Mittwoch, 10. August 2016

Balkany Zorya - Cherkasky Dnipro 0:1

Ukrainischer Pokal 2. Runde
Stadion Boris Tropanet
Zuschauer: 2000 (4 Gäste)

Bessarabien ist eine Region zwischen dem Fluss Dnister und der Donau In der Zeit des russischen Reiches wurde die Gegend kolonisiert und es wurden Umsiedler mit unterschiedlichen Privilegien angeworben, sodass verschiedenste Völker nach Bessarabien gezogen sind. Darunter waren unter anderem viele Deutsche.
Es zog mich zum aktuell einzigen Profiverein in Bessarabien, dem Balkany Zorya. Zorya ist die moderne Bezeichnung für das bulgarische Dorf Kamchik. Es wohnen dort in der absoluten Mehrheit Bulgaren, welche immer noch ihre Tradition wahren, wie z.B. die bulgarische Sprache sprechen, eigene Feste feiern etc. Seit einigen Jahren wird hier auch intensiv auf den Fußball gesetzt.

Im Dorf, welches 5000 Einwohner hat, kommen konstant über 1000 Zuschauer ins Stadion.
Ich motivierte meinen Bekannten Schalker aus Odessa mit seinem Auto hinzufahren. Ohne Auto kommt man zwar auch dahin, doch die Rückfahrt am Abend dürfte relativ schwerfallen. Die Straße nach Bessarabien hat eine Besonderheit. Ein paar Kilometer der Strecke verlaufen durch Moldawien. In einem Vertrag zwischen der Ukraine und Moldawien ist geregelt, dass für die Durchfahrt kein Grenzübergang erfolgen muss, aber dafür die Transitfahrer auf dem Gebiet nicht anhalten dürfen.
In zwei Stunden Fahrt erreichten wir die Siedlung Zorya. Bis zum Spiel war noch etwas Zeit und wir kauften uns Wurst und Schafskäse, welche hier original nach der bulgarischen Rezeptur gefertigt werden. In Zorya gibt es zwei Stadien. Eins wird vom Rivalen, dem Viertligisten FK Zorya genutzt, das andere benutzt FK Balkany. Dieses ist nach dem bekanntesten Spieler des Dorfes, Boris Tropanet, benannt. Das Stadion wurde meines Wissens vor einem Jahr speziell für das Pokalspiel gegen den EL-Finalisten Dnipro Dnipropetrovsk gebaut. Obwohl das Stadion unter 2000 Besucher fasst, wurde damals die offizielle Zuschauerzahl 10 000 genannt!
Heute war zum Pokalspiel wieder Dnipro zu Gast, bloß dies Mal ein Zweitligist aus der Stadt Cherkasy. Es gab keine Eintrittskarten, jedoch ein kostenloses Programmheft. Ultras gibt es leider nicht, wäre aber sicherlich interessant, eine bulgarischsprachige Fanszene in der Ukraine zu haben. Das Spiel war eher langweilig, ohne wirkliche Torchancen. Die Entscheidung fiel in der 48. Minute mit einem Tor der höherklassigen Mannschaft.

Text/Fotos: Шаффи

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