Sonntag, 21. August 2016

Zirka Kropyvnytsky - Chernomorets Odessa 0:1

Premier Liga Ukraine
Stadion Zirka
Zuschauer: 4619 (120 Gäste)

Bei diesem Spiel war ich als Auswärtsfan unterwegs, deswegen ist es kein üblicher Bericht aus der neutralen Sicht.
Nach unserem Besuch in Bila Tserkva ging es mit dem Nachtzug nach Dolynske und dann von dort aus mit der Marschrutka zum Zielort. Seit wenigen Monaten heißt die ehemalige Stadt Kirovohrad nun Kropyvnystky. Die Umbenennung erfolgte im Rahmen eines Gesetzes zur Entsowjetisierung des Landes. Die Region um Kropyvnytsky rum ist sehr zentral im Land gelegen. In der Oblast befindet sich auch der geographische Mittelpunkt der Ukraine.
Wie schon am Tag davor hatten wir allzu viel Zeit bis zum Spiel. Viel gibt es in der Stadt auch nicht zu sehen, sodass wir uns irgendwann echt langweilten und für ein paar Stunden in einer Brauerei vergnügten.
Die Heimszene beim amtierenden Aufsteiger Zirka ist zweigeteilt. Der eine grüngelbe Block ist die traditionelle Fanszene von Zirka, die Anderen, die Gelbroten entstanden erst beim Nachfolgerverein Olimpik vor 10 Jahren. Die beiden Fanszenen bekriegen sich zwar schon länger nicht mehr, aber wollen bei den Heimspielen auch nicht zusammenstehen. Den Support gibt es von den beiden Gruppen immer abwechselnd. Bei dem Spiel gegen Chernomorets empfand ich den Support des grüngelben Fanblockes lauter, was wohl mit der zahlenmäßigen Überlegenheit zu begründen ist.
Für uns war dies mit 330 km die Auswärtsfahrt mit der geringsten Entfernung. Für die jetzigen Verhältnisse der Szene kam auch eine gute Anzahl mit. Es waren zwei Busse sowie ein Dutzend Leute wie wir, welche selbstständig nach Kropyvnystky anreisten. Trotz starker Kontrollen der Polizei schaffte jemand dennoch Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln, sodass bei uns im Block mehrmals Bengalos, Rauchtöpfe und Leuchtspuren brannten. Nach dem Abpfiff schafften es ein paar Jungs auf das Spielfeld, um mit der Mannschaft den Auswärtserfolg zu feiern. Die Polizei war zwar massenhaft vertreten, blieb aber komischerweise ruhig. Vor einem Jahr war es hier noch anders gelaufen, damals eskalierte die Situation mit den Gästefans von Karpaty Lviv.

Text/Fotos: Шаффи 

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