Sonntag, 2. Oktober 2016

VfB Oldenburg - VfB Lübeck 3:0

Regionalliga Nord
Stadion am Marschweg
Zuschauer: 1908 (ca. 70 Gäste)

Fußballmäßig war ich im Norden des Landes bis jetzt sehr wenig unterwegs, sodass ich mich bei jeder Fahrt dahin besonders freue. Bis auf ein paar Ausnahmen ist die Regionalliga Nord fantechnisch richtig schwach und deswegen war das Oldenburger Heimspiel gegen VfB Lübeck auf Grund der unterschiedlichen politischen Einstellung der beiden Fanszenen ganz reizend für mich.
So ging es recht früh mit dem Zug in die größte Fahrradstadt des Landes. Da ich relativ bald in Oldenburg ankam, schaute ich mir die Innenstadt und den Schlossgarten an. So wirklich schön ist es nicht und viel zu sehen gibt es auch nicht, aber da gibt es auch viel schlimmere Ecken in Deutschland. Aus dem Schlossgarten lief ich dann zum Stadion, welches direkt an den Garten angrenzt.
 Als einer den ersten Zuschauer betrat ich den Ground eine Stunde vor Spielbeginn. Ein Teil der Lübecker war schon im Gästeblock anwesend. Diese kümmerten sich um das Aufhängen der Zaunfahnen. 30 Minuten später zeigte sich auf der Gegengerade im Block J auch eine Gruppe der Oldenburger, welche ihre 15 Meter lange Zaunfahne aufzuhängen begann. Ein paar Gäste reagierten gleich mit Juden-Schmähungen, Oldenburg ließ sich aber nichts anmerken. 
 Zu Spielbeginn gab es dann wieder provokative Gesänge seitens der Fans aus der Marzipanstadt. In der ersten Halbzeit zogen die Lübecker ihr Ding durch und lieferten einen ordentlichen Support, an welchem sich in etwa die Hälfte der angereisten Gäste beteiligte. Im Gegensatz zur eigenen Mannschaft, welche auf dem Platz dominierte und mit 2:0 in die Pause ging, war der Oldenburger Block supporttechnisch weniger gut. Nach dem zweiten Tor amüsierten mich ein paar Helden aus dem Gästeblock, diese bestiegen den Zaun und pöbelten mit einer kleinen Nationalfahne wiedermal gegen die Heimfans.
 Anfang der zweiten Halbzeit haben die Lübecker plötzlich ihre Fahnen abgehängt und verließen zum großen Teil ihren Block. Nun war auch der Support der Oldenburger etwas besser zu hören. Ende des Spiels gab es wieder Pöbeleien aber nun zwischen beiden Szenen, da das Ganze über mehrere Zäune lief, hat es mich auch extrem belustigt wie beide Seiten sich gegenseitig zum Match aufforderten. 
Nach den beiden interessanten Spielen im Norden ging es dann auch schon wieder nach Hause.

Text/Fotos: Шаффи