Mittwoch, 1. Juni 2016

MFK Mykolaiv - Desna Chernihiv 3:1

Persha Liga
Zentralstadion Mykolaiv
Zuschauer: 2500 (11 Gäste)

Als letztes Spiel dieser Saison stand ein Heimspiel vom ukrainischen Zweitligisten MFK Mykolaiv auf dem Plan. Auf Grund der Nähe zu Odessa, wo ich oft zu Besuch bin, wollte ich schon länger nach Mykolaiv fahren. Mykolaiv ist ein Verwaltungszentrum der gleichnamigen Oblast und ist mit fast 500.000 Einwohnern der zweitgrößte Ort der südlichen Ukraine. Zur Zeit der Sowjetunion war die Stadt noch für den Schiffbau bekannt. Demzufolge soll es keinen wundern, dass auch der Verein früher „Schiffbauer“ genannt war. Ich entschied mich, die Strecke von ca. 160 km nach Mykolaiv mit einer Mitfahrgelegenheit zurückzulegen. Zum gleichen Preis ist es so einfach schneller und bequemer, als mit dem Linienbus oder Marschrutka. Die Straßenverhältnisse sind für die ukrainischen Verhältnisse relativ in Ordnung, deswegen dauert die Fahrt knapp über zwei Stunden.
Nach einer Mahlzeit in einem georgischen Restaurant lief ich frühzeitig zum Stadion, um mir ein wenig die Stadionumgebung anzuschauen. Die Stadt hat wenig Modernes und ist teils noch in der Sowjetzeit stehen geblieben und heruntergekommen. So auch die Gegend an der Spielstätte und dem Fluss Südlicher Bug, welcher sich in der Nähe vom Stadion befindet. Positiv überrascht war ich von mehreren Graffitis auf dem Stadiongelände, in der Ukraine ist dies eher selten anzutreffen. An der großen Anzahl an Polizisten und Nationalgarde könnte der Stadionbesucher denken, dass heute nicht Desna sondern 300 aus Warschau zu Gast sind. Für die zweite Liga ist das Stadion mit einem Fassungsvermögen von 15.000 überdimensional, sodass für die Heimfans nur die Haupttribüne und die Fankurve offen ist. Der Eintritt kostet nichts, folglich gibt es leider auch keine Eintrittskarten.
Obwohl es das letzte Spiel der Saison und für die Mannschaften das Ergebnis nicht relevant war, war das Geschehen auf dem Platz dennoch spannend. Die beiden Fanszenen waren die ganze erste Halbzeit über aktiv. In der zweiten Halbzeit wurde es etwas ruhiger in den beiden Blöcken bis in der Nachspielzeit im Heimblock die ersten Bengalos entflammten. Anschließend wurden in den nächsten zehn Minuten immer wieder orangener Rauch gezündet. Der Heimblock verabschiedete sich so von der Mannschaft in die Sommerpause und auch für mich war es das letzte Spiel dieser Saison.

Text/Fotos: Шаффи