Samstag, 24. September 2016

Vicenza Calcio - US Avellino 0:0

Serie B
Stadio Romeo Menti
Zuschauer: 6.809

Nachdem ich mich die letzten 5 Tage ausschließlich der Familie, der Kultur und der Küche des Landes gewidmet habe, ging es heute wieder zum Fußball. Das Ziel hieß Vicenza, eine der reichsten Städte Italiens. Das spiegelt sich auch in der Innenstadt wieder, alles ordentlich restauriert und macht einen sehr schicken Eindruck. Absolut sehenswert und definitiv einen Besuch wert.
Das Stadion liegt sehr zentral und so schafften wir den Weg von der Basilica zum Stadio Romeo Menti in gut 10 Minuten. Es gab dort ein Hin und Her bis wir die Biglietteria und dann auch noch den richtigen Eingang fanden, hier hin, da hin oder doch dort rum? Egal, eine Viertelstunde vor Anpfiff saßen wir auf unserem Platz. Erstmal durchschnaufen und was Trinkbares besorgen, hier der nächste Schock! Am Ausschank gab es Öttinger Dosenbier, what the fuck! Warum gibt es denn mittlerweile oftmals nur deutsches Industriebier (Genua - Jever, Verona - Paulaner, ....) in italienischen Stadien? Na egal, bei der Hitze schmeckte auch das Öttinger und besser als das Alkoholfreie das in den deutschen Stadien ausgeschenkt wird ist es allemal.
Das Stadion ist nach Romeo Menti benannt, einem Fußballer aus Vicenza der einst in der legendären Mannschaft des AC Turin - auch Grande Torino - genannt gespielt hatte. Er starb am 4. Mai 1949 als beinahe die gesamte Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.
Der Ground ist ganz cool, während die Curva Sud, Nord und Destini (Gegengerade) etwas renoviert wurden ist die Haupttribüne etwas in die Jahre gekommen und wird wohl auch demnächst einen neuen Anstrich bekommen.
Die Tifosi von Vicenza sammeln sich in der Curva Sud, richtig mitreißen konnten sie mich in der ersten Halbzeit nicht wirklich. So um die 600 - 700 Tifosi beteiligten sich dauerhaft am Support, aber so richtig übergesprungen ist der Funke bei mir nicht. In der 2. Halbzeit haben sie mir dann schon besser gefallen, auch die Mitmachquote stieg an, so war auch deutlich mehr Bewegung in der Curva auszumachen. Viele laute Schlachtrufe und auch das ein oder andere melodiöse Lied konnte ich vernehmen. Insgesamt hat es dann doch gepasst, wenn die Rivalen Hellas oder Ferrara dort zu Gast sind würde ich mir das Ganze sicherlich nochmal geben.
Im Gegensatz zum letzten Wochenende schafften diesmal nur ca. 100 Gäste aus Avellino den Weg in den Norden. Da merkt man halt doch dass im Süden Geld Mangelware ist und sich nicht jeder 2 Fahrten innerhalb von 8 Tagen leisten kann. Schade, aber auch diesmal waren die Gäste gut drauf und hatten eine ordentliche Mitmachqoute. Diesmal konnte ich sie auch besser hören, sehr melodiöses Liedgut mit richtig feinem Rhythmus. Das Ganze bestärkte mich nur noch mehr darin endlich auch weiter in den Süden des Landes vorzustoßen und diesen zu bereisen.

Text/Fotos: Harry