Montag, 15. August 2016

Zhemchuzhyna Odessa - Krystal Kherson 2:3

Druha Liga
Stadion Spartak
Zuschauer: 250 (8 Gäste)

Nachdem ich die letzten beiden Wochenenden aktiv unterwegs war, ließ ich dieses langsam angehen. Am Sonntag schaute ich lediglich mir in Odessa den 3:0 Sieg des Erstligisten Chernomorets an und am Montag ging es für mich zu dem anderen Verein der Stadt. Zhemchuzhyna Odessa wurde erst 2013 gegründet und ist seit dieser Saison zum ersten Mal in der Profiliga vertreten. Relativ sinnloser Verein ohne Tradition und in meinen Augen ohne Zukunft in der Schwarzmeerstadt. Das Gleiche gilt auch für den anderen Drittligisten Real Farma Odessa, von dem ich 2014 und 2015 bereits erzählt hatte.

Beide Clubs spielen im Stadion Spartak in der Nähe des Bahnhofs. Das Stadion war bis zum Jahr 2009 relativ unbedeutend. Als der Neubau des Hauptstadions der Stadt vor 7 Jahren begann, musste Chernomorets eine Übergangslösung suchen. So mietete sich der Verein das Stadion Spartak. Für die Spiele der ersten Liga musste hier aber viel getan werden: Der Mieter installierte im Stadion der Stadt ca. 5000 Plastiksitze, renovierte die Umkleidekabinen und stellte vier Flutlichtmasten hin. Erst seitdem ist dieses Stadion profiligatauglich geworden. Einzigartig ist die Banja (russische Sauna) am Sektor 1. Ab und zu geht ein Saunabesucher raus und schaut sich ein wenig das Spiel an. Bei Spielen von Chernomorets war es noch lustiger, als plötzlich am Fanblock, welcher sich im selben Sektor befand, während dem Spiel Leute im Handtuch auftauchten...
Wie schon die Zuschauerzahl sagt, strömen keine Massen zu den Spielen von Zhemchuzhyna. Es kommen also hauptsächlich Leute wie wir, die vom Fußball nicht genug kriegen. Zum ersten Mal außer den Spielen von Chernomorets wurde hier im Spartak-Stadion überhaupt Eintritt verlangt. Die Eintrittskarte kostete 20 Hrivna (nicht mal 1 Euro) und es gab zusätzlich noch ein kostenloses Spielprogramm. Das Geld von den Tickets ging heute übrigens an den krebserkrankten 21-jährigen Fußballspieler Andriy Dodyk. An dieser Stelle auch unsererseits gute Besserungen!
Hinter drei Zaunfahnen positionierten sich 8 Gäste, welche aber wirklich nur ein paar Mal was von sich zu hören gaben. Für die Heimmannschaft waren gleich daneben etwa 5 Typen der Ü40 aktiv. Nun ja, aktiv waren sie auch nur in Anbetracht der Gäste. Im Sitzen stimmten diese irgendwelche Prololieder mit der Trommel an, welche ich auf der gegenüberliegenden Seite dennoch gut verstehen konnte.
Das Geschehen auf dem Platz war ganz spektakulär. Beide Mannschaften wollten nicht aufgeben und gaben ihr Bestes. Am Ende stand es 3:2 für die Gäste aus Kherson.

Text/Fotos: Шаффи


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