Samstag, 20. August 2016

Arsenal-Kyivshchyna Bila Tserkva – Sudnobudivnyk Mykolaiv 4:1

Druha Liga
Stadion Trudovye Rezervy
Zuschauer: 100

Bevor es am Sonntag zum Auswärtsspiel von Chernomorets gehen sollte, suchte ich mir für den Tag davor ein Spiel in Bila Tserkva raus. Die Stadt bedeutet übersetzt „Weiße Kirche“ und befindet sich nähe Kiew, direkt an der Autobahn, welche Odessa und die Hauptstadt verbindet. Mit dem Zug lässt sich die Stadt von Odessa aus gar nicht erreichen, somit musste man mit dem Bus fahren. Das tue ich allgemein sehr ungern und in der Ukraine ist meine Abneigung durch die Straßenverhältnisse noch mal doppelt so stark. Nun ja, zwischen Kiew und Odessa geht es gerade noch. Für den Bus am Samstagmorgen gab es keine Tickets mehr und so starte ich mit der Ex-Fotografin der Chernomorets Szene in der Nacht nach Bila Tserkva. Nach 5 Stunden Fahrt waren die ca. 400 km überwunden und wir machten uns auf den 7 km langen Weg vom Stadtschild in die Innenstadt.

Bis zum Spiel hatten wir über 10 Stunden. In der Zeit waren wir im Kino, auf dem Riesenrad und in einer der größten Parkanlage Osteuropas. Dann ging es für uns zum Stadion Trudovye Rezervy. Es ist hauptsächlich mit Sitzen ausgestattet, nur in einer Kurve sind noch Holzbänke verbaut. Offiziell fasst der Ground über 13 000 Zuschauer, sodass es schon richtig überdimensional für Arsenal ist. Denn zum heutigen Spiel kamen nur 100 Zuschauer. Richtig armselig! Da bekam ich auch schon langsam das Gefühl den deutschen Fußball zu vermissen...
Arsenal ist aber auch nicht der Verein der Stadt. Während er erst 2006 gegründet wurde, gibt es den anderen Stadtclub Ros schon länger. Dieser spielt aber viel tiefer - in der zweiten Liga der Oblast Kiew. Vor dem landesweiten Frieden zwischen den Fanszenen gab es zwischen den Fans der beiden Clubs auch immer wieder Ärger. Derzeit erleben die Gruppen wie die anderen im Land auch nicht die beste Zeit. Im Heimblock waren bei unserem Spiel gerade 6-8 Leute. Auf Support wurde in der ersten Hälfte fast vollständig verzichtet. Erst in der zweiten Hälfte als die Mannschaft mit zwei Toren führte, wurden die Jungs aktiv. Wenigstens hat der Verein eine Fanszene, aber selbst in dieser 3. ukrainischen Liga gibt es derzeit sehenswertere Clubs.

Text/Fotos: Шаффи

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