stadion in seinem heutigen Zustand ist eben geil. Hier fühlt jeder noch den puren Fußball ohne Schickimicki wie es früher überall mal gewesen sein soll.
Zum Anpfiff gab es im Gästeblock eine Choreo zum 10-Jahresjubiläum der Ultras-Gruppe Schwaben-Kompanie zu sehen. Diese war wirklich gut gelungen. Von der Stimmung her war die erste Halbzeit bis auf ein paar Momente eher ein Mittelding bei beiden Fanszenen. In der zweiten Hälfte wurde der Support, passend zum Spielverlauf, besser auf der Heimseite. In der 60. Minute konnten die Berliner nämlich ausgleichen und verbrachten auch den Rest des Spiels im Angriff. Als in der Schlussviertelstunde dann die Waldseite mit der Gegengerade geschlossen „dem Morgengrauen entgegen…“ durchzog, war das wahre Gesicht der Alten Försterei zu sehen. So hatte ich Union schon in Erinnerung!

Text/Fotos: Шаффи