Freitag, 5. August 2016

Obolon-Brovar Kiew – Arsenal Kiew 0:1

Persha Liga
Obolon-Arena
Zuschauer: 1950 (ca 25 Gäste)

Am Freitag früh ging es mit dem Flugzeug aus Odessa in die Hauptstadt der Ukraine. Früher waren die Flugpreise für die Strecke nicht mit dem Zug oder Bus vergleichbar, nun bietet aber Bravo Airways Tickets zu einem Preis, welcher nur leicht höher als der der Bahn ist, an. Aus dem Grund entschloss ich mich für einen Morgenflug nach Kiew. Nach 55 Minuten reiner Flugzeit war ich angekommen und fuhr mit dem Oberleitungsbus in die Innenstadt. Nachdem ich in dem Selbstbedienungsrestaurant Puzata Khata gegessen hatte, versuchte ich mich im Schatten an der Promenade am Fluss Dnipro von der Megahitze abzukühlen.

Der Verein Obolon-Brovar ist im Norden im Stadtteil Obolon beheimatet. In diesem Stadtviertel gibt es auch eine ukraineweit bekannte, gleichnamige Bierbrauerei, welche auch der Hauptsponsor des Vereins ist.
Um zum Stadion zu gelangen, nahm ich die U-Bahn der blauen Linie und stieg an der Endstation aus.
Zwar handelte es sich heute um ein Derby, aber dennoch kein spektakuläres. Der Hauptfeind von Arsenal ist nämlich Dynamo, was durch die unterschiedliche Politik der Fanszenen bestimmt wird. Außerdem ist Arsenals Fanszene derzeit indirekt im Friedenspakt der ukrainischen Ultras eingeschlossen, sodass gegen die auch keine Aktionen geplant werden.
In der Obolon-Arena kann man sich nicht frei bewegen, entweder Haupttribüne oder Gegengerade. Aus dem Grund ließ ich mich akkreditieren, um bequem beide Tribünen fotografieren zu können.
Die Heimszene war zu meiner Überraschung heute zweigeteilt. Ein Teil stand wie immer außen auf der Haupttribüne und ein zweiter Block stand auf der Gegengerade. Wie mir ein alter Obolon-Fan aus dem ursprünglichen Block erzählte, trennte sich ein Teil der Leute schon vor ein paar Monaten ab. Dabei handelt es sich um Hools, denen es zu uncool gewesen war, bei den Ultras zu stehen. Denselben Eindruck bekam ich von diesem neuen Block auch… Während der Ultras-Block von Obolon abwechslungsreich seine Mannschaft unterstützte, ging es im anderen Block eher darum, sich darzustellen. 
Die politisch links angehauchten Gäste kamen leicht verspätet ins Stadion rein. Unterstützt wurden sie von der Fanszene des weißrussischen MTZ-Ripo Minsk, welche auch als ein Vertreter der linken Politik bekannt ist. Support gab es aber ihrerseits durchgängig und abwechslungsreich, genauso wie bei Ultras der Obolon. Optische Aktionen gab es in allen drei Blöcken keine. Der Support auf beiden Seiten war in etwa gleichstark, sodass ich keine der beiden Szenen hervorheben kann. 
Nach dem Spiel ging es für mich auf die linke Seite des Dnipro, wo mich ein Kollege von groundhopping.in.ua bei sich beherbergte.

Text/Fotos: Шаффи

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